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StealthGenie: FBI verhaftet Anbieter privater Spionage-App

Überwachungs-App StealthGenie: Interessant für gehörnte Partner, Stalker und Kriminelle Zur Großansicht

Überwachungs-App StealthGenie: Interessant für gehörnte Partner, Stalker und Kriminelle

"In fünf Minuten jedes Handy ausspionieren" - das verspricht die Überwachungssoftware StealthGenie. Nun haben US-Behörden den Chef der britischen Herstellerfirma verhaften lassen.

Das FBI hat am Samstag Hammad Akbar in Los Angeles festgenommen, meldet das Technikblog "Ars Technica". Dem Gründer und Chef der Softwarefirma Invocode Pvt Ltd., wird unter anderem "Bewerbung und Verkauf einer Spyware-Applikation" vorgeworfen. Gemeint ist damit StealthGenie, eine Software, die es ermöglichen sollte, fremde Smartphones auszuhorchen. Einer Pressemitteilung des FBI zufolge handelt es sich bei seiner Verhaftung um den ersten Fall, in dem eine Spionage-App Gegenstand eines Kriminalfalls wird.

Doch genau damit hatte das Unternehmen geworben: "StealthGenie ist die beste Handy Spionage- und Überwachungssoftware. Kontrollieren Sie Handys und wissen Sie, wo der Benutzer ist und was er macht", das versprach die Webseite des Herstellers der gleichnamigen Smartphone-App. Mittlerweile hat das FBI die Seite allerdings auf richterlichen Beschluss hin vom Netz genommen.

StealthGenie funktioniert folgendermaßen: Zunächst muss die Spionage-App - natürlich heimlich - auf dem Smartphone des Opfers installiert werden. Man braucht also Zugang zu dem jeweiligen Gerät. Ist das erledigt, protokolliert die Software alle mit dem Smartphone durchgeführten Aktivitäten. Ihre Ausbeute stellt sie dem StealthGenie-Kunden online zum Abruf bereit.

Die Spyware speichert einfach alles

Der Nutzer des so infizierten Smartphones bekommt von der Überwachung nichts mit. Vermarktet wurde StealthGenie als "unerkennbar" und mit Blick auf die "untreuer-Partner-Zielgruppe": Nach Einschätzung des FBI haben etwa 65 Prozent der Kunden das Produkt in der Absicht heruntergeladen, Aktivitäten und die eigentlich vertrauliche Kommunikation auf dem Smartphone ihrer Partner, Ehepartner oder auch Kinder unbemerkt zu verfolgen.

Die Software speichert alle E-Mails, alle Telefongespräche, SMS, Fotos, Videos, Termineinträge sowie GPS-Bewegungsdaten. Sie kann auch das Mikrofon eines Telefons ferngesteuert ein- und ausschalten, um als Wanze zu fungieren. Das macht sie nicht nur interessant für möglicherweise gehörnte Partner, sondern auch für Stalker und Kriminelle. "Das Bewerben und Verkaufen von Spyware-Technologie ist aber eine Straftat, und wir werden sie aggressiv verfolgen", kündigte der Staatsanwalt Dana J. Boente im zu dem Fall an.

Auch wenn die Webseite abgeschaltet ist, Informationen zu dem Produkt findet man im Netz noch: Dieses Werbevideo bei YouTube zum Beispiel erklärt die Funktionalität anschaulich, dieser "Testbericht" kritisiert "begrenzte Überwachungsfunktionen" des Produkts.

Die Software wurde für iPhones sowie Android- und Blackberry-Smartphones angeboten. Angeblich wird sie "weltweit von über 100.000 zufriedenen Kunden benutzt". Man kann nur hoffen, dass diese Zahl so übertrieben ist wie die begeisterten Anwenderberichte auf der Website. Nach Einschätzung des FBI waren die ohnehin gefälscht.

abr

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Wäre ja noch schöner: Privat-Konkurrenz zur NSA
kantundco 30.09.2014
Wie verkommen ist eine Gesellschaft eigentlich, in der Schnüffler und Voyeure zur Tagesordnung gehören und auch noch vom Staat vorgelebt werden? Diesen kleinen staatabhängigen Kriechern gehört der Geldhahn ebenso abgedreht, wie der Softwarefirma die Website. Aber die Profi- und Freizeitstasi ist mir inzwischen vollkommen egal. Wenn die daraus einen Lustgewinn ziehen wollen, ist das deren Problem. Wird Zeit, dass ein Softwarehersteller für Sicherheitslösungen mal eine Verwirr-Software herstellt, die Daten von unterschiedlichen Handy-Nutzern lustig vertauscht. Dann mal viel Spaß beim Spionieren!
2. Das ist ja eine Nachricht - grandios
aurichter 30.09.2014
und jetzt geht bei einigen Herrschaften bei der NSA und dem englischen Pendant der Arsch auf Grundeis, weil demnächst das FBI und andere Mitläufer vor der Büroturm stehen - oder doch nicht ;-) Spionage ist erlaubt, aa aber nicht für Geld oder wie soll man dies jetzt verstehen? Haben die staatlichen Schnüffler Angst mit eigenen Mitteln geschlagen zu werden und dann Sachen an das Licht kommen, die der Otto Normale gesteckt bekommt ?
3. Spionage … die große neue Mode
AdBonesAllAgainstAds 30.09.2014
Wie krank muss man im Kopf sein, um mutwillig und vorsätzlich Leute in ihrem Privatleben auszuspionieren UND, diese Erkenntnisse dann auch noch gegen die Opfer einzusetzen. Wer so etwas macht, der gehört für den Rest seines Lebens hinter Gitter gesperrt, aber vorher ein paar Jahre in die geschlossene Psychiatrische Anstalt.
4. Das ist ja wirklich KRIMINELL!
sikasuu 30.09.2014
Das geht doch wohl nicht, dass jeder Laie seine persönliche Spionagesoftware auf fremde Smartphones aufspielen kann. Das ist doch ureigenes Grundgeschäft der NSA und andere Geheindienste. . Da muss man ganz hart gegen vorgehen. Genau so wie jahrelang gegen PGP usw. Verschlüsselung, abhören ... von Kommunikation in den Händen des normalen Bürgers.... ein Graus! Auf die Idee diese "Taschenwanzen" sicher zu machen kommt wohl niemand! Besser sollte niemand kommen..... wenn man das Kaspertheater um "das iPhone ist ein klein wenig sicherer" in den U-SA verfolgt! :-) . Ich persönlich weis warum hier nur Geräte laufen deren Funktion ich selbst überprüfen und bestimmen kann:-))
5. ...und wenn das FBI das macht....
tennislehrer 30.09.2014
....dann ist das natürlich völlig ok *Räusper*
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Zum Autor
  • Andreas Brohme
    Gadgets, Apps, neue Technologien - der Hamburger Andreas Brohme schreibt seit über 20 Jahren über Neues aus Digitalien. In seiner Freizeit spielt er - ganz analog - vor allem Gitarre.

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