Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kurznachrichtendienst: Snapchat schlägt drei Milliarden Dollar von Facebook aus

Snapchat: Drei-Milliarden-Angebot ausgeschlagen Zur Großansicht

Snapchat: Drei-Milliarden-Angebot ausgeschlagen

Der Wert dieses Deals hätte den des Instagram-Kaufs von 2012 mal eben verdoppelt. Doch die Gründer des Start-ups Snapchat warten auf noch höhere Angebote. Ihr Geschäftsmodell räumt mit einem gängigen Klischee über die Jugend und das Internet auf.

Das soziale Netzwerk Facebook kehrt unverrichteter Dinge von seiner jüngsten Einkaufstour zurück. Objekt der Begierde war der mobile Instant-Messaging-Dienst Snapchat. Obwohl die Netzwerker bei ihrer Offerte bereit gewesen seien, mindestens drei Milliarden Dollar auf den Tisch zu legen, hätten die Snapchat-Gründer abgelehnt, berichten das "Wall Street Journal" ("WSJ") und die "New York Times" übereinstimmend. Die Gründer wollten eine derartige Transaktion frühestens im kommenden Jahr durchführen, so das "WSJ".

Damit müsse sich mit Tencent Holdings ein weiterer Interessent ebenfalls gedulden. Das Investitionsangebot des chinesischen E-Commerce-Riesen würde das gerade einmal zwei Jahre alte Start-up sogar auf vier Milliarden Dollar bewerten. Wie es unter Berufung auf Insider heißt, hätte Facebook bereits früher ein Kaufangebot unterbreitet, seinerzeit noch für eine Summe von einer Milliarde Dollar. Offensichtlich, so die die Einschätzung der "New York Times", wollen die beiden Gründer Evan Spiegel, 23, und Bobby Murphy, 25, warten, weil es in der Zukunft noch um weitaus höhere Summen gehen könnte.

Snapchat ist mit einer besonderen Technologie bekannt geworden, die den Versand von Nachrichten mit Verfallsdatum erlaubt. Verschickte Texte, Fotos oder Videoclips löschen sich nach wenigen Sekunden automatisch. Damit wollen die Snapchat-Macher den alten Glaubenssatz vom nie vergessenden Internet unterlaufen. Zig Millionen Nachrichten werden so vor allem von Jugendlichen jeden Tag verschickt. Da wenig Gefahr besteht, dass gewagte Motive im Internet landen, werde der Service auch gern zum Versand sexueller Inhalte benutzt. Manche bezeichnen Snapchat daher auch kurz und bündig als Sexting-App. Dass der Dienst gerade bei Jugendlichen so beliebt ist, zeigt in den Augen mancher Beobachter noch etwas anderes: dass die Geschichte von den Jugendlichen, die sich im Netz als leichtsinnige Exhibitionisten ohne Rücksicht auf Verluste gerieren, eher ein Netzmärchen ist.

Allzu blindes Vertrauen sollten die Snapchat-Nutzer trotzdem nicht in den Datenschutz durch Selbstzerstörung setzen. Erst im Mai machten Berichte die Runde, denen zufolge eigentlich gelöschte Bilder zumindest bei der Android-Version nachträglich aus dem Smartphone- oder Tablet-Speicher ausgelesen werden konnten. Und im August wurde bekannt, dass auch zwischen Apple-Geräten versandte Fotos und Videos auf Sende- wie Empfängergerät weiterhin zu finden sind.

meu

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Geldsucht...
ed-o-mat 14.11.2013
Zitat von sysopDer Wert dieses Deals hätte den des Instagram-Kaufs von 2012 mal eben verdoppelt. Doch die Gründer des Start-Ups Snapchat warten auf noch höhere Angebote. Ihr Geschäftsmodell räumt mit einem gängigen Klischee über die Jugend und das Internet auf. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/snapchat-lehnt-3-milliarden-angebot-von-facebook-ab-a-933521.html
Haha, ich wünsche den Gründern des Startups, dass ihre App in ein paar Monaten nicht mehr gefragt - und damit wertlos - ist, weil es einen neueren "letzten Schrei" gibt. Ich fasse die Habgier der heutigen Menschen einfach nicht. Da bekommen eine Hand voll Leute für 2 Jahre Arbeit 3 Milliarden (!!) Dollar angeboten, aber das ist nicht genug... Nur zur Anmerkung: Das ist mehr als das jeweilige BIP der 30 ärmsten Länder.
2. Mal abgesehen von zwei anderen Risiken
perspective 14.11.2013
1. Die verschickten Nachrichten laufen über die Server des Anbieters (hoffentlich verschlüsselt -- oder? Sonst sind es Postkarten, die dem Empfänger in der Hand verbrennen, vom Briefträger und den Nachbarn aber in Ruhe gelesen und kopiert werden können). 2. Eine Kamera nehmen und Photo vom Bildschirm machen und fertig ist die "Erinnerung".
3. Neuer Markt
explorer88 14.11.2013
Wenn ich zu meinem Nachbarn sage: Hey, ich gebe Dir 50,000.- für Deinen Golf IV, weil der ist so gut getunt. Er schlägt es aus. Wow, jetzt ist der sogar 70,000.- "wert"? Ist er, solange es Dumme gibt, die das glauben oder sogar bezahlen. So gesehen vor gut 12 Jahren am neuen Markt. Jetzt wiederholt sich die gleiche Idiotie schon wieder und unsere Medien machen wieder munter mit mit den Märchenschlössern made in USA.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Zum Autor
  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: