Studie Viele Deutsche verzichten lieber auf TV als aufs Handy

Das Mobiltelefon stößt den