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Musik-Streaming: Universal stört sich an kostenloser Spotify-Variante

Spotify-Logo: Die meisten Nutzer nutzen die Kostenlos-Variante mit Werbung Zur Großansicht
AFP

Spotify-Logo: Die meisten Nutzer nutzen die Kostenlos-Variante mit Werbung

Universal wünscht sich höhere Abonnentenzahlen für Spotifys Bezahlangebot. Der Musik-Marktführer fordert daher, die kostenlose Variante des Dienstes stärker einzuschränken.

Drei von vier Hörern nutzen die kostenlose Variante des Streaming-Dienstes Spotify - das soll nach den Vorstellungen des Musikkonzerns Universal anders werden. Laut einem Bericht der "Financial Times" vom Wochenende setzt das größte der drei Major-Labels Spotify in aktuellen Vertragsverhandlungen unter Druck.

Universal will Einschränkungen bei der Kostenlos-Variante von Spotify durchsetzen, um mehr Hörer zum Bezahldienst Premium zu lotsen. Nach eigenen Angaben hat Spotify 60 Millionen Nutzer, darunter 15 Millionen Premium-Abonnenten. Das 2006 in Stockholm gegründete Streaming-Angebot ist in 56 Ländern nutzbar.

Nach eigenen Angaben gibt Spotify 70 Prozent seines Umsatzes an die Musiklabel zurück - 2014 soll so eine Summe von einer Milliarde Dollar zusammengekommen sein. Pro Songabruf geht Berichten zufolge weniger als ein Cent an den jeweiligen Künstler.

Spotify will an seinem Modell festhalten

Die "Financial Times" zitiert eine Universal nahestehende Person: "Die Marktdaten sprechen für sich: Der Schlüssel zum Erfolg für Künstler, Verbraucher und auch für Spotify ist ein Angebot, das mehr Nutzer vom kostenlosen zum kostenpflichtigen Angebot herüberzieht."

Spotify dagegen will sein bisheriges Geschäftsmodell nicht ändern. Das Unternehmen glaubt nicht daran, dass sein Kostenlos-Angebot bei stärkeren Einschränkungen für die Hörer noch attraktiv wäre.

Die Bedenken sind nachvollziehbar, denn schon jetzt bietet die Kostenlos-Variante kein ungetrübtes Hörvergnügen: Der Nutzer darf zwar unbegrenzt Musik konsumieren, aber nur online, mit eingeschränkter Klangqualität und auf mobilen Geräten nur in einer Art Zufallsmodus. Dazu kommen mehrmals pro Stunde auffällig laut zugespielte Werbeunterbrechungen. Universal will nun, dass zumindest die Zeit, in der man kostenlos Musik hören kann, begrenzt wird.

Mit seinem werbefinanzierten Kostenlos-Angebot steht Spotify mittlerweile fast allein auf weiter Flur. Kostenlos streamen kann man noch beim Konkurrenten Deezer, zu ähnlichen Bedingungen. Andere Mitbewerber wie Simfy, Napster und Juke haben keine Gratisangebote mehr und bieten nur noch Probeabos mit voller Funktionalität an, mit 14 oder 30 Tagen Laufzeit. Angebote wie Soundcloud und Bandcamp erlauben zwar kostenloses Streaming, verstehen sich aber nicht als Plattform für bekannte Künstler.

abr

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Nichts ist kostenlos im Netz
silesian 23.03.2015
Spotify erzielt Einnahmen mit der Werbung. Also sind auch hier Gelder für die Künstler vorhanden. Wohl bemerkt: für die Künstler, es sollte nicht unbedingt Universal profitieren. Streaming ist nach der verkauften LP, danach CD jetzt schon die DRITTE Verwertung der gleichen Aufnahme.
2. youtube
brehn 23.03.2015
Naja, solange es Youtube gibt, Proxyserver und die Möglichkeiten die Audiospur aus Youtube-Titeln zu rippen, wird mir nicht ganz klar, wie solche Plattformen überhaupt überleben können.... EDIT: zumal die Streamerei (Musik und Filme) mit den geplanten Volumentarifmodellen unserer Internetanbieter sowieso nicht mehr zusammenpassen wird....
3. brehn
mipez 23.03.2015
Sie haben den Sinn vom Streaming (unabhängig davon, ob man es gut findet) nicht verstanden. Unabhängig von Endgerät, das steht dahinter. Wenn Sie irgendwo etwas herunterladen, müssen Sie es zwangsweise an ein Endgerät binden. Im Übrigen ist Youtube die letzte Quelle, die man für "Musik"-Downloads benutzen sollte - miserable Qualität durch die x-malige Konvertierung (vor allem, da es nicht einmal die einfachste Variante ist).
4. soso
brehn 23.03.2015
Zitat von mipezSie haben den Sinn vom Streaming (unabhängig davon, ob man es gut findet) nicht verstanden. Unabhängig von Endgerät, das steht dahinter. Wenn Sie irgendwo etwas herunterladen, müssen Sie es zwangsweise an ein Endgerät binden. Im Übrigen ist Youtube die letzte Quelle, die man für "Musik"-Downloads benutzen sollte - miserable Qualität durch die x-malige Konvertierung (vor allem, da es nicht einmal die einfachste Variante ist).
jaja ich habs nicht verstanden, soso. Mir ist es noch nicht untergekommen, dass die MP3 aus dem Youtube-Video an ein Endgerät gebunden war. (vielleicht wollen sie das nochmal erläutern). Weiterhin ist es größtenteils egal, welche qualität die MP3 nun im Detail haben mag, wenn ich sie mir hauptsächlich über mein Smartphone oder über meinen PC anhöre. Wenn man hohe qualität möchte ist man im übrigen auch mit den streaming-diensten nicht gut beraten..... für richtige enthusiasten bringts halt nur die LP :)
5.
darksystem 23.03.2015
Zitat von brehnjaja ich habs nicht verstanden, soso. Mir ist es noch nicht untergekommen, dass die MP3 aus dem Youtube-Video an ein Endgerät gebunden war. (vielleicht wollen sie das nochmal erläutern). Weiterhin ist es größtenteils egal, welche qualität die MP3 nun im Detail haben mag, wenn ich sie mir hauptsächlich über mein Smartphone oder über meinen PC anhöre. Wenn man hohe qualität möchte ist man im übrigen auch mit den streaming-diensten nicht gut beraten..... für richtige enthusiasten bringts halt nur die LP :)
Ich weiß ja nicht was für Kopfhörer an Ihrem Smrtphone hängen oder Boxen am PC... aber bei mir klingt YouTube-Qualität als würde ich mit einem Kochlöffel auf einen Topf schlagen. Und dafür brauchts keine LP. Eine simple CD reicht schon aus damit auch jeder Nicht-Enthusiast den Unterschied sofort hört. Der Unterschied zwischen 96/128kbit MP3s und Bitraten >300 ist ebenfalls "deutlich" hörbar. Keine Ahnung wie man damit zufrieden sein kann....
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