Steambox-Gerüchte: Valve will ins Wohnzimmer

Ist bald die goldene Zeit der Spielkonsole vorbei? Glaubt man Valve-Chef Gabe Newell, sollen im nächsten Jahr Spiele-Computer die Wohnzimmer erobern - auch dank seiner Steam-Software.

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Steam-Plattform: Direkt auf dem Wohnzimmer-Bildschirm?

Das Computerspiele-Unternehmen Valve wird stärker als bisher mit Sonys Playstation und Microsofts Xbox konkurrieren. Wenn im nächsten Jahr PC-Hersteller mit speziell angepassten Geräten ins Wohnzimmer drängen, will Valve mit einer Wohnzimmer-Version der Spieleplattform Steam dabei sein. Das gab Valve-Chef Gabe Newell in einem Teppichgespräch mit dem Spiele-Blog "Kotaku" zu Protokoll und heizte damit die Gerüchte um die angebliche Valve-Konsole "Steambox" weiter an.

Newell zufolge werden im nächsten Jahr mehrere Unternehmen speziell ans Wohnzimmer angepasste PCs auf den Markt bringen: Geräte, die direkt an den Fernseher angeschlossen werden und über die Spiele gekauft und gestartet werden können. Klar, dass Valve die eigene Spieleplattform Steam als ideales Vehikel dafür sieht. "Kunden und Spielehersteller werden sich [mit diesen PCs] sehr wohl fühlen."

Wie sich Valve diese Zukunft vorstellt, erklärt das Unternehmen seit September mit einem Werbevideo für den "Big-Picture"-Modus der Spiele-Software Steam. Die Botschaft: Spielen wie am PC, aber im Wohnzimmer. Nachdem Valve seine Shop- und Spieleplattform Steam bereits auf den Mac gebracht hatte, wird bereits an einer Linux-Version gearbeitet. So ein Wohnzimmer-PC könnte durchaus auf Basis von Linux arbeiten.

Ob sich Microsoft, Sony, Nintendo, die großen Spielkonsolen-Hersteller, vor so einer Zukunft fürchten müssten, steht noch aus. Der Vorteil der Wohnzimmer-PCs gegenüber Spielkonsolen liegt für Leute wie Newell zwar auf der Hand: Viele Hersteller, viele Geräte, viele Kunden - aber nur ein einfacher Programmieraufwand. Bisher sind leistungsfähige Spiele-Computer aber deutlich teurer als eine Konsole. Bei Konsolen ist außerdem klar, dass die angebotenen Spiele garantiert auf der Hardware laufen. Die Steambox könnte versuchen, dieses Problem zu lösen und technische Standards zu setzen.

Für Valve würde der direkte Wohnzimmer-Zugang neue Geschäftsfelder ausbauen: Längst hat Steam gezeigt, dass es auch Filme und Software erfolgreich vertreiben kann.

kno

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1. hat Nachteile
AberHallo 10.12.2012
Das Problem ist nur, dass man eine Internetverbindung braucht, um die Spiele anzuwerfen. Offline Spielen ist dann nicht mehr.
2.
divina_commedia 10.12.2012
Ich rieche bereits eine kommende Grundsatzdiskussion über dumme Konsoleros und intolerante PCler.
3. glaube kaum
bl3d2death 10.12.2012
Zitat von AberHalloDas Problem ist nur, dass man eine Internetverbindung braucht, um die Spiele anzuwerfen. Offline Spielen ist dann nicht mehr.
warum sollte steam das abschaffen. selbst heute kann man die meisten spiele bei steam offline spielen. man muss eben nur zum download online sein; halt logisch. und wer ein multiplayer online spiel spielen will, der muss halt online sein. darüber hinaus kommt der onlinezwang eigentlich nur von den entwicklern. siehe ubisoft, wo man bei einigen spielen ständig online sein musste. steam nutzt die verbindung so nicht, zumindest nicht wenn man offline spielt. und nebenbei: finds ärgerlich, dass viele spiele mittlerweile auf den lokalen mehrspielermodus via lan, oder split screen verzichten und nur noch online multiplayer anbieten :(
4.
niska 10.12.2012
Zitat von AberHalloDas Problem ist nur, dass man eine Internetverbindung braucht, um die Spiele anzuwerfen. Offline Spielen ist dann nicht mehr.
Also bisher musste man m.W. nur einmal online registrieren und konnte dann auch offline Spielen (Fenster im Steam, dass keine Verbindung bestünde mit der Möglichkeit auf 'Offline spielen' zu klicken). War bei mir bei den Total War Dingern so. Soll das geändert werden?
5.
Jack Torrance 10.12.2012
Was bitte ist ein "Teppichgespräch"? Wollte hier etwa jemand zwanghaft versuchen, nicht "Kamingespräch" schreiben zu müssen?
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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.
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