Soziale Netzwerke Diese Facebook-Alternativen sind einen Blick wert

Von c't-extra-Autor Jo Bager

c't

5. Teil: Fazit


Das Bedürfnis an Alternativen zu zentralistischen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. ist ganz offensichtlich vorhanden, sonst würde nicht in derart vielen neuen Peer-to-Peer-Projekten geschraubt. Allerdings findet sich noch kein Facebook-Killer darunter: Das hochgejazzte Diaspora ist noch zu unfertig und vor allem: kein wirkliches Peer-to-Peer-Netz. friendica zeigt, wie sich dezentrale soziale Netze durchsetzen können: mit einem vielseitigen Angebot, das (fast) jedermann auf einem eigenen Server installieren kann und das sich mit vielen vorhandenen Netzen verbindet. friendica teilt aber mit den anderen hier vorgestellten Projekten das Problem, viel zu unbekannt zu sein.

Dabei können viele der alternativen Netze bereits Nachrichten miteinander austauschen - und auch einige althergebrachte Netze einbinden. Niemand muss also seinen Facebook-Freunden Lebewohl sagen, nur weil er seinen virtuellen Lebensmittelpunkt nach Diaspora oder friendica verlagert. Nur weiß kaum ein Facebook-Benutzer, dass er seine Postings auch mit anderen Diensten absetzen kann. Es wäre hilfreich, wenn sich die verschiedenen alternativen Projekte enger zusammenschlössen und ihre Möglichkeiten besser publizierten. So könnten sie schneller eine kritische Masse an gemeinsamen Nutzern aufbauen, die es auch für weitere Surfer interessant macht, mal die angestammten Treffpunkte zu verlassen und was Neues auszuprobieren.

Der Artikel ist im Sonderheft "c't Soziale Netze 2/2012" erschienen.

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 45 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Sneaky Pie 26.11.2012
1. Facebook endet bei mir auf 127.0.0.1
Und zwar alle bekannten Adressen und Domains. Und ja, die Liste ist lang und wächst. Denn Facebook traced auch ungefragt mit, alle Seiten, die nicht aus D sind und einen Like Button haben, übermitteln Daten an Facebook. Selbst ohne Mitglied zu sein oder den Button zu betätigen. Dazu kommt noch, das Facebook sein eigenes Internet macht, denn alle Einträge sind nur mit einer Anmeldung zu erreichen. Das war nicht Sinn und Zweck des WWW.
dejanmilo 26.11.2012
2. Retroshare
...ist eine leider nicht erwähnte, aber sehr ernst zu nehmende Alternative zu den all hier genannten Produkten. Mit Retroshare lässt sich ein Friend2Friend-Netzwerk recht einfach und schnelle aufbauen, welches dann abseits des öffentlichen Netzes als Darknet genutzt werden klann. Insbesondere der Anspruch, daß es leicht installierbar ist, ohne etliche Serverkomponenten und Programmier-Frameworks, lässt Retroshare sehr interessant wirken. Und es hat mit seiner Plugin-Architektur viel Potential für die Zukunft.
Mancomb 26.11.2012
3.
Der Artikel ist zwar nett gemeint, aber aussichtslos. Facebook ist und bleibt der Platzhirsch. Von der guten Milliarde Nutzern, die Facebook inzwischen hat, interessieren sich doch eh nur ein paar Millionen ernsthaft für den Datenschutz. Diaspora ist eine gute und vielversprechende Alternative, aber von den Nutzerzahlen immer noch unter Google+, und das will was heißen. Wieso sollte man denn auch auf andere Netzwerke umsteigen? Solang man kein gutes Konzept und keine signifikante Userbase hat, bleibt man unten. Mich würde mal interessieren, wie es Facebook geschafft hat, fast die komplette Userbase von StudiVZ (das mittlerweile mehr als tot ist) zu sich herüber zu ziehen. Wenn Diaspora das auch schaffen würde, wäre es ein Wunder.
ponyrage 26.11.2012
4. Warum
Vielleicht mag mich mal jemand aufklären, warum man sein Gesicht unbedingt ins Internet stellen muss, ich habe das bisher nicht vermisst. Und ich würde mich durchaus als Intensivnutzer bezeichnen.
maximillian64 26.11.2012
5. vkontakte
OK der Betreiber von vkontakte oder kurz vk.com ist mit ueber 5% an Facebook beteiltigt. Ansonsten ist das Russische Netzwerk jedoch bei aller ähnlichkeit an den kritischen Stellen erheblich angenehmer und wäre bei einer Überwachungs sensibillisirten Öffentlichkeit wie in Russland schon im Ansatz mit einigen Frechheiten von FB gescheitert. Heute ist das inzwischen auch auf Deutsch funktionierende Netzwerk mit ueber 150 Million Usern Marktführer im Osten. Es hat definitiv die beste Musikauswahl und den genialsten Player. Wer russisch spricht hat zwar immer noch vorteile aber im direkten Vergleich mit FB versucht VK nicht ständig in meine Privatsphaere einzudrigen und mir den Spass am Netz wegzuregeln.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.