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Studie: 70 Prozent aller Viren sind auf Diebstahl aus

Vorbei die Zeiten, in den Script-Kiddies, Cyber-Vandalen und IT-Weltverbesserer das Web aus Spaß, "Sport" oder schlicht irregeleitet mit Viren überschütteten. Was da heute über die Datenleitungen schwirrt, kommt meist in krimineller Absicht.

Einst war das Schreiben von Viren - so abstrus das klingt - in erster Linie ein "Sport" für Script-Kiddies und Cracker, die mit dieser ärgerlichen Form des Cyber-Vandalismus entweder ihre eigene Eitelkeit befriedigten, oder sich mit Konkurrenten "Abschuss-Gefechte" lieferten. Das ist vorbei, mutmaßen IT-Sicherheitsunternehmen seit längerem, und Panda Software legt dazu für das Frühjahr 2006 Zahlen vor: Demnach sind inzwischen 70 Prozent aller Virenattacken kriminell motiviert.

Schluss mit lustig: Die meisten aktuellen Viren zielen nicht auf "Randale", sondern auf Profite

Schluss mit lustig: Die meisten aktuellen Viren zielen nicht auf "Randale", sondern auf Profite

Denn mit Viren und Trojanern lässt sich Geld verdienen. Sei es, dass sich die "Virii" mieten lassen, um Webseiten oder Firmennetzwerke zu attackieren; sei es, dass sie sich Zugang zu Finanzprogrammen erschleichen oder dass sie Daten kidnappen, indem sie die Inhalte befallener Rechner verschlüsseln und den Code zur Entschlüsselung nur gegen Lösegeld herausgeben - die Möglichkeiten sind vielfältig.

Parallel dazu, berichtet Panda, verändert sich die Art der Viren. Klassische "Würmer", auch für den Laien im Postfach relativ leicht zu identifizieren, werden demnach immer seltener und werden ersetzt durch subtilere Schadprogramme, die schwerer zu erkennen sind. Besonders häufig ist inzwischen so genannte Spyware, die auf den befallenen Rechnern Informationen abgreift und an ihre Entwickler weiter meldet: Rund 40 Prozent aller im Frühjahr 2006 neu aufgetretenen Viren gehörte laut Panda zu diesem Typ. Auf den Plätzen folgen Banking-Trojaner, die gezielt versuchen, Finanzsoftware auszuschnüffeln (17 Prozent) und noch immer auch Dialer, die versuchen, die gewählte Internet-Verbindung auf eine überteuerte Telefonverbindung umzustellen (8 Prozent).

Der gegenüber der Programmierung der vergleichsweise primitiven Wurm-Viren, für die es regelrechte Bausätze und Bauanleitungen im Internet gibt, erhöhte Aufwand rechnet sich für die Viren-Autoren offenbar, wie auch für die IT-Sicherheitsunternehmen. Im Jahr 2005 soll die Branche mit Virenscannern, Firewalls und anderen Sicherheitsprogrammen und -geräten weltweit rund 3,8 Milliarden Dollar umgesetzt haben. Dem stehen Schätzungen zufolge weltweite Schäden im Bereich über 20 Milliarden Dollar gegenüber.

pat/AFP

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