Cyber-Attacke: Südkorea verfolgt Hacker-Spur nach China

Koreanische Behörde für Internetsicherheit in Seoul: Suche nach den Hackern Zur Großansicht
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Koreanische Behörde für Internetsicherheit in Seoul: Suche nach den Hackern

An vielen Geldautomaten ging nichts mehr, auf einigen Bildschirmen erschienen Totenköpfe - der Cyber-Angriff auf TV-Sender und Banken schreckte Südkorea am Mittwoch auf. Ermittler haben jetzt herausgefunden, dass die Täter für ihre Attacke eine chinesische IP-Adresse nutzten.

Seoul - Wer hat am Mittwoch wichtige Fernsehsender und Banken in Südkorea lahmgelegt? Die Behörden des asiatischen Landes haben Urheber des massiven Hacker-Angriffs noch nicht identifizieren können, allerdings gibt es erste Hinweise. Die Täter hätten eine chinesische IP-Adresse genutzt, "um die Server der sechs betroffenen Einrichtungen zu kontaktieren und die Schadsoftware zu installieren, die ihre Computer angriff", so ein Sprecher der südkoreanischen Behörde für Kommunikation.

Er betonte allerdings, dass der Angriff nicht unbedingt von China ausging, da eine chinesische IP-Adresse auch von Hackern aus anderen Ländern genutzt werden kann. Nach den Verantwortlichen werde weiter gesucht.

Am Mittwoch waren die Computer der Sender KBS, MBC und YTN, der Banken Shinhan und Nonghyu sowie eines auf Nordkorea spezialisierten Anbieters von Internetdiensten teilweise oder vollständig lahmgelegt worden.

Es war ein spektakulärer Ausfall: Am frühen Mittwochnachmittag, um Punkt 14 Uhr, wurden die Geldautomaten der Banken lahmgelegt und mit ihnen die Terminals für Kartenzahlungen in Cafés und Geschäften. In den Büros der führenden Fernsehender fielen die Bildschirme aus. Auf manchen Screens erschienen Totenköpfe. Das sei ein sicheres Zeichen dafür, dass Hacker Schadsoftware in südkoreanische Systeme eingeschleust hätten, sagte ein Sprecher der staatlichen Behörde für Informationssicherheit. Noch Stunden nach den Ausfällen im Computernetz des südkoreanischen Rundfunksenders war der Internetzugriff blockiert.

Fast reflexhaft fiel in Südkorea zunächst der Verdacht auf Nordkorea. Das kommunistische Nachbarland rüstet sich nach Einschätzung des südkoreanischen Geheimdienstes schon seit Jahren für einen Cyber-Krieg - auch wenn das Regime den eigenen Bürgern den Internetzugang verwehrt. Die Regierung in Seoul macht Pjöngjang nicht nur für Angriffe in den Jahren 2011 und 2012 verantwortlich. Auch eine massive tagelange Hacker-Attacke auf Dutzende Regierungs-Websites in den USA und Südkorea im Jahr 2009 ging nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums von Nordkorea aus.

Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärfen sich

Nordkorea selbst hatte vor einigen Tagen eine "anhaltende und intensive" Hacker-Offensive auf sein Land beklagt. Mehrere staatliche nordkoreanische Websites seien fast zwei Tage lang lahmgelegt habe. Die Schuldigen fand das Regime schnell: Südkorea und die USA seien verantwortlich.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich nach einem umstrittenen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember und dem dritten Atomtest des Landes im Februar spürbar verschärft.

Nordkorea macht seither mit immer neuen Provokationen auf sich aufmerksam - Kriegsdrohungen und Militärübungen gehören zum Alltag. Am 8. März kündigte Pjöngjang einseitig den Nichtangriffspakt mit Südkorea auf. Am Donnerstag drohte das Regime den USA erneut mit Angriffen auf ihre Militärstützpunkte in Japan und Guam.

Außerdem wurden offenbar die nordkoreanische Armee und die Bevölkerung in Alarmzustand versetzt, weil die Volksarmee sich mitten in Übungen befinde. Das habe der nordkoreanische Rundfunk berichtet, sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Vereinigungsministeriums in Seoul.

