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Datenschützer-Warnung: Unhörbare Töne erlauben heimliche Nutzerbeobachtung

Lautstärkemessinstrument: Nutzer über Gerätegrenzen verfolgen Zur Großansicht
DPA

Lautstärkemessinstrument: Nutzer über Gerätegrenzen verfolgen

US-Datenschützer warnen: Eine neue Technik macht es möglich, Anwender bestimmten Geräten zuzuordnen und damit ihr Nutzungsverhalten zu analysieren. Möglich wird das durch unhörbare Töne, die ein Gerät ausgibt und ein anderes auffängt.

Wenn das Handy auf dem Couchtisch liegt, kann ein TV-Werbespot heimlich einen Tracking-Cookie darauf platzieren. Vor dieser neuen Form der Nutzerbeobachtung warnt unter anderem das amerikanische Center for Democracy and Technology (CDT). Den Datenschützern macht eine Technologie Sorgen, die für Menschen unhörbare Töne benutzt, um das Onlineverhalten von Anwendern über verschiedene Geräte, wie Smartphones, Tablets, Computer und Fernseher hinweg zu verfolgen. Schon im Oktober hat das CDT in einem Schreiben an die US-Aufsichtsbehörde FTC vor der Technik gewarnt.

Dabei werde Fernseh- und Online-Werbung mit sogenannten Sound-Beacons versehen, kurzen Klangschnipseln hochfrequenter Töne, die man zwar nicht hören kann, die aber von den Mikrofonen elektronischer Geräte aufgezeichnet werden können. Marktführer in diesem Bereich sei das Start-up Silverpush, eine Firma, die sich bereits 2014 1,5 Millionen Dollar von Kapitalgebern sicher konnte.

Das Handy weiß, welcher Werbespot gerade läuft

Die Technik funktioniert in etwa so: Sobald in einem TV-Spot oder einer Online-Werbung ein Sound-Beacon aktiv wird, wird das von in der Nähe liegenden Smartphones oder Tablets registriert. Eine auf dem Mobilgerät installierte Software erkennt das Geräusch und platziert auch auf dem Handy oder Tablet einen Cookie, also einen Schnipsel Text, der das jeweilige Gerät im Netz erkennbar macht. Auf diese Weise können Werbetreibende mehrere Geräte einem Nutzer zuordnen und daraus weitere Schlüsse darüber ziehen, wie, wann und wozu er diese Geräte benutzt.

So könne beispielsweise analysiert werden, welche Fernsehwerbung man sich ansieht, wann man umschaltet und wann einen Werbung dazu bringt, eine Websuche nach dem beworbenen Produkt durchzuführen oder dieses gar online zu bestellen, erklärt "Ars Technica". Diese geräteübergreifende Form des Nutzer-Trackings ermögliche eine sehr viel detaillierte Analyse jedes Nutzers.

Millionen überwachte Smartphones

Einmal installiert, lauschen die entsprechenden Apps offenbar kontinuierlich und werden erst aktiv, wenn sie den von einer Werbung ausgesendeten Ton registrieren. Silverpush selbst betont, dass diese Technik nicht genutzt werden könne, um die Anwender zu belauschen. Die Umgebungsgeräusche selbst würden nicht aufgezeichnet, sondern nur Sound-Beacons.

In Kombination mit einem Cookie, der gleichzeitig im Browser des Nutzers abgelegt wird, ist es dann möglich, das Gerät dem jeweiligen Anwender zuzuordnen. So könne man über mehrere Geräte hinweg sogar Bewegungsprofile erstellen. Vor allem aber, warnt das CDT in seinem Schreiben, könnten die so gesammelten Daten auch dazu führen, dass Firmen "falsche oder möglicherweise gefährliche Schlussfolgerungen" über die Nutzer ziehen. Die Nutzer hätten keine Möglichkeit, dieser Art der Beobachtung zu widersprechen, so das CDT.

Laut CDT arbeiten verschieden Firmen an derartigen Lösungen, darunter Drawbridge, Flurry und Adobe. Besonders eindringlich wird allerdings vor Silverpush gewarnt. Bis April 2015 seien sechs bis sieben Apps gezählt worden, in denen die Technik des US-Unternehmens verwendet wird. Insgesamt 18 Millionen Smartphones würde die Firma damit überwachen.

mak

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Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 67 Beiträge
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    Seite 1    
1. Welche Apps
velo20 16.11.2015
Um welche Apps handelt es dich denn? Wäre schön das zu wissen. Also SPON dann mal ran
2. erstaunlich, erstaunlich..
nordschaf 16.11.2015
Die meisten von uns meinen zwar, sie hätten nichts zu verbergen und brauchen daher keinen Datenschutz. Offenbar ist unser Nutzerverhalten aber für Firmen interessant genug, um Geld fürs Ausspähen genau dieses Verhaltens auszugeben. Und was dann erst Dienste damit anfangen können, wagt man ja kaum zu träumen...
3. um welche apps
cptlars 16.11.2015
handelt es sich dabei? Das würde mich auch mal interessieren... Die wichtigsten Informationen werden ausgelassen...
4. Sechs bis sieben Apps?
Hörbört 16.11.2015
Der Artikel von "ars technica" zitiert das CDT allerdings so: "As of April of 2015, SilverPush’s software is used by 67 apps..."
5.
Crom 16.11.2015
Wunderbar, dann merken die endlich, dass die ganzen nervigen TV-Spots nichts bringen.
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