In eigener Sache Fliegende Katze schlägt Weltuntergang

7,9 Millionen Mal wurden SPIEGEL-ONLINE-Texte im Jahr 2012 in sozialen Netzwerken geteilt - so oft wie von keiner anderen deutschen Nachrichten-Webseite. Das fanden Forscher heraus. Lesen Sie hier, welche Texte die meisten Likes und Tweets abbekamen.


Herzlichen Glückwunsch, liebe Leserinnen und Leser, Sie sind offenbar besonders fleißige Twitterer und Nutzer von Facebook oder Google+. Denn die Nachrichten und Geschichten auf SPIEGEL ONLINE werden häufiger getwittert und gepostet als die anderer Nachrichtenseiten in Deutschland. Das haben Forscher der Technischen Universität Darmstadt herausgefunden. Mit etwas Abstand folgen die Artikel von Bild.de, die restliche Konkurrenz ist in den sozialen Medien wesentlich schwächer vertreten.

Für die Studie "Social Network Usage in Germany" haben Oliver Hinz, Professor für Wirtschaftswissenschaft, und Thorsten Strufe, Professor für Informatik, 15 der reichweitenstärksten deutschen Nachrichtenseiten miteinander verglichen. Dabei kam heraus, dass im Jahr 2012 insgesamt 7,9 Millionen Mal Artikel von SPIEGEL ONLINE geteilt wurden, sei es auf Facebook, Twitter oder Google+. Die Inhalte von Bild.de wurden insgesamt 6,6 Millionen Mal auf diese Weise verbreitet. Erst mit Abstand folgen Welt.de mit 2,7 Millionen, Focus online mit 1,8 Millionen sowie Süddeutsche.de und faz.net mit jeweils rund 1,5 Millionen Empfehlungen.

Alle diese Medien haben laut den Wissenschaftlern zusammen 592.000 Artikel veröffentlicht, die 26,7 Millionen Mal in den sozialen Medien geteilt oder empfohlen wurden. Die vielen Likes und Tweets stammen allerdings überwiegend von den erfolgreichsten zehn Prozent der Artikel. Sie sorgen als Zugpferde in der Statistik für 78 Prozent aller Empfehlungen. 31 Prozent aller Artikel bekommen hingegen keine einzige Empfehlung.

Twitter gewinnt, Google+ schwächelt

Eigentlich wollten die Forscher mit der Studie herausfinden, wie sich die Nutzung der sozialen Netzwerke im Zeitverlauf ändert. Und da hat sich sogar im Laufe eines Jahres einiges getan: Der Anteil von Twitter stieg in der zweiten Jahreshälfte von vorher 17 Prozent auf gut 20 Prozent, während der Anteil von Facebook von fast 82 Prozent auf 78 Prozent sank. Google+ konnte seinen Marktanteil nahezu verdoppeln, blieb aber weiterhin mit 1,8 Prozent für dieses Anwendungsfeld unbedeutend - zumindest, was die Verbreitung von Nachrichten betrifft.

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Kunstprojekt: Die Rotorkatze
Dass die sozialen Netzwerke unterschiedlich stark genutzt werden, zeigt sich übrigens auch an den einzelnen Texten von SPIEGEL ONLINE, die besonders oft geteilt und empfohlen werden. Sehr beliebt in den sozialen Netzwerken war zum Beispiel ein Text aus dem Juni über einen Mann, der einen Hubschrauber aus einer toten Katze gebaut hatte. Der Artikel wurde 417-mal getwittert, kommt aber auf sage und schreibe 37.000 Facebook-Empfehlungen; dagegen stehen jedoch nur 106 Postings auf Google+.

Geteilter Weltuntergang ist halber Weltuntergang

Ebenfalls ein Highlight in den sozialen Netzwerken war unser Live-Ticker zum ausgebliebenen Weltuntergang am 21. Dezember. Getreu dem Motto "geteilter Weltuntergang ist halber Weltuntergang" brachten es die Leser gemeinsam auf 679 Tweets, 18.000 Facebook-Empfehlungen und immerhin 253 Postings auf Google+.

Übrigens sind es eher die bunten Nachrichten, die Rekorde in den sozialen Netzwerken aufstellen: Besonders oft erwähnt wurde zum Beispiel ein Text über eine sächsische Touristin, die versehentlich eine Reise nach Bordeaux statt nach Porto gebucht hat, oder ein Bericht über eine Rentnerin in Spanien, die ein Jesus-Fresko dilettantisch restaurierte und damit berühmt wurde.

Eine potentiell viel größere Zielgruppe haben natürlich die Texte auf SPIEGEL ONLINE International, denn die erscheinen auf Englisch. So wurde ein Interview mit dem Nobelpreisträger Mohamed ElBaradei fast 3700 Mal getwittert und 56.000 Mal auf Facebook empfohlen.

Allerdings handelt es sich bei den "Empfehlungen" keinesfalls nur um Jubel-Tweets oder Werbe-Postings. Die Texte werden zwar mit anderen Nutzern geteilt, in den jeweiligen Kommentaren dazu aber sowohl gelobt als auch hart kritisiert. Wir freuen uns übrigens über beides und bedanken uns für jeden Tweet.

Das dürfen Sie gerne twittern.

juh



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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
dalethewhale 14.01.2013
1. da bin ich froh
das ich zu den besonders fleissigen Twitter Und Facebook User gehöre....oh mein Gott ..in welche nutzlosigkeit diese Welt verfällt...
WernerT 15.01.2013
2. Dreiviertel der G Meldungen
Sind von Medienunternehmen selber gepusht und werden JEDEM angezeigt.
thomas.b 15.01.2013
3. Gratulation
Glückwunsch, SPON! Leider ist der kleinste gemeinsame Nenner eurer Leserschaft wieder kein weltbewegender, aber trotzdem weiter so.
chalchiuhtlicue 15.01.2013
4.
Ich bin sicher, daß das "Teilen" von SPON-Meldungen in "sozialen Netzwerken" ein Zeichen für hervorragenden Journalismus ist und nicht ein Zeichen dafür, daß SPON auf BILD-Zeitungsniveau angekommen ist! LOL
mr.ious 15.01.2013
5. Genau
Zitat von chalchiuhtlicueIch bin sicher, daß das "Teilen" von SPON-Meldungen in "sozialen Netzwerken" ein Zeichen für hervorragenden Journalismus ist und nicht ein Zeichen dafür, daß SPON auf BILD-Zeitungsniveau angekommen ist! LOL
Und gelobt sei was Strukturvertrieb ist, denn das verstehen die Verlage wenigstens. Auf die Social-Webs und dern irgendwann vielleicht abschöpfbaren Poster.
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