kgp/dpa/AFP

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1. Andere Methode
batmanmk 21.03.2013
Zitat von sysopAn vielen Geldautomaten ging nichts mehr, auf einigen Bildschirmen erschienen Totenköpfe - der Cyber-Angriff auf TV-Sender und Banken schreckte Südkorea am Mittwoch auf. Ermittler haben jetzt herausgefunden, dass die Täter für ihre Attacke eine chinesische IP-Adresse nutzten. Spur des Hackerangriffs in Südkorea führt nach China - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/spur-des-hackerangriffs-in-suedkorea-fuehrt-nach-china-a-890088.html)
"Auf manchen Screens erschienen Totenköpfe. Das sei ein sicheres Zeichen dafür, dass Hacker Schadsoftware in südkoreanische Systeme eingeschleust hätten, sagte ein Sprecher der staatlichen Behörde für Informationssicherheit." Warum liefen eigentlich nicht neongrüne Codezeichen quer über den Bilrschirm - das ist nämlich der einzig wahre Beweis für einen Hackerangriff. Zumindest wenn man einem leichtgläubigen und schlecht informniertem Volk irgendetwas weiß machen will...
2. Wir wissen nun also mit Sicherheit...
ratxi 21.03.2013
Zitat von sysopAn vielen Geldautomaten ging nichts mehr, auf einigen Bildschirmen erschienen Totenköpfe - der Cyber-Angriff auf TV-Sender und Banken schreckte Südkorea am Mittwoch auf. Ermittler haben jetzt herausgefunden, dass die Täter für ihre Attacke eine chinesische IP-Adresse nutzten. Spur des Hackerangriffs in Südkorea führt nach China - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/spur-des-hackerangriffs-in-suedkorea-fuehrt-nach-china-a-890088.html)
Wir wissen nun also mit Sicherheit, dass wir nichts wissen. Also kann es ja nur Nordkorea gewesen sein.
3. China könnte,
jayram 21.03.2013
wenn es denn wollte dem ganzen Spuk, ein Ende bereiten, aber der VR China gefällt es anscheinend wie sich Nord-Korea aufführt. Ausreichend Informations- und Nukleartechnik, scheint dieses Land, in dem ein großer Teil der Bevölkerung unterernährt ist, ja zur Verfügung zu haben. Woher wenn nicht vom großen Nachbarn? Selbst wenn die Quellen nicht in der VRC zu finden sind, trotzdem lebt dieses Nord-Korea vom großen Nachbarn. Die VRC treibt ein perfides Spiel und läßt die Menschen die Hunger haben, verkommen, und macht die Region unsicher.
4.
notty 21.03.2013
Zitat von sysopAn vielen Geldautomaten ging nichts mehr, auf einigen Bildschirmen erschienen Totenköpfe - der Cyber-Angriff auf TV-Sender und Banken schreckte Südkorea am Mittwoch auf. Ermittler haben jetzt herausgefunden, dass die Täter für ihre Attacke eine chinesische IP-Adresse nutzten. Spur des Hackerangriffs in Südkorea führt nach China - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/spur-des-hackerangriffs-in-suedkorea-fuehrt-nach-china-a-890088.html)
Die Ueberschrift soll glauben machen, dass es sich bei den Hackern um chinesische Hacker handeln soll. Es wird zwar im Text erwaehnt, dass es auch Nordkorea sein koennte, aber die Antichina-Saat ist gesaet. Vielleicht haette man noch erwaehnen muessen, dass Suedkorea verlautbaren liess, dass Nordkorea schon mehrmals solche chinesischen IP-Dummies benutzte...(!) Das Gleiche ist auch bei den angeblichen "Cyperangriffen Chinas auf die USA" wahrscheinlich, wo die wohl "offensichtlich daemlichen Chinesen" ihre IP-Adressen hinterlassen hatten, damit sie nur ja wieder durch den Kakao gezogen werden konnten.....was ja auch passierte... Ein Geschenk des Himmels.
5.
maxibutz 21.03.2013
Zitat von batmanmk"Auf manchen Screens erschienen Totenköpfe. Das sei ein sicheres Zeichen dafür, dass Hacker Schadsoftware in südkoreanische Systeme eingeschleust hätten, sagte ein Sprecher der staatlichen Behörde für Informationssicherheit." Warum liefen eigentlich nicht neongrüne Codezeichen quer über den Bilrschirm - das ist nämlich der einzig wahre Beweis für einen Hackerangriff. Zumindest wenn man einem leichtgläubigen und schlecht informniertem Volk irgendetwas weiß machen will...
Weil die bestimmt noch nie einen Matrix-Film gesehen haben und damit folglich auch nix hätten anfangen können, also die NKoreaner ... Die anderen vielleicht schon. Totenkopf versteht jeder!
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Fläche: 99.646 km²

Bevölkerung: 48,184 Mio.

Hauptstadt: Seoul

Staatsoberhaupt:
Park Geun Hye

Regierungschef: Chung Hong Won

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