Spam-Mails per Radio Sakraler Müll

Keiner will sie, aber fast jeder bekommt sie: Spam-Mails, de von Firmen massenhaft über das Internet verschickt werden. Ein britisches Medienprojekt erhebt den Datenmüll jetzt zur Kunstform.


Sie werben für obskure Geldanlagen, lebensverlängernde Maßnahmen oder Pornografie und landen meist ungelesen im elektronischen Papierkorb. Unter "www.spamradio.com" entlocken zwei Briten dem Datenmüll jetzt ungeahnte Qualitäten: Sie machen Internet-Radio daraus. Eine monotone Männerstimme trägt die Texte vor, im Hintergrund spielt elektronische Musik.

"Spam ist völlig nutzlos. Wir wollten daraus Unterhaltung machen und gleichzeitig zeigen, wie dumm die Spam-Mails sind", beschreibt Ian Morrison, einer der Macher, das Projekt. Das Ganze funktioniert automatisch: Eine Computerstimme liest alle Spam-Mails vor, die bei den Machern eingehen. So klingen die ­ bisher nur englischen ­ Massen-Mails meditativ und fast schon sakral.

Zumindest beim ersten Hinhören. Denn Spamradio strotzt vor britischer Ironie: "Manchmal bekommen wir Spam, der die normalerweise schon hohe Qualität von Müll-Mails noch übertrifft" ­ so werden die Highlights der bisherigen Sendungen angekündigt. Da gibt es dann zum Beispiel "Heiligen Spam" zu hören, von ganz oben: "Gott will, dass du dieses Produkt kaufst."



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