Neujahrsvorsätze aus der Netzwelt Liebe Leserin, lieber Leser,

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Silvester-Selfie am Times Square in New York
AFP

Silvester-Selfie am Times Square in New York

ein frohes neues Jahr wünsche ich Ihnen! Und auch, wenn Sie sicher schon ein paar gute Vorsätze gefasst haben, habe ich hier noch einen weiteren Vorschlag: Kümmern Sie sich doch dieses Jahr ein bisschen mehr um Ihre IT-Sicherheit als in 2017.

Das muss ja nicht der ganz große Wurf sein, ein paar kleine Änderungen helfen schon immens. Hier fünf Ideen:

1. Neues Jahr, neue Passwörter: Nutzen Sie doch den Start ins Jahr, um mal wieder Ihre Passwörter zu ändern. Wählen Sie für jeden Dienst ein eigenes starkes Passwort (was ein gutes Passwort ausmacht, lesen Sie hier). Wenn Sie fürchten, sich das alles nicht merken zu können, kann ein Passwortmanager helfen. Und vielleicht möchten Sie sich eine Regel machen, wann Sie Ihre Passwörter ändern - zum Beispiel bei jeder Zeitumstellung.

2. Doppelt hält besser: Richten Sie für Ihre wichtigsten Dienste eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. Damit sichern Sie ihre Nutzerkonten besser ab, weil zusätzlich zum Passwort noch eine zweite Authentifizierung per Handy nötig ist. Meist bekommt man einen Code aufs Smartphone geschickt, den man dann am Rechner eingeben muss. Wie man sich diesen zusätzlichen Schutz einrichtet, erfahren Sie hier.

3. Daten sichern: Machen Sie doch mal wieder ein Back-up von allen Daten, die Ihnen wichtig sind. Dann können Ihnen beispielsweise die gefürchteten Lösegeldtrojaner gar nicht mehr so viel anhaben. Auch ein geklauter Rechner ist wohl leichter zu ertragen, wenn neben der Hardware nicht auch noch alle wichtigen Daten futsch sind.

4. Updates machen: Halten Sie Ihre Software aktuell: Das ist kaum Arbeit, das meiste macht ja vermutlich ohnehin Ihr Rechner. Wenn der Ihnen aber ein Update anbietet oder empfiehlt, installieren Sie es doch lieber sofort, lassen Sie sich nicht "später erinnern". Dieses Jahr wird doch nichts mehr aufgeschoben, oder?

5. Schauen Sie genauer hin: Dieser Neujahrsvorsatz lässt sich wohl am leichtesten umsetzen. Bevor Sie "Weiter", "Ok" oder auf das kleine "X" rechts oben klicken, um beispielsweise ein lästiges Fenster zu schließen oder einen Prozess abzuschließen, halten Sie kurz inne. Was steht da eigentlich? Zu was stimme ich da zu? Erst lesen, dann klicken, ist die Devise. Oder eben nicht klicken - etwa bei fragwürdigen Links oder Anhängen in dubiosen E-Mails.

Akku-Wechsel bei iPhones: Apple zieht Preissenkung vor

iPhone 6S
DPA

iPhone 6S

Apple hatte angekündigt, den Austausch bestimmter iPhone-Akkus günstiger zu machen. Ab Ende Januar sollte der Preis jener Ersatzteile von jeweils 89 auf 29 Euro gesenkt werden. Das sollte eine kleine Wiedergutmachung dafür sein, dass Apple die Leistung mehrerer älterer iPhone-Modelle mit abgenutzten Akkus gedrosselt hat, die Nutzer darüber aber lange im Unklaren ließ.

Wer das Angebot wahrnehmen möchte, muss nun doch nicht bis Ende Januar warten: Apple senkt die Preise ab sofort - und bis Ende 2018. Allerdings schränkte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gleich ein: "Die Verfügbarkeit einiger Ersatzbatterien kann zu Beginn begrenzt sein."

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Neuzugang im Netzwelt-Ressort: Willkommen, Patrick Beuth

Patrick Beuth
SPIEGEL ONLINE

Patrick Beuth

Eine Nachricht in eigener Sache erfreut das Netzwelt-Ressort derzeit besonders: Seit dem heutigen Dienstag verstärkt der Redakteur Patrick Beuth unser Team hier bei SPIEGEL ONLINE. Er hat in Köln studiert, bei der "Frankfurter Rundschau" volontiert und gearbeitet, war dann mehrere Jahre Redakteur im Digital-Ressort von "Zeit Online" und wird künftig von Berlin aus für uns über Digitalthemen berichten.


Seltsame Digitalwelt: Alexa bleibt cool

Zu Weihnachten hat sich ein Familienmitglied einen Amazon Echo gewünscht und diesen auch bekommen. An den Feiertagen wurde Alexa, die Stimme im elektronischen Assistenten, dann auch gleich ausprobiert und auf die Probe gestellt - in meiner Familie gibt es mehrere IT-Profis.

Einer von ihnen ärgerte sich maßlos über einen Alexa-Skill, ein Zusatzprogramm für den Assistenten: "Wir kann man so etwas programmieren?" schimpfte er, "Ich hätte das völlig anders gemacht und das Ganze auch anders genannt." Alexa - die gar nicht angesprochen war - ließ plötzlich trocken von sich hören: "Dann mal los!" Ob sie nun beabsichtigt war oder nicht: In jedem Fall war das eine passende und recht lässige Antwort.

App der Woche: "Haven"
getestet von Sebastian Meineck

The Guardian Project

Mit "Haven" können Nutzer ihr Android-Smartphone in einen persönlichen Überwachungsapparat verwandeln. Die App startet eine lokal gespeicherte Ton- und Bild-Aufnahme, wenn das Gerät etwa Bewegung oder Geräusche bemerkt. Nutzer können sich auf Wunsch benachrichtigen lassen, sobald "Haven" Alarm schlägt.

