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Kostenloskultur: Das gibt es gerade im Netz geschenkt

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Arte streamt eine neue Sci-Fi-Serie, in Facebooks Messenger versteckt sich ein Schachspiel - und der WDR zeigt ein skurriles Frauenmagazin aus den Sechzigerjahren. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

1. Düstere Zukunft: "Stadt ohne Namen"

Zweiklassengesellschaft: Blick in die reiche Metropole Zur Großansicht
Arte

Zweiklassengesellschaft: Blick in die reiche Metropole

In der Serie "Stadt ohne Namen" trennt eine Mauer die Gesellschaft in Arm und Reich. Auf der einen Seite der Mauer leben arbeitende Städter, auf der anderen Seite hungernde Arbeitslose. In sechs Folgen erzählt die Arte-Produktion eine Parabel über soziale Ungleichheit.

Die Figuren der Serie sind überzeichnet: In der ersten Folge gilt den armen Slumbewohnern alle Sympathie, während die Städter als selbstsüchtige Kapitalisten auftreten. Über den Bildern aus der Stadt liegt ein goldener Schimmer, der Slum erscheint in fahlem Grau.

"Stadt ohne Namen" ist kostenlos in der Arte-Mediathek zu sehen. Folge eins bis drei sind bis zum 19. Februar verfügbar. Die letzten drei Folgen erscheinen am 18. Februar.

2. Der Blutspur folgen: Rätsel-Abenteuer "The Silent Age"

Screenshot aus "The Silent Age": Point-and-Click-Spiel mit liebevoller Grafik Zur Großansicht
House on Fire

Screenshot aus "The Silent Age": Point-and-Click-Spiel mit liebevoller Grafik

Es beginnt mit ein paar Tropfen Blut. Sie kleben am Boden der Aufzugskabine in der fiktiven Firma Archon. "Das muss ich wohl wegwischen", denkt sich Reinigungskraft Joe - und ahnt nicht, dass ihn die Blutspur zu einer Zeitmaschine führen wird. Das Point-and-Click-Spiel "The Silent Age" nimmt seinen Lauf.

Das Spiel aus dem Jahr 2013 gibt es durch ein neues Update nun auch in einer aufgehübschten Fassung und mit - teilweise holpriger - deutscher Übersetzung. Nutzer von iOS und Android können den ersten von zwei Teilen des Spiels kostenlos herunterladen. Für PC, Mac und Windows Phone ist das Spiel kostenpflichtig.

Mit liebevoller Grafik und hörspielreifem Soundtrack ist "The Silent Age" die ideale App für Fans von Point-and-Click-Abenteuern. Besonders unterhaltsam sind die versteckten Scherze der Entwickler - wie etwa die abstrakte Kunst in der Chefetage von Joes Firma. "Ich würde es nicht wirklich rechteckig nennen, weil es offensichtlich etwas tiefer geht", kommentiert Joe, "aber es sieht einfach aus wie Rechtecke."

3. Wie bei Loriot: "Das Magazin für die Frau"

TV aus den Sechzigerjahren: Tanzparty im Elternhaus Zur Großansicht
ARD

TV aus den Sechzigerjahren: Tanzparty im Elternhaus

Wer nur flüchtig hinschaut, könnte das "Magazin für die Frau" für einen Loriot-Sketch halten. Aber die hölzerne Sprache und die altbackenen Rollenbilder sind echt. In der rund 50 Jahre alten Produktion des WDR geht es um Handarbeit, Erziehungstipps und schicke Frisuren.

So verkünden die Sprecher zu Beginn der Sendung, die nun in der ARD-Mediathek zu sehen ist: "Die Frisur nicht in Ordnung und für den Abend winkt eine Einladung? Eine Perücke müsste man haben, sagen sich viele Frauen. Wir haben Ihnen einiges zu diesem aktuellen Thema zu sagen."

Spießig will das historische TV-Magazin aber nicht rüberkommen. Wenn beispielsweise die Kinder mal zu Hause eine Tanzparty geben wollen, rät das "Magazin für die Frau" zu einer liberalen Haltung: Die Eltern sollten die Party besser nicht die ganze Zeit beaufsichtigen - es genüge, wenn sie den jungen Gästen davor und danach die Hand schütteln.

4. Schach spielen im Facebook Messenger

Screenshot: Warum chatten, wenn man auch Schachspielen kann? Zur Großansicht
Facebook Messenger

Screenshot: Warum chatten, wenn man auch Schachspielen kann?

Wer den Facebook Messenger nutzt, kann seine Freunde nun zu einer Schachpartie herausfordern. Das Spiel ist in das Chatfenster der Messaging-App eingebettet und wird durch knappe Textbefehle gesteuert. Es funktioniert auch in der Desktopversion von Facebook.

Um eine neue Partie zu starten, müssen Nutzer den Befehl "@fbchess play" an einen ihrer Kontakte schicken. Schon erscheint ein Schachbrett im Gesprächsverlauf. Um beispielsweise seinen Bauern auf das Feld e4 zu rücken, muss der Spieler nun "@fbchess Pe4" ins Textfeld tippen - dabei steht der Buchstabe P für "Pawn" (Bauer). Eine Übersicht über alle Befehle lässt sich mit "@fbchess help" aufrufen.

Ein erster Test zeigt: Um alle Textbefehle zu lernen, braucht es etwas Übung. Wer schon mit dem Notationsverfahren für Schachzüge vertraut ist, hat einen klaren Vorteil. Während der Partie können sich Spieler im Chat unterhalten und das Spiel zu einem beliebigen Zeitpunkt fortsetzen.

Wer Schach nicht mag, kann seinen Freunden via Texteingabe übrigens auch einfach süße Tierfotos schicken: Der Befehl hierfür lautet "@dailycute".

