Sprachsteuerung: Japan bekommt Siri-Konkurrenz für Android

Noch bevor Apple seine Sprachsteuerung Siri in Japan starten kann, will der Provider NTT Docomo ein Konkurrenzprodukt in der Landessprache für Android auf den Markt bringen.

Smartphones von NTT Docomo (Archivbild): Siri kommt dann später Zur Großansicht
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Smartphones von NTT Docomo (Archivbild): Siri kommt dann später

Der japanische Mobilfunkanbieter NTT Docomo hat Apple ein Schnippchen geschlagen: Am 1. März will das Unternehmen Shabette Concier veröffentlichen, eine Sprachsteuerung für Android-Handys, die auch Japanisch versteht.

NTT Docomo ist Japans einziger großer Mobilfunkanbieter, der kein iPhone im Angebot hat. Die Spracherkennungssoftware soll offenbar potentielle iPhone-Käufer noch rechtzeitig auf ein Docomo-Smartphone umstimmen. Denn Apples Assistentensoftware Siri soll schon in den nächsten Wochen Japanisch und Chinesisch dazulernen.

Wie Siri soll auch Shabette Concier umgangssprachlich formulierte Fragen beantworten und Smartphone-Funktionen per Spracherkennung aktivieren können. Wie Siri suche auch Shabette Concier Antworten auf Nutzerfragen bei "führenden Inhalteanbietern" - bei Siri sind das zum Beispiel Wikipedia und Google. Wie Apple setzt auch NTT Docomo bei Shabette Concier auf die Kraft der Cloud: Die Software-Funktionen und die Stimmerkennung werden in einem Rechenzentrum angeboten, das jeweilige Smartphone ist für Shabette Concier nur ein Mikrofon mit Antenne.

An der Entwicklung könnte der japanische Videospiel-Hersteller Nintendo beteiligt gewesen sein - zumindest arbeiteten Nintendo und NTT Docomo bereits gemeinsam an einer Spracherkennung für die tragbare Spielkonsole Nintendo DSi.

Apple geht gegen Konkurrenz vor

Auch wenn sich das Bohei um Siri nicht jedem erschließt: Apple nimmt die Sprachsteuerung sehr ernst und versucht, die Konkurrenz fern zu halten. So wurde erst gestern bekannt, dass Apple den Rauswurf der britischen Sprachsteuerung Evi - in manchen Belangen Siri sehr ähnlich - aus dem App Store beschlossen habe.

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iPhone-Assistent Siri: "Ich kenne keine guten Witze!"
Ein Grund für die Siri-Aufregung: Apple könnte noch einiges damit vorhaben. Die Technik mag derzeit noch überflüssig und umständlich erscheinen, bald aber könnte sie tatsächlich Einzug in andere Unterhaltungsprodukte finden - allen voran in Apples vermutetes Fernsehprojekt. Ein möglicher Hinweis darauf war ein App-Store-Rauswurf im Februar: Apple zwang den Hersteller der Fernbedienungs-App tizi zu einem "Downgrade". Diese App wurde per Update nicht etwa erweitert, sondern um eine ihrer schönsten Funktionen beschnitten, die Sprachsteuerung des Fernsehprogramms.

fkn

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  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.



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