Sparmaßnahme: "Space Night" testet Gema-freie Musik

Der Aufschrei der Fans war groß: Angeblich aus Spargründen wollte der Bayerische Rundfunk die Sendereihe "Space Night" einstellen, die Gema-Gebühren für die Musik seien zu hoch. Nun setzt der Sender auf musikalische Alternativen.

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München - Die Hypnose-Sendung "Space Night" des Bayerischen Rundfunks (BR) soll künftig mit Gema-freier Musik unterlegt werden. Am kommenden Montag zeigt der BR die Serie auf BR-alpha mit einer alten Folge aber neuer Musik. Dabei will der BR Musiktitel für den Neustart der Sendung im Herbst testen.

Der Sender greift nun auf Gema-freie Musik zurück. Alle Titel seien von "Space Night"-Fans vorgeschlagen worden, teilte der BR am Freitag in München mit. Ab dem Osterwochenende, soll die "Space Night" zusätzlich im Bayerischen Fernsehen zu sehen sein.

Anfang Januar hatte der BR noch angekündigt, die Fernsehsendung, die mit Musik unterlegte Filme aus dem All zeigt, aus dem Programm nehmen zu wollen. Als Grund gab der Sender gestiegene Kosten aufgrund einer Gema-Gebührenreform an. Künftig hätten allein die Musikrechte für die Serie Millionen Euro gekostet, hieß es. Zudem war die "Space Night" beinahe 20 Jahre im Programm, so dass der Sender eine Modernisierung beabsichtigte.

Eine hartnäckige Fangemeinde hatte gegen die Absetzung protestiert und dem BR vorgeschlagen, Gema-freie Musik einzusetzen. Kurz darauf hieß es von Seiten des Senders, man habe sich mit der Gema geeinigt und den Status der "Space Night" geklärt. Doch offenbar will der Sender nun ganz auf lizenzpflichtige Stücke verzichten.

Der Leiter des Bereichs Planung und Entwicklung des Bayerischen Fernsehens, Andreas Bönte, freut sich über die Resonanz aus dem Netz. "Im Internet hat sich eine Community gebildet, die uns unterstützt", sagte Bönte. "Wir setzen weiter auf die Kreativität unserer Fans."

ore/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Freie Musik ist nicht fair
teutoniar 22.02.2013
Mich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
2. Natürlich
lmike 22.02.2013
Zitat von teutoniarMich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
bekommt der BR keine GEZ-Gebühr. Die gab es nur bis 31.12.2012. Die Neusprechvariante heisst ja Rundfunkbeitrag. Hier können sich jedoch zwei Ideen treffen. Geld vor der GEMA schützen und freie Musik fördern. Sind die Urheber der Musik für den Zuschauer ersichtlich wirkt das eben wie Werbung. Es ist eine Win-Win-Situation für die GEMA-Freiheit.
3. Der jetzige Zustand ist unhaltbar.
Arckenheidt 22.02.2013
Zitat von teutoniarMich würden mal die konkreten Summen interessieren. Freie Musik schön und gut, aber dort ist es ja so, dass der BR durch das Senden dieser Musik keinen Cent an die Künstler zahlt, die diese Musik mühsam produziert haben. So fair finde ich das jetzt auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, dass der BR keine GEZ-Gebühren bekommt.
Es muss einfach mehrere Verwertungsgesellschaften in Konkurrenz untereinander geben. So weit ich weiß, müssen die Künstler, die sich an die GEMA binden, dort eine Art Knebelvertrag unterschreiben. Es ist einfach an der Zeit, dass der Laden Konkurrenz bekommt. Wenn die GEMA dazu gezwungen ist, ihre Vertragsbedingungen zu veröffentlichen und sich den Vergleich mit anderen Anbietern gefallen lassen muss, dann erst haben wir gesunde Verhältnisse. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
4.
teutoniar 22.02.2013
Zitat von ArckenheidtEs muss einfach mehrere Verwertungsgesellschaften in Konkurrenz untereinander geben. So weit ich weiß, müssen die Künstler, die sich an die GEMA binden, dort eine Art Knebelvertrag unterschreiben. Es ist einfach an der Zeit, dass der Laden Konkurrenz bekommt. Wenn die GEMA dazu gezwungen ist, ihre Vertragsbedingungen zu veröffentlichen und sich den Vergleich mit anderen Anbietern gefallen lassen muss, dann erst haben wir gesunde Verhältnisse. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
Lassen wir den GEMA-Hass mal beiseite. Mein Punkt war: Warum soll der BR für seine Musik nichts (!) bezahlen, wenn er doch genau für solche Dinge nicht geringe GEZ-Gebühren bekommt?
5. Sinn?
Arckenheidt 22.02.2013
Zitat von teutoniarLassen wir den GEMA-Hass mal beiseite. Mein Punkt war: Warum soll der BR für seine Musik nichts (!) bezahlen, wenn er doch genau für solche Dinge nicht geringe GEZ-Gebühren bekommt?
Warum soll der BR ausgerechnet die GEMA unterstützen? Wäre es nicht sinnvoller, beim Aufbau alternativer Strukturen mitzuwirken? Wie gesagt: Fällig ist das so oder so, und durch langes Hinauszögern wird es nicht billiger.
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