5. Ein Lama fährt Tandem: Kurzfilm "Symphony no. 42"

Filmzitat aus "2001": Menschenaffen mit Monolith - und Laptops Zur Großansicht
Vimeo

Filmzitat aus "2001": Menschenaffen mit Monolith - und Laptops

"Symphony no. 42" ist ein Trickfilm voller Rätsel: Ein Wolfsrudel tanzt Limbo im Mondlicht; ein Lama fährt Tandem; eine Frau schrubbt ein Gehirn wie ein Stück Parmesan über eine Käsereibe. In den aneinandergereihten Szenen vermischen sich menschliche und tierische Welten, dabei entstehen surreale Bilder.

Offenbar gibt sich der Kurzfilm Mühe, besonders rätselhaft zu wirken. Die Macher zitieren sogar eines der wohl bekanntesten Rätsel der Filmgeschichte: In einer Szene ist der schwarze Monolith aus Stanley Kubricks Klassiker "2001 - Odyssee im Weltraum" zu sehen. Der Monolith regt bis heute Fans und Kritiker zu Interpretationen an.

In Kubricks Kultfilm begutachten vorzeitliche Menschenaffen den Monolithen aufgeregt. In "Symphony no. 42" nutzen sie ihn als Stromquelle für ihre Laptops. "Symphony no. 42" ist kostenlos auf Vimeo zu sehen.


Nichts gefunden? Diese Tipps gab es vergangene Woche:

Spielfilm "Take Shelter"

In seinen Träumen sieht Protagonist Curtis einen apokalyptischen Sturm heraufziehen - und versucht, seine Familie zu schützen. "Take Shelter" ist das Porträt eines Familienvaters, für den sich das US-amerikanische Kleinstadtidyll in einen Albtraum verwandelt. Der Film ist bis zum 16. Februar ab 20 Uhr auf Servus TV zu sehen.

Endlos-Rennspiel "Traffic Rider"

In der Gratis-App "Traffic Rider" für iOS und Android rast der Spieler mit einem Motorrad über eine endlose Autobahn. Er darf drängeln und hupen, die Spur schneiden und zum Geisterfahrer werden - und dabei noch Stunts auf dem Hinterrad hinlegen.

Kabarett in der 3sat-Mediathek

In der 3sat-Mediathek sind Dutzende Auftritte deutscher Kabarettisten online, die meisten davon sind ein Jahr lang abrufbar. Zu den wohl schrillsten Auftritten gehört das Konzert von "Pigor & Eichhorn mit Band" mit gerockten und gerappten Chansons.

Trickfilm "Isaac und Quincy"

Im Trickfilm "Isaac und Quincy" wollen zwei Polizisten französische Bankräuber erschießen. Mit Pixel-Optik und politisch inkorrektem Humor ist der Trickfilm eine schonungslose Parodie auf Actionfilme und Ballerspiele. Er ist mit deutschen Untertiteln bis 21. April in der Arte-Mediathek zu sehen.

Radiofeature: "Das Hacker-Syndrom"

"Das war nie geplant!", betont Stephan Urbach, als er erzählt, wie er zum Netzaktivisten wurde. Im Arabischen Frühling half er unter anderem ägyptischen Demonstranten, trotz Internetsperren online zu gehen. Der WDR hat Urbach und seine Arbeit für die Aktivistengruppe "Telecomix" in einem Radiofeature porträtiert.

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insgesamt 4 Beiträge
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1.
odin4961 13.02.2016
Ich finde es i mir traurig, dass auf die jeweilige Filmverleih zu gegriffen wird, wenn es mal dazu kommt, dass ein Buch als Vorlage zu einem Spiel aufgegriffen wird. Denn auch der Film basiert auf dem Buch von Clarke. Die Leute sollen lesen! :-)
2. Na dann, vielen Dank...
Bürger Icks 13.02.2016
Zum Schachspielen braucht man Facebook nicht, im Jahr 2016 wohl auch keine skurrilen Frauenmagazine aus den 1960ern. Sci-Fi-Serien gibts auch mehr als drei, aber trotzdem vielen Dank... Und natürlich der Hinweis, das für Deutsche die Angebote von Arte und WDR natürlich nicht umsonst sind, sie haben sie sogar mitfinanziert, auch wenn sie sie nie sehen wollen.
3. Who are you...
qewr 13.02.2016
... to judge what's right or wrong?
4. Naja,
Hosterdebakel 14.02.2016
Zitat von Bürger IcksZum Schachspielen braucht man Facebook nicht, im Jahr 2016 wohl auch keine skurrilen Frauenmagazine aus den 1960ern. Sci-Fi-Serien gibts auch mehr als drei, aber trotzdem vielen Dank... Und natürlich der Hinweis, das für Deutsche die Angebote von Arte und WDR natürlich nicht umsonst sind, sie haben sie sogar mitfinanziert, auch wenn sie sie nie sehen wollen.
um sich mal ein wenig ein Bild von dieser Zeit zu machen - diese Aufnahmen stammen wohl aus den Jahren 1962/1963 - ist es für die Personen die zu dieser Zeit noch nicht geboren waren oder einfach zu klein waren doch recht aufschlußreich. Wenn man sich vor Augen hält, dass z. B. ein durchschnittlicher Monatsverdienst eines Angestellten bei ca. 500,- DM lag (Quelle: http://www.was-war-wann.de/1900/1960/1963.html) und in einer Folge der Sendung aktuelle Mode vorgestellt wurde bei der ein Damenkostüm locker 140,- DM kostet (und mehr) kann man sich eher ein Bild dieser Zeit machen.
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