Studenten-Communitys Gericht weist Facebook-Klage gegen StudiVZ ab

Das Social Network Facebook ist mit einer Plagiatsklage gegen den Konkurrenten StudiVZ vor einem deutschen Gericht gescheitert. Die in Kalifornien ansässige Facebook Ltd. hatte StudiVZ vorgeworfen, die Facebook-Seite nachgemacht zu haben. Eine weitere Klage in Kalifornien läuft aber noch - und Facebook erwägt eine Berufung.


Screenshot StudiVZ-Quellcode: Gericht entscheidet - kein "Fakebook"
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Screenshot StudiVZ-Quellcode: Gericht entscheidet - kein "Fakebook"

Das Landgericht Köln entschied nach Mitteilung vom Dienstag: "Nach Auffassung der zuständigen Richter liegt trotz nicht zu übersehender Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Internetseiten keine unlautere Nachahmung vor." Als StudiVZ 2005 in Deutschland angefangen habe, sei Facebook dort noch kaum bekannt gewesen, argumentierten die Richter. Der Vorwurf von Facebook lautete, kurz zusammengefasst: Die StudiVZ-Macher hätten sich den Quellcode der Facebook-Seite mit illegalen Methoden verschafft, auf der eigenen Seite nachgebaut, Design und Funktionen kopiert und somit Markenrechte von Facebook verletzt.

StudiVZ-Chef Markus Berger-de León zeigte sich im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE erwartungsgemäß erleichtert über die Entscheidung: "Wir freuen uns sehr, dass das Landgericht so entschieden hat. Eine Klage bindet Ressourcen und hält Leute von der Arbeit ab." Berger-de León betonte, dass das Gericht die Klage in allen Punkten abgewiesen habe. "Jetzt findet der Wettbewerb wieder da statt, wo er sollte", so Berger-de León weiter, "nämlich auf dem Markt und nicht vor Gericht."

Facebook reagierte ebenso erwartungsgemäß enttäuscht, "insbesondere, weil sich das Gericht nicht einmal die Zeit genommen hat, das Beweismaterial zu begutachten", so eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens. Man prüfe weitere Schritte, einschließlich einer Berufung. Bei Facebook ist man weiterhin überzeugt, im Recht zu sein: "StudiVZ und seine Mutterunternehmen" hätten "auf unfaire Weise von unserer Innovativität, Kreativität und unserer Arbeit profitiert, indem sie unsere Website kopierten", so die Mitteilung von Facebook weiter. Man sei weiterhin überzeugt, dass "das systematische, illegale Kopieren" von Technologie, Website und Code nicht bestand haben werde, "weder in Deutschland noch in Europa und den USA".

Eine parallele Klage Facebooks gegen StudiVZ vor einem kalifornischen Gericht ist weiterhin anhängig. Die Klagen in Köln und Kalifornien sind allerdings deutlich unterschiedlich gelagert.

cis/dpa



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