Social Network: MySpace plant angeblich massive Stellenstreichungen

Bis zu 50 Prozent der Belegschaft könnte es treffen: Einem in der Regel gutinformierten Tech-Blog zufolge steht das einst größte Social Network der Welt, MySpace, vor massiven Stellenstreichungen.

MySpace: Die Erosion des einst größten Social Network schreitet fort Zur Großansicht

MySpace: Die Erosion des einst größten Social Network schreitet fort

Das zur "Wall Street Journal"-Gruppe gehörende Tech-Blog "All Things D" beruft sich auf "mehrere mit der Situation vertraute" Quellen. Diesen Informationen zufolge könnten etwa 50 Prozent der momentan etwa 1100 MySpace-Angestellten demnächst ihre Jobs verlieren. Betroffen wären von den Stellenstreichungen der Meldung zufolge vor allem Arbeitsplätze in den USA, aber auch in einigen anderen Ländern.

Die Entscheidung über diese Streichungen sei aber noch nicht endgültig gefallen, so "All Things D". Deutliche Hinweise auf die Probleme beim einstigen Platzhirsch unter den Social Networks gibt es allerdings zur Genüge. Die letzte Dezemberwoche bekam die gesamte Belegschaft frei. Um Geld zu sparen, interpretierte "All Things D". Aber nein: Als Belohnung für fleißige Arbeit, konterte kurz darauf MySpace in einer offiziellen Mitteilung.

Rupert Murdochs News Corp., der Eigentümer von MySpace, verlange rabiate Kostensenkungen, berichtet das Blog, denn die Umsätze des Social Networks seien trotz eines neuerlichen Vertrages mit Google weiterhin dürftig. MySpace verliert seit Jahren Nutzer an Facebook, das weiterhin kräftig wächst und mittlerweile über 500 Millionen aktive Mitglieder hat.

Auch über einen Verkauf von MySpace werde nachgedacht, berichtet "All Things D". Als Käufer könnte demnach beispielsweise der Social-Gaming-Anbieter Zynga ("Farmville", "Mafia Wars") in Frage kommen. Zynga hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde kürzlich eine gewaltige Kriegskasse gesichert.

Einem solchen Deal könnte auch eine Personalie den Weg bereiten: Bei Zynga ist für das operative Geschäft derzeit Owen Van Natta zuständig, der zuvor eine Weile an der Spitze von MySpace gestanden hatte. Schon damals hatte es Gespräche zwischen Zynga und MySpace über eine verstärkte Zusammenarbeit gegeben, die jedoch im Sande verliefen.

MySpace hatte erst im vergangenen Oktober eine Neuausrichtung bekanntgegeben und sich eine neue Optik zugelegt. Doch die stärkere Konzentration auf das, was man sich selbst als Kernkompetenz zugesteht - Musik und Unterhaltung - scheint nicht die erhofften Früchte gebracht zu haben. Gegen den übermächtigen Gegner Facebook, der sich gerade noch mal eine kräftige neue Finanzspritze gesichert hat, scheint derzeit kein Kraut gewachsen.

cis

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Facebook: Das Weltnetz
Mitglieder
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach Angaben von Goldman Sachs hatte Facebook Anfang 2011 600 Millionen Mitglieder weltweit, nach eigenen Angaben loggt sich jeden Tag die Hälfte von ihnen auf der Seite ein (Stand: Januar 2011).
Plattform
Seit Mai 2007 können externe Entwickler auf Nutzerdaten zugreifen, wenn die Facebook-Mitglieder dem zustimmen. Seit die Plattform für externe Entwickler geöffnet wurde, wächst das Angebot des einstigen Studentennetzwerk rasant – die Nutzer können aus mehreren tausend kostenloser Anwendungen wählen – Spielen, Fotoverwaltern, Programmen zum Abgleich von Lese-, Film- und Musikvorlieben zum Beispiel.
"Mir gefällt das"
Facebook überall: Die "Mir gefällt das"-Funktion können Website-Betreiber auf ihren eigenen Seiten einbauen. Mit einem Klick teilen Facebook-Nutzer ihren Freunden mit, was ihnen gefällt. Im Gegenzug kann Facebook Werbung gezielter schalten - und weiß, welche Seiten die Mitglieder ansurfen.
Geschäft
Der Umsatz von Facebook lag 2009 schätzungsweise bei 800 Millionen Dollar. Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im November 2007 bei einer Präsentation in New York 250 Werbekunden ein "Interface, um Erkenntnisse über die Facebook-Aktivitäten von Mitgliedern zu sammeln, die fürs Marketing relevant sind", versprach, brach ein Proteststurm los.
Firmenwert
Facebook hat Google 2010 als meistbesuchte Website in den USA überholt. Anfang 2011 investierten die US-Großbank Goldman Sachs und die russische Beteiligungsgruppe Digital Sky Technologies 500 Millionen Dollar in das US-Unternehmen. Der Wert des Netzwerks klettert auf 50 Milliarden Dollar.
Hollywood
Der Film zum Phänomen: Die Gründungsgeschichte von Facebook wurde 2010 von David Fincher mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle verfilmt. "The Social Network" zeigt Zuckerberg als soziopathischen Nerd, der Facebook aus enttäuschter Liebe gründet.


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