Von c't-extra-Autor Jo Bager
Auch weil Diaspora bislang nicht so recht durchstarten konnte, ist mittlerweile eine recht bunte Szene entstanden, in der diverse weitere Netzwerkalternativen mit den verschiedensten technischen Unterbauten entstehen. Dem Prinzip eines verteilten sozialen Netzwerks, das jedermann installieren kann, kommt darunter derzeit vermutlich friendica (vormals Friendika) am nächsten.
friendica stellt deutlich geringere Systemanforderungen und ist auch viel einfacher zu installieren als Diaspora. Im Wesentlichen benötigt es einen Apache-Webserver, PHP 5.2+, MySQL 5.x sowie die Möglichkeit, Aufgaben mit Cron oder Scheduled Tasks zu automatisieren - allesamt Anforderungen, die auch Shared Webhoster erfüllen können. Wir haben jedenfalls eine Testinstallation auf einem Shared Webspace bei Goneo zum Laufen gekriegt.
Falls der Hoster Cron oder Scheduled Tasks nicht unterstützt, kann man sich mit einem kostenlosen Account bei Cronjob.de behelfen. friendica benötigt diese Funktion, um regelmäßig ein Skript laufen zu lassen, das die öffentlichen Postings von Freunden einsammelt. Man darf sich von der per default ein wenig angestaubt wirkenden Bedienoberfläche von friendica nicht irritieren lassen - unter der Haube ist friendica mächtiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Hat man sich erst einmal eingeloggt, kann man das Layout unter http://<Site-URL>/admin/ site auch gleich ändern. Das als experimentell bezeichnete quattro-Design entspricht im Wesentlichen dem von Diaspora.
Wie bei Diaspora kann man auch bei friendica seine sozialen Sphären trennen, und zwar mit Profilen. Für jede Sphäre - Arbeit, Sportverein, Freunde - gibt sich der Nutzer dazu ein eigenes Profil, mit individuellen Selbstbeschreibungen et cetera. Versendete Posts lassen sich im Nachhinein editieren. Die Beiträge von anderen können mit einem "Like", aber auch mit einem "Dislike" versehen werden. friendica kann sich über sogenannte Connectors mit anderen Netzen verbinden, um dort Status-Updates abzusetzen. Dazu zählen Facebook und Diaspora sowie die Mikroblogging-Dienste Tumblr, Posterous und Twitter.
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