Kostenloskultur Das gibt es gerade im Netz geschenkt

Servus TV zeigt das US-Drama "Take Shelter", ein Trickfilm in Pixel-Optik parodiert Ballerspiele - und in "Traffic Rider" können Spieler mit dem Motorrad Vollgas geben. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

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1. Angst vor dem Sturm: "Take Shelter"

Von Albträumen geplagt: Michael Shannon in der Rolle des Familienvaters Curtis
Servus TV

Von Albträumen geplagt: Michael Shannon in der Rolle des Familienvaters Curtis

Curtis baut einen Bunker für seine Familie. In seinen Träumen sieht er einen apokalyptischen Sturm heraufziehen - und einen Regenschauer, der dunkel ist wie Öl. Alles nur Einbildung? Der Protagonist des Films "Take Shelter" weiß es selbst nicht, und der Zuschauer rätselt bis zum Ende mit.

"Take Shelter" ist mehr als ein Mystery-Film. Es ist auch das Porträt eines Familienvaters, für den sich das US-amerikanische Kleinstadtidyll in einen Albtraum verwandelt. Während Curtis (Michael Shannon) versucht, seine Familie zu schützen, wird er selbst zur Bedrohung. "Take Shelter" ist bis zum 16. Februar jeweils ab 20 Uhr bei Servus TV zu sehen.

2. Drängeln erlaubt: Motorrad-Rennspiel "Traffic Rider"

Screenshot aus "Traffic Rider": Grafik wie in einer Premium-App
Soner Kara

Screenshot aus "Traffic Rider": Grafik wie in einer Premium-App

Bei "Traffic Rider" wird der Spieler für alles belohnt, was auf der Autobahn verboten ist. In der Gratis-App für iOS und Android darf der Spieler mit dem Motorrad rasen, drängeln und hupen, die Spur schneiden und zum Geisterfahrer werden - und dabei noch Stunts auf dem Hinterrad hinlegen.

"Traffic Rider" folgt dem Spielprinzip von "Traffic Racer", ist seinem Vorgänger aber weit überlegen. Die Steuerung ist intuitiver, die Motorgeräusche realistischer, Licht- und Wettereffekte sind auf dem Niveau einer Premium-App. Auf die angebotenen In-App-Käufe lässt sich problemlos verzichten.

Schönes Detail: Bei "Traffic Rider" machen viele Autos tatsächlich die Spur frei, wenn der Spieler hupt. Wer immer mit Vollgas vorbeizischt, wird das aber nicht bemerken.

3. Von Pigor bis Uthoff: Stundenlang Kabarett streamen

Pigor singt: Dieser und weitere Auftritte sind ein Jahr lang online
3sat

Pigor singt: Dieser und weitere Auftritte sind ein Jahr lang online

In der 3sat-Mediathek sind Dutzende Auftritte deutscher Kabarettisten online, die meisten davon sind ein Jahr lang abrufbar. Zu den wohl schrillsten Bühnenprogrammen gehören die gerockten und gerappten Chansons von "Pigor & Eichhorn mit Band".

Mal besingt Thomas Pigor die Wut beim Warten an der Wursttheke, mal macht er sich mit einem Zungenbrecher-Reggae über Martin Heideggers philosophische Frage nach dem Sinn von Sein lustig.

Weitere Highlights sind das Programm "Gegendarstellung" von Max Uthoff, den viele aus der ZDF-Sendung "Die Anstalt" kennen werden - und der selbstironische Auftritt von Bassbariton-Sänger Thomas Quasthoff, der das Publikum mit seinen Imitationen von Helmut Kohl und Willy Brandt überrascht. Einen Überblick aller Videos gibt es hier.

4. Der Pixel-Splatter: "Isaac und Quincy"

Szene aus "Isaac und Quincy": Erst tanzen, dann ballern
Arte

Szene aus "Isaac und Quincy": Erst tanzen, dann ballern

Hier fließt das Blut in Pixel-Optik: Im Trickfilm "Isaac und Quincy" überfallen französische Gangster eine Bank, und zwei Polizisten des fiktiven "Big City Police Departments" wollen sie erschießen.

"Isaac und Quincy" hat den kantigen Look alter Computerspiele und ist nichts für Leute, die viel Wert auf politische Korrektheit legen. Die französischen Räuber tragen Baskenmützen und gestreifte Pullover, ihr Blut besteht aus flüssigem Käse. Die Polizisten haben übernatürlich große Afro-Frisuren und unterbrechen die Handlung auch mal mit einer ekstatischen Funk-Einlage.

Angetrieben von Techno-Beats zerschießen Isaac und Quincy die Filmwelt in Pixel - und parodieren dabei Actionfilme und Ballerspiele. Der Kurzfilm ist bis 21. April auf Englisch mit deutschen Untertiteln in der Arte-Mediathek zu sehen.

5. Plötzlich Netzaktivist: "Das Hacker-Syndrom"

"Das war nie geplant!", betont Stephan Urbach, als er erzählt, wie er zum Netzaktivisten wurde. Im Arabischen Frühling knüpft er von Deutschland aus Kontakte nach Ägypten. Er reicht Nachrichten und Videos weiter und hilft Demonstranten vor Ort, trotz einer Internetsperre online zu gehen.

Der WDR hat Urbach in einem Radiofeature porträtiert. Es handelt von Urbachs unermüdlicher Arbeit für das Netzwerk "Telecomix" - und von seinem Weg in die Depression.

Die Produktion aus dem Jahr 2013 ist gerade als kostenloser Download auf der WDR3-Website verfügbar. Einen ausführlichen Bericht über Urbach und andere europäische Netzaktivisten im Arabischen Frühling lesen Sie hier.


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