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SPIEGEL ONLINE exklusiv: Die Anatomie der Schlapphüte

In seinem neuen Buch "NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt" enthüllt der Bestsellerautor James Bamford die Machenschaften der US-Spione. SPIEGEL ONLINE veröffentlicht vorab Auszüge aus dem Buch - exklusiv.

"No such agency" - eine derartige Behörde existiert gar nicht: Kaum eine anderer Ausspruch umschreibt das Wesen der NSA, der sagenumwobenen Spionageorganisation der USA, treffender. Seit rund 50 Jahren belauschen die Schnüffler im Staatsdienst Feind und manchmal auch Freund, doch noch Anfang der siebziger Jahre wurde die Existenz der Behörde von den Amerikanern vehement bestritten.

Mit Hilfe von Horchposten, die rund um den Globus, unter Wasser und im All platziert sind, fängt die NSA alle für sie relevanten Daten ab - Telefonate, Funksprüche, mittlerweile natürlich auch E-Mails. Wie das genau funktioniert und wie es hinter den Kulissen der Behörde aussieht, berichtet James Bamford, ein intimer Kenner der NSA, in seinem dieser Tage in den USA erscheinenden Buch "Body of Secrets".

Demnach ist in Crypto City, der NSA-Zentrale im US-Bundesstaat Maryland, längst nicht alles Gold, was glänzt. Wer die durch Erdwälle und dicke Bäume getarnte Geheimabfahrt des Highways zwischen Washington und Baltimore nimmt, wer sich an Stacheldrahtgebirgen sowie hydraulischen Lastwagensperren vorbei mogelt und auch die schwer bewaffneten "Men in Black" hinter sich lässt, stößt auf einen mitunter, so Bamford, chaotischen Haufen.

Crypto City: Geheimnisse hinter Stacheldraht
NSA

Crypto City: Geheimnisse hinter Stacheldraht

Egal ob Kuba-Krise, Vietnam oder die jüngste Notlandung eines Spionageflugzeugs in Hainan - immer hatte die NSA ihre Finger im Spiel. Und oftmals lief, wie der NSA-Experte schreibt, nicht alles nach Plan. Dabei arbeiten in Maryland die hellsten Köpfe, die besten Analytiker des Landes. Unterstützt werden sie von den leistungsfähigsten Rechnern der Welt. Um der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein, entwickeln die Schlapphüte mittlerweile ihre eigenen Rechner.

Soviel Wissbegierde bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Besonders das Suchprogramm "Echelon", das den über die Fernsprechsatelliten laufenden Nachrichtenverkehr abhört, ist den Europäern ein Dorn im Auge. Verstöße gegen den Datenschutz, vor allem aber Wirtschaftsspionage, wird den Amerikanern vorgeworfen. Bamford ist da anderer Meinung: "Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass die Behörde der Laufbursche der amerikanischen Wirtschaft ist."

US-Abhöranlage in Bad Aibling: Der NSA entgeht nichts
AP

US-Abhöranlage in Bad Aibling: Der NSA entgeht nichts

Bamford, der bereits 1982 im Besteller "The Puzzle Palace" die Aktivitäten der größten Spionageorganisation der Erde beschrieben hat, konnte im Zuge seiner Recherchen hochgeheime Dokumente einsehen und sich mit vielen Zeitzeugen unterhalten. Die deutsche Ausgabe von "Body of Secrets" erscheint am 10. Mai unter dem Titel "NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt" im C. Bertelsmann Verlag. SPIEGEL ONLINE veröffentlicht exklusiv Auszüge aus dem Buch.

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