Musik-Streaming-Dienst: Spotify erwägt angeblich Videoangebot

Will Spotify sein Geschäftsfeld erweitern? Einem Medienbericht zufolge will der Musik-Streaming-Dienst bald auch Videos anbieten, sogar eigene Filme oder Serien produzieren. US-Medien nehmen die Meldung kritisch auf.

Streaming-Dienst Spotify: Einstieg ins Video-Geschäft? Zur Großansicht
AFP

Streaming-Dienst Spotify: Einstieg ins Video-Geschäft?

Die amerikanische Nachrichtenseite "Business Insider" beruft sich auf zwei ungenannte Quellen, die mit den Plänen von Spotify vertraut sein sollen. Ihnen zufolge sucht der Dienst derzeit nach Partnern, die ihm beim Finanzieren und Produzieren exklusiver Videoinhalte helfen sollen. Mit einer aufwendigen Eigenproduktion hatte zuletzt das Video-on-Demand-Portal Netflix für Aufsehen gesorgt: Der Dienst, der in den Neunzigern als DVD-Verleih angefangen hat, veröffentlichte im Februar die hochgelobte Serie "House of Cards".

"Business Insider" schreibt, Spotifys ursprüngliche Idee sei es gewesen, mit seinem Musik-Streaming-Angebot so populär zu werden, dass man in Verhandlungen mit den Musikverlagen die Bedingungen vorgeben kann. Dies habe aber, vor allem wegen der großen Konkurrenz im Musik-Streaming-Geschäft, nicht geklappt. Noch immer sei Spotify stärker auf die Labels angewiesen als umgekehrt. Die Margen seien entsprechend gering. Nach dem Vorbild von Netflix könnten eigene Videoproduktionen eine Möglichkeit sein, dieses Problem zu lösen.

Zweifel werden laut

Unklar ist, wie viel Substanz im Bericht des "Business Insider" steckt. Der Technikdienst "Cnet" kommentiert, die Einführung eines Videodienstes passe nicht wirklich zu Interview-Aussagen von Daniel Ek. Der Spotify-Geschäftsführer habe erst kürzlich betont, seine Firma konzentriere sich auf das Thema Musik. Autor Paul Sloan ist deshalb überzeugt, dass ein Angriff Spotifys auf Netflix "nicht bald" stattfinden werde.

Auch "VentureBeat" bezeichnet den "Business Insider"-Bericht als "ein wenig zweifelhaft". Spotify gebe schon so viel Geld für Musikrechte aus, dass Spitzen-Videoinhalte wohl außer Reichweite seien. "VentureBeat" kann sich eher eine Expansion im Bereich Live-Konzerte und Musikvideos vorstellen. Von Spotify selbst heißt es laut "VentureBeat", das Unternehmen kommentiere keine Gerüchte. Spekulationen, dass Spotify mit dem Videogeschäft liebäugelt, hatte es bereits 2011 gegeben.

Spotify zählt in den USA, aber auch in Deutschland zu den populärsten Anbietern für Musik-Streaming. Nach eigenen Angaben kommt der Dienst weltweit auf rund 24 Millionen Nutzer. Sechs Millionen davon haben die kostenpflichtige Version des Angebots abonniert.

mbö

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1. hab den service
hinzkunz001 26.03.2013
Zitat von sysopWill Spotify sein Geschäftsfeld erweitern? Einem Medienbericht zufolge will der Musik-Streaming-Dienst bald auch Videos anbieten, sogar eigene Filme oder Serien produzieren. US-Medien nehmen die Meldung kritisch auf. Spotify erwägt angeblich Videoangebot - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/spotify-erwaegt-angeblich-videoangebot-a-890941.html)
getestet und finder der ist schlecht, jedenfalls wenn es um meinen Musikgeschmack geht. ich hatte die premium version fuer 30 tage zum testen.
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  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.

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