Webvideopreis 2013: Sterbender Dinosaurier auf dem Tablet-Friedhof

Papiersaurier: 3-D-Animation mit großer Fangemeinde im Web Zur Großansicht
Ken Ottmann

Papiersaurier: 3-D-Animation mit großer Fangemeinde im Web

So stellt sich der Designer Ken Ottmann den Abschied vom Papierzeitalter vor: In seiner Animation "Paper Age" muss es ein Zellstoff-Gigant mit einem Tablet aufnehmen. Der Beginn der digitalen Welt ist für den deutschen Webvideopreis nominiert.

Ein Tyrannosaurus Rex aus Zeitungspapier steuert in einer origamiähnlich geformten Nachrichtenlandschaft behäbig auf seinen sicheren Tod zu. Anstelle eines Meteors wird ihm jedoch ein Tablet zum Verhängnis. Auf diesem ist eine Google-Suche für "Leistungsschutzrecht" geöffnet - mit dem umstrittenen Gesetz sollen die Inhalte der Presseverlage im Internet besser geschützt werden.

Der Kommunikationsdesigner Ken Ottmann dürfte mit seinen 39 Jahren zu den älteren Nominierten des diesjährigen Webvideopreises zählen. "Ich durfte miterleben, als Google noch ein Geheimtipp war, man an YouTube noch gar nicht denken konnte und Adobe Flash die Video-Revolution im Netz zündete." Vor zwei Jahren begann Ottmann, mit der 3-D-Software "Cinema 4D" zu arbeiten.

Seine Animation "Paper Age" kam im Netz gut an. Bereits nach neun Tagen freute sich Ottmann über 55.000 Videoaufrufe. In seinem anderthalbminütigen Video zeigt er den Überlebenskampf der Printmedien im Digitalzeitalter. Dabei kommt die Animation ganz ohne Worte aus.

Trotz seiner klaren Botschaft - schließlich stirbt der Print-Saurier - möchte Ottmann nicht den "generellen Tod des Printmediums" prophezeien. Denn "das haptische Erlebnis von Papier hat immer noch konkurrenzlose Eigenschaften, die man nicht ohne weiteres digital simulieren kann, zumindest nicht in absehbarer Zeit".

Ob Ottmann auch den Webvideopreis gewinnen kann, entscheiden jetzt die Zuschauer. Und zwar nicht mit einer herkömmlichen Abstimmung, sondern indem sie das Video auf der Seite des Webvideopreises bei Twitter, Facebook oder Google+ teilen oder in ihrem Blog verlinken.

Deutscher Webvideopreis 2013
  • European Web Video Academy
    Der deutsche Webvideopreis wurde im Jahr 2011 zum ersten Mal vergeben. Bis zum 28. April konnten Publikum und Jury über die Nominierungen abstimmen. In diesem Jahr wurden in 13 Kategorien Dutzende Netzfilme nominiert. Aus allen nominierten Einreichungen können bis zum 23. Mai die Finalisten bestimmt werden. Dabei zählen außer geteilten Links auf Twitter und Facebook auch Verlinkungen in Blogs. Die Gewinner der Abstimmung werden zusammen mit den Jury-Preisträgern am 25. Mai 2013 in Düsseldorf gekürt. SPIEGEL ONLINE ist Medienpartner des Deutschen Webvideopreises.

juj

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Die Botschaft:
artusdanielhoerfeld 09.05.2013
"E-Reader kills the paperstar" will sich mir aus dem Video nicht so recht erschließen, denn immerhin besteht darin auch weiterhin die ganze Welt aus Papier...
2. Hören Sie auf...
vogel0815 09.05.2013
Zitat von artusdanielhoerfeld"E-Reader kills the paperstar" will sich mir aus dem Video nicht so recht erschließen, denn immerhin besteht darin auch weiterhin die ganze Welt aus Papier...
Ich muss sehr lachen. Aus der IT kommend kann ich Ihnen sagen, dass mir das "papierlose Büro" seit den 90er in den Ohren liegt. Es hat sich seitdem nichts getan. Das höchste der Gefühle ist ein Dokumentenmanagement System, wo Papier eingescannt wird und darauf digital Workflows gestartet werden. Was mit dem Papier am Eingang passiert? Wird meistens abgeheftet. Eher kann ich den Trend feststellen, dass noch mehr Papier erzeugt wird und immer leistungsfähigere und günstigere Drucker angeschafft werden.
3.
DorianH 09.05.2013
Zitat von artusdanielhoerfeld"E-Reader kills the paperstar" will sich mir aus dem Video nicht so recht erschließen, denn immerhin besteht darin auch weiterhin die ganze Welt aus Papier...
War auch mein Gedanke.
4.
no-phone 09.05.2013
Zitat von vogel0815Es hat sich seitdem nichts getan. Das höchste der Gefühle ist ein Dokumentenmanagement System, wo Papier eingescannt wird und darauf digital Workflows gestartet werden. Was mit dem Papier am Eingang passiert? Wird meistens abgeheftet.
Aus meiner Sicht geben Sie die Situation wieder, wie sie sich bis vor einigen Jahren tatsächlich dargestellt hat: wer Informationen mitnehmen wollte und anderen zeigen wollte, musste sie tatsächlich ausdrucken. Zumindest in meinem Umfeld hat sich das mit Einführung von Tablets (iPad) drastisch geändert. Papier wird nicht mehr erzeugt, nicht mehr abgeheftet und die Platzverschwendenden Ordner gibt es auch nicht mehr. Denke, die Zeitungsverlage und die Entwicklung der höhe der gedruckten Auflagen spiegelt diese Entwicklung auch im Medienbereich wieder.
5. Haltbar
dunham 10.05.2013
Die kulturelle Frage, die sich angesichts des "papierlosen Büros" stellt, ist die Frage nach der Haltbarkeit. Dokumente aus dem Mittelalter sind heute noch gut lesbar - auf Papier. Werden heutige Dokumente noch in sechshundert Jahren darstellbar sein? Oder wird jemand versuchen diese digitale Darstellung der Geschichte zu verändern? DH
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