Wenn nicht über das Parlament, dann eben über die Länderkammer: Die in Hamburg regierende SPD will mit einer Bundesratsinitiative klären, wie weit private W-Lan-Betreiber ihren Anschluss absichern müssen. Bislang eröffnet die überwiegende Rechtsprechung Abmahnanwälten ein lukratives Betätigungsfeld. Denn jeder trägt die volle Verantwortung für illegale heruntergeladene Daten - auch wenn der Anschlussbesitzer selbst nicht aktiv wurde.
Der netzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Hansjörg Schmidt erklärte, die Abmahnungen legten völlig überzogene Streitwerte zugrunde. "Wir wollen die Rechtsunsicherheit für W-Lan-Betreiber durch die Störerhaftung beseitigen und somit die Hürde für private W-Lan-Initiativen, ob nun in Cafés oder durch Freifunker und Nachbarschaftsinitiativen, absenken", so der Politiker.
Auch die rot-schwarze Koalition in Berlin setzt sich für die Befreiung von Betreibern freier W-Lans "wie zum Beispiel Nachbarschaftsinitiativen, lokale Funkdatennetze oder Kommunen" von den derzeitigen haftungsrechtlichen Risiken ein.
Allerdings steckt der Teufel im Detail. Im Text des im Berliner Abgeordnetenhaus eingereichten Antrages heißt es: "Eine Haftung für unbefugte Nutzer soll jedenfalls dann nicht eintreten, wenn erforderliche technische Schutzmaßnahmen ihrem Zweck entsprechend wirksam gegen eine unbefugte Drittnutzung des Zugangs eingesetzt worden sind."
Was nichts anderes als den Einsatz einer Filtersoftware bedeuten würde. Eine Position, die von der Nutzer-Lobby "Digitalen Gesellschaft" kritisiert wird. Ihnen zufolge enthielten die Vorschläge aus Berlin und Hamburg immer noch Vorbehalte, nach denen unter bestimmten Bedingungen doch eine Haftung für W-Lan-Betreiber gelten würde: "Das wäre aber doch wieder eine Hintertür für Abmahnungen und Filterpflichten."
Die Initiative sei eine "gute Idee mit gefährlichen Schwächen". Denn der Vorschlag verzichte nicht auf Filterpflichten für W-Lan-Betreiber. "Nach dem SPD-Vorschlag sollen sie stattdessen nicht näher beschriebene, aber technisch sinnlose Sperrtechniken benutzen, um sich von der Haftung zu befreien", so das Fazit.
Al-Dschasiras Webseite gehackt
Mutmaßlich syrische regimetreue Hacker haben am Dienstag den Internet-Auftritt des arabischen Senders Al-Dschasira gehackt und lahmgelegt. Zwischenzeitlich erschien unter der Web-Adresse eine syrische Flagge sowie der Hinweis, dies sei eine Antwort "auf die Position des Senders gegen das syrische Volk und die syrische Regierung". Verantwortlich habe sich eine Gruppierung namens "al-Rashedon" gezeichnet, so Reuters. Von der Attacke scheint nur die arabischsprachige Version der Webseite betroffen zu sein, diese war am Mittwoch vormittag nicht zu erreichen. Hingegen funktionierte die englischsprachige Ausgabe ohne Probleme.
iPhone könnte neue Kopfhörer bekommen
Das sechste iPhone wirft seine Schatten voraus: So behauptet die vietnamesische Seite Tinhte.vn, im Besitz von neu designten iPhone-Kopfhörern zu sein und zeigt ein entsprechendes Video. Die Ohrstöpsel sollen demnach in Vietnam gefertigt worden sein. Auffällig sind die zwei Schallauslässe in unterschiedlicher Größe. Eine englische Übersetzung mit den wichtigsten Aussagen findet sich auf Macrumors. Zwar könne man nicht für die Authentizität des Videos bürgen, so die Amerikaner, aber Tinhte.vn habe bereits zuvor recht zuverlässig über Prototypen kommender Apple-Geräte berichtet..
Kopierschutz klemmt Übertragung des Hugo-Award ab
Was passiert, wenn DRM-Mangement automatisiert wird, konnten Science-Fiction-Fans erleben, als sie am Sonntag die Verleihung eines der wichtigsten Preise, die Hugo-Awards, in einem Livestream verfolgen wollten.
Als der britische Autor Neil Gaiman für seinen Beitrag zur TV-Serie "Doctor Who" ausgezeichnet werden sollte, klemmte Dienstleister Ustream die Leitung ab. Bei der Verleihung wurden Ausschnitte aus der Serie gezeigt, mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber. Da die Bots aber automatisiert bei jedem Hinweis auf geschütztes Material den Stream unterbrechen, gab es statt eines Livestreams nur diesen Hinweis: "Gesperrt wegen Urheberrechtsverletzung".
Die Bots kommen von der Firma Vobile - die in einem Statement von Ustream auch als schuldige Partei genannt werden. Ustream entschuldigte sich und erklärte, nicht mehr mit Vobile zusammenarbeiten zu wollen.
Bei Io9.com wird ein bitteres Fazit gezogen: "Unsere Fähigkeit zur Übertragung war vollkommen von schlecht programmierten Bots abhängig. Und nachdem die Bots einmal ihre Fehlentscheidung getroffen hatten, gab es absolut nichts mehr, um den Stream neuzustarten. Roboter haben eine legitime Übertragung gekillt. Willkommen in der Gegenwart."
Auch das noch:
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