Urheberrechte Musikverlag verklagt Spotify auf Milliarden

Das Geschäft von Spotify läuft, aber Künstler und Musikverlage bekommen von dem Erfolg des Streamingdienstes wenig ab, heißt es in der Klage eines großen US-Verlags. Die Kläger stellen eine teure Rechnung auf.

Musiker Neil Young
DPA

Musiker Neil Young


Mit einer Milliardenklage geht ein großer Musikverlag in den USA gegen den Streamingdienst Spotify vor. Wixen Music Publishing hält unter anderem die Rechte an Songs von Neil Young, The Doors und Santana. Nun wirft er Spotify eine Verletzung seiner Urheberrechte vor. Der schwedische Branchenprimus soll Lieder verwendet haben, ohne Lizenzgebühren an Wixen abzuführen.

Die Klage wurde vergangene Woche bei einem Bundesgericht in Los Angeles eingereicht. "Während Spotify ein Milliardenunternehmen geworden ist, haben Songschreiber und ihre Verlage wie Wixen nicht fair und rechtmäßig vom Erfolg von Spotify profitiert", heißt es in der Klageschrift. "In vielen Fällen hat Spotify ihre Musik ohne Lizenz und ohne Vergütung benutzt."

Der Verlag führt fast 11.000 Songs auf, die Spotify unrechtmäßig verwendet haben soll. Für jedes Lied verlangt Wixen eine Entschädigung in Höhe von 150.000 Dollar (125.000 Euro) - zusammengerechnet wären das mindestens 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro).

Künstler begehren auf

Bereits im Mai hatte Spotify im Streit um Verwertungsrechte einen Fonds in Höhe von 43,45 Millionen Dollar eingerichtet, um eine Sammelklage von Musikern abzuwenden. Wixen bezeichnet diesen Deal als vollkommen unzureichend.

Spotify ist die unangefochtene Nummer eins auf dem Markt für Musik-Streamingdienste. Im Sommer knackte der Anbieter nach eigenen Angaben die Marke von 60 Millionen zahlenden Nutzern. Bereits seit Jahren beschweren sich aber auch Künstler, dass der Dienst sie nicht angemessen für die Abrufe ihrer Lieder entlohnt - darunter auch Superstars wie Popsängerin Taylor Swift. Die hatte aber nach über zweieinhalbjährigem Boykott im Sommer 2017 alle ihre Alben wieder auf Spotify zugänglich gemacht.


Und wie sieht es mit den Spotify-Nutzern aus? Lohnt sich ein Streaming-Abo überhaupt - oder sollten wir doch lieber wieder kaufen? Antworten im SPIEGEL-ONLINE-Podcast Netzteil:

Tech-Podcast Netzteil #7: "Und wenn Spotify und Netflix dicht machen?" Streamen vs. Besitzen

gru/afp



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.