Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Grafiken eines Fans: Das ist "Star Trek", echt?

Von

Für "Star Trek"-Fans: Einblicke in das Projekt "Minimal Trek" Fotos
Mark Gonyea

Die Serie "Star Trek" ("Raumschiff Enterprise") hat bis heute Millionen Fans. Einer hat die Folgen aus den Sechzigerjahren nun in knallbunten Grafiken zusammengefasst. Ein Hingucker auch für Nicht-Eingeweihte.

Wackelnde Sperrholzkulissen, stark geschminkte Aliens und Uniformen, die aus Geldmangel anfänglich halb in Heimarbeit hergestellt wurden: Als Ende der Sechzigerjahre alle Folgen der Sci-Fi-Serie "Star Trek" (in Deutschland: "Raumschiff Enterprise") abgedreht waren, konnte sich wohl niemand vorstellen, über wie viele Jahrzehnte das Projekt sein Publikum faszinieren würde.

Die Originalserie hat zahlreiche weitere Serien und ein Dutzend Kinofilme nach sich gezogen. Den minimalistischen Charme des Erstlings erreichten die Nachfolger dank immer üppigerer Computereffekte aber nicht mehr. Obwohl sich "Star Trek" heute leicht als TV-Trash abtun lässt, ist die Serie für viele Menschen zur Inspirationsquelle geworden.

Für Mark Gonyea zum Beispiel. Der amerikanische Grafikdesigner verpasste als Kind keine Folge von Kirks und Spocks Abenteuern. Als er später begann, sich mit künstlerischen Grafiken zu beschäftigen, war sein Ästhetik-Verständnis stark von den TV-Erlebnissen geprägt: Er mochte einfache Formen, kräftige Farben und starke Kontraste.

Ein Bild pro Folge

Nachdem Gonyea im Laufe der Jahre eine Reihe von Visualisierungen und Illustrationen geschaffen hatte, kehrte er mit seinem jüngsten Projekt zu der TV-Serie aus seinen Kindertagen zurück. Es heißt "Minimal Trek" und umfasst für jede der originalen "Star Trek"-Folgen ein Bild.

Die Idee: Die Handlung jeder Episode sollte in ein aussagekräftiges und zugleich ästhetisches Motiv destilliert werden. Herausgekommen ist eine Sammlung von 78 knallbunten Bildern. Jedes stellt in klarer, einfacher Formsprache den Handlungskern der jeweiligen Folge dar. Einblicke in das Projekt liefert unsere Fotostrecke.

Die Konzeption ist zweifellos von einer ähnlichen Umsetzung inspiriert. Vor zwei Jahren hatte der puerto-ricanische Künstler Juan Ortiz ebenfalls sämtliche "Star Trek"-Folgen bildlich umgesetzt. Allerdings inszenierte Ortiz jede Folge im Stil von Kinoplakaten der Sechziger- und Siebzigerjahre und imitierte die Darstellungsweisen damals bekannter Illustratoren.

Kickstarter-Spendenziel bereits erreicht

Gonyeas Umsetzungen unterscheiden sich durch ihre klaren Formen und Farben deutlich. Derzeit versucht der Designer, über Kickstarter eine ausreichende Anzahl von Interessenten zum Kauf von Postkarten und Postern zu mobilisieren. Sein durchaus bescheiden angesetztes Finanzierungsziel hat er gut zweieinhalb Wochen vor Ende der Kampagne bereits erreicht.

Im November sollen die gedruckten Motive dann an die "Star Trek"-Freunde ausgeliefert werden. Damit ist Gonyea noch rechtzeitig vor dem 50. Jubiläum der Serienstarts bereit. Fans können die Serie dann beim Betrachten der Poster noch einmal in Gedanken durchspielen. Außenstehende dagegen dürften kaum begreifen, was die Motive eigentlich darstellen sollen.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
brooklyner 21.08.2015
Schön abstrahiert und umgesetzt!
2. Ein Weggucker für Eingeweihte
Gaztelupe 21.08.2015
Da sag doch noch einer, Langeweile könne nicht spektakulär sein. Sie kann's. Derart gefühlloses, am Rechner zusammengeklicktes Zeug hat natürlich Konjunktur. Schön perfekt die Linien, die Flächen, kein menschlicher Strich, keine führende Hand mehr erkennbar – prächtig öde kann das digitale Zeitalter sein! So können die Illustrationen praktisch von jedem stammen: Austauschbar, jeden humanen Witz ausschließend, die Technologie preisend, den Betrachter, den Menschen also, verachtend. Hat was von Verwissenschaftlichung, von Angleichung durch alle Instanzen. Das wurde auch schon mal mit der Politik versucht, zum Wohle der Menschheit natürlich. Wenigstens das ist (vorerst) gescheitert. Vor ein paar Jahren nannte man solche Spielereien noch »Computergraphik«. Der Begriff vereinte fairerweise Interesse an neuen Technologien mit vernünftigem Abstand zu allem, was den Menschen verloren gehen lässt. Diese Illustrationen suchen die Nähe zu Letzterem. Nicht schön, so etwas zu sehen.
3.
h.weidmann 21.08.2015
Ein Hingucker? Ja, vielleicht, aber nicht AUCH für Nicht-Eingeweihte sondern eher NUR für Nicht-Eingeweihte. Na gut, ist Geschmackssache. Und zu Bild 3: Die Bildunterschrift suggeriert, es handelt sich um Spock. Ist aber wohl eher "The Keeper". Die männliche Figur des Keepers wurde übrigens von einer Frau - Meg Wyllie - gespielt.
4.
ishc 21.08.2015
Wieso der Strich nicht menschlich und von Hand geführt ist, weil er mittels Grafikprogramm gezogen wurde verstehe ich jetzt allerdings nicht. Vielleicht weil beim Vorposter die Fähigkeit logische Schlüsse zu ziehen ähnlich ausgeprägt ist wie sein künstlerisches Verständnis? Aber hey, vielleicht liege ich auch falsch und ein klassisches Stillleben mit Äpfeln oder ein schöner Vermeer sind tatsächlich viel pointierter und lebhafter als diese Technokratenkunst. Gerade beim Thema Star Trek wäre doch was klassischeres angemessen...
5. Als Nichteingeweihter
scxy 22.08.2015
kann ich nicht bestätigen, dass sich das Ansehen gelohnt hätte. Nichtssagende, bunte Bildchen in einer Ästhetik, die mir fremd bleibt. Ich hatte es trotz Ansagetext aber auch nicht anders erwartet.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: