"Stronghold" Schleift die Mauern, Männer!

Die eigene Ritterburg, Traum aller kleinen Jungen: "Realer" als je zuvor macht das Simulations- und Strategiespiel "Stronghold" diesen Traum auch für ziemlich große Kinder wahr.

Von Nico Lindner


Stronghold: Burg-, Bau- und Kriegherren sind gefragt

Stronghold: Burg-, Bau- und Kriegherren sind gefragt

Kurz nachdem der Palisadenwall fertig gestellt ist, kommen sie auch schon: Hungrige Wölfe, von denen Kundschafter kurz zuvor berichteten. Zum Glück sind die Bogenschützen auf dem Posten, von den Türmen herab halten sie die Tiere in Schach. Währenddessen sind Pfeilemacher, Holzfäller und auch Jäger damit beschäftigt, die Festung weiter mit Rohstoffen zu versorgen. Jederzeit könnte es zu einem Angriff kommen: Wann endlich werden stabilere Steinwälle erhältlich sein?

Rächer im Namen der Gerechtigkeit

Das Spiel "Stronghold" von Firefly entführt ins finstere Mittelalter und ermöglicht auf dem PC, wovon manche vielleicht in der Sandkiste träumten: Burgherr zu werden und mit weiser Hand für das Wohl der Untertanen zu sorgen. Doch Stronghold fordert noch mehr: Eine stimmungsvolle Einleitung schwört den Spieler darauf ein, irgendwann den Tod seines Vaters zu rächen, der mit anderen Diplomaten Opfer einer Verschwörung wurde. Vier finstere Gestalten haben den rechtmäßigen König des Landes gestürzt und terrorisieren seitdem das Land.

Beginnend mit einfachen Aufbauarbeiten steigt der Spieler langsam in das Spiel ein. Während es anfangs nur darum geht, beispielsweise eine bestimmte Menge an Holz zu sammeln und eine erste Basis zu errichten, erscheint mit fortlaufendem Spiel auch das Erkunden und Erobern der Nachbarländereien auf dem Plan.

Mit wachsendem Erfolg erhält der Spieler Zugang zu ständig neuen Ressourcen: Unterschiedliche Arten von Nahrungsmitteln, fortschrittlichere Belagerungswerkzeuge und auch standhafteres Mauerwerk stehen schon bald zu Verfügung. Auch kleine humorige Pointen erlauben sich die Macher: Belagerungskünstler erfreuen sich bald skurrilen Geschossen wie beispielsweise kranken Kühen, die als "Biowaffe" in die feindliche Burg katapultiert werden können (Monty Python lässt laut und deutlich grüßen).

Neben der Aufgabe, das Land zu befreien, bietet Stronghold Wirtschaftsmissionen an, freies Bauen, das Erschaffen von eigenen Karten und den Kampf in Mehrspielermissionen. Wer will, kann sogar versuchen, historische Burgen wie die in Heidelberg zu verteidigen oder zu erobern - Firefly hat sie hier nachgebaut und liefert über das Internet ständig neue Bauwerke nach. Auch sind eigene Werke erstellbar, die dann zur Erstürmung durch andere Spieler ins Internet exportiert werden können.

Fazit: Stronghold muss jeden faszinieren, der Aufbaustrategiespiele liebt oder schon mal davon geträumt hat, seine eigene Burgfeste zu errichten. Das Geschehen ist zwar pixelig, aber trotzdem schön anzusehen. Für Atmosphäre sorgen die Aktivitäten der Untertanen, Musik, Soundkulisse und die markigen Stimmen der Protagonisten. Ab in die Burgfeste, Sire, es gilt, das Land zu befreien!



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