Bei der Entwicklung der Open-Source-Software hat Whistleblower Edward Snowden mitgewirkt. In einem Werbevideo bezeichnet er Haven als Werkzeug zum Beispiel für Menschenrechtler, Journalisten und Menschen in Gefahr. "Haven hält dir nicht nur den Rücken frei - es gibt dir Seelenfrieden", betont Snowden. Ganz so sorglos sollten Hobbyspione die App aber auch nicht einsetzen: In Deutschland etwa gibt es strenge Regeln, welche Art von Kameraüberwachung erlaubt ist.

Gratis von The Guardian Project, ohne In-App-Käufe: Android

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "How Antivirus Software Can Be Turned Into a Tool for Spying" (Englisch, fünf Leseminuten)
    Wie Antivirensoftware zum mächtigen Spionagewerkzeug werden kann, hat ein Experte der "New York Times" erklärt. Der ehemalige NSA-Hacker befasst sich demnach mit der Thematik, seit die Virenschutz-Software aus dem Hause Kaspersky verdächtigt wurde, als Werkzeug für russische Spionage benutzt zu werden.

  • "Was sich Hacker so auf die Rechner kleben: Die besten Sticker vom 34c3" (vier Leseminuten)
    Laptops von Hackern sind oft mit allerlei Stickern beklebt. Aber was klebt denn da eigentlich? Die Kollegen von "Motherboard" haben sich auf der Hackerkonferenz 34C3 einmal umgesehen - und genau nachgefragt.

  • Die Vorträge des 34C3 (Videos zwischen 16 und 120 Minuten, Deutsch und Englisch)
    Der Jahreskongress des Chaos Computer Clubs in Leipzig ist vorbei - viele finden also endlich Zeit, in Ruhe die Vorträge des 34C3 anzusehen. Dafür muss man übrigens nicht zwingend Experte sein - auch für Laien gibt es spannende Vorträge.

Eine fantastische erste Woche des Jahres wünscht Ihnen

Judith Horchert

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
newline 02.01.2018
1. Ein echter IT-Profi
stellt sich die Alexa-Wanze nicht in die Wohnung.
hruprecht 02.01.2018
2. Passwörter
Immer wieder hört man den Tipp mit den sicheren Passwort gern im Passwort Manager. Ich arbeite öfters mal an fremden Rechnern. Da kann man den Passwort Manager nicht nutzen und wäre vom amazon/ebay/Mail Account ausgesperrt. das wäre nicht schlimm wenn es nur zwei stunden sind. Aber ich war im sommer einen monat bei einem freund und habe seinen rechner genutzt ohne was zu installieren. Da haette ich vier wochen nicht meine mails lesen koennen. Gestern habe ich mich am Rechner meines cousins bei GMX eingeloggt um im Media Center (GMX cloud) was nachzusehen. Ohne das Passwort im Kopf hatte ich das nicht machen können. Und den Passwortsafe im Internet abzulegen, halte ich für ein noch grösseres Risiko als das altbewährter Passwort im Kopf. Eine Sicherheitslücke beim Anbieter und ALLE Passwörter können weg sein. Und wenn die nsa einen national Security letter dem us- Anbieter sendet, gehorcht der. Keine Diskussion. Die bekannten Passwort Manager sind aber us-amerikanisch.
hruprecht 02.01.2018
3. regelmaessiger passwortwechsel
Sie empfehlen regelmaessigen Passwort Wechsel. Inzwischen haben die ursprünglichen Autoren dieser Regel den Hinweis zurückgenommen. Die Praxis hat nämlich gezeigt, dass Leute die ihre Passwörter wegen der Firmenpolitik des regelmässigen passwortwechsels in der regel unsichere passwoerter waehlen als solche die ihre lange behalten. Zudem wird immer vergessen zu differenzieren für welchen Zugang man das Passwort benötigt. Ich habe bei spiegel/heise forum/golem Forum das gleiche simple Passwort aus einem einfachen Wort aus dem Wörterbuch. Das ist aber völlig egal, denn ob dass Passwort jemand knackt ist mir egal. Im Zweifelsfall muss ich mir drei Minuten lang ein neues Konto zulegen. Das war's. Und dass Passwort ist bekannt. Vor Jahren ist MySpace geknackt worden und aus den entwendeten passworthashes konnte man dass Passwort errechnen. Für meine Domains habe ich natürlich eindeutige und einmalige Passwörter. Dort steht was auf dem Spiel. und für den Tipp mit der zwei Faktor Authentifizierung muss man klar auf die Probleme hinweisen. Als ich im Sommer vier Wochen bei einem Freund war, war kein Mobilfunk Empfang. Ich konnte keine Überweisung tätigen weil die separate tan app nicht lief ohne mobilfunkempfang. Ich hatte das Jahr vorher das Problem mich bei blablacar anmelden zu wollen. Dazu benötigte ich eine PIN per SMS. Die kam aber mangels Mobilfunk Empfang nicht an. und wenn ich jetzt zweifaktorauthentifizierung wähle, kann ich mich nicht mehr immer anmelden.
dasfred 03.01.2018
4. Ich gratuliere SPON zu Patrick Beuth
Gleich zu Beginn einer wunderbar zu lesende Artikel, der die Kommentarspalte schon nach vier Stunden so gefüllt hat, dass sie geschlossen wurde. Nicht nur Thema getroffen, auch gleich schamlos ausgenutzt, das der Chefred. des Postillon gerade urlaubt und sofort die Lücke geschlossen. Bitte mehr solche Glanzleistungen.
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