Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Social Network: Facebook erlaubt Gesichtserkennung für Fotos

Facebook setzt künftig Gesichtserkennungs-Software ein, damit Nutzer Freunde auf Fotos innerhalb der Community automatisch identifizieren lassen können. Das System soll Vorschläge machen, wer auf neu hochgeladenen Bildern vermutlich zu sehen ist, und so das Einordnen der Bilder erleichtern.

Facebook: Automatische Gesichtserkennung für Fotos Zur Großansicht

Facebook: Automatische Gesichtserkennung für Fotos

Der eine oder andere Facebook-Nutzer dürfte die Vorstellung durchaus beunruhigend finden: Künftig soll eine Software erkennen können, wer auf ins Netzwerk hochgeladenen Fotos abgebildet ist und entsprechende Vorschläge zum "taggen" der Bilder machen. "Wenn Sie Bilder von der Hochzeit Ihres Cousins hochladen, werden wir Fotos von der Braut gruppieren und ihren Namen vorschlagen", erklärte ein Facebook-Programmierer in einen Blog-Eintrag. Ab kommender Woche sollen zunächst fünf Prozent der US-Nutzer von Facebook die Möglichkeit bekommen, das System auszuprobieren, nach und nach soll der Kreis dann erweitert werden.

Man müsse den betreffenden Namen bei einer größeren Fotoserie dann nicht mehr "64-mal" eintippen, sondern nur ein einziges mal auf "Speichern" klicken, um alle Bilder auf einmal mit dem entsprechenden Tag zu versehen. Ein Tag ist ein kurzes Stich- oder Schlagwort, mit dem Bilder, Texte oder andere Inhalte markiert werden können, um sie später leichter wiederfinden oder thematisch gruppieren zu können.

Dem Blog-Eintrag zufolge werden bei Facebook täglich 100 Millionen Tags mit Fotos verknüpft. Die Gesichtserkennungs-Software soll nun neu hochgeladene Bilder mit den Personen vergleichen, die bereits auf anderen Fotos getaggt worden sind. Man kann die Funktion, die in den kommenden Wochen zunächst Nutzern in den USA zur Verfügung gestellt werden soll, jedoch auch abschalten: Wer nicht automatisch vom Algorithmus identifiziert werden will, könne das in den Datenschutz-Einstellungen ("Privacy Settings") von Facebook verfügen.

Facebook ist bei weitem nicht der einzige Anbieter, der Gesichtserkennung in Verbindung mit Fotodiensten einsetzt. Apples Anwendung fürs Bilder-Organisieren iPhoto bietet diese Möglichkeit beispielsweise schon seit einiger Zeit, ebenso wie Googles Fotoanwendung Picasa. Beide Dienste erlauben es auch, Fotos im Netz zu veröffentlichen - bei Apple funktioniert das allerdings nur, wenn man zahlender Kunde des Online-Datendienstes me.com ist. Facebook ist mittlerweile der größte Anbieter von Online-Fotodiensten, größer als Branchenpioniere wie Flickr.

Das Hochladen und Beschriften von Fotos ohne die Einwilligung der Abgebildeten ist eine der umstritteneren Funktionen von Social Networks im Allgemeinen und Facebook im Besonderen. Facebook erlaubt es jedoch, die Tags, die gleichzeitig ein Link zum eigenen Facebook-Profil sind, mit einem Klick zu entfernen. Wer will, dass ein Foto, das ihn zeigt, entfernt wird, muss das aber mit der Person ausmachen, die es hochgeladen hat. Die Hilfeseite des Netzwerks gibt dazu diese Auskunft: "Leider kann Facebook Nutzer nicht dazu veranlassen, Fotos zu entfernen, die nicht gegen unsere Erklärung der Rechte und Pflichten verstoßen."

cis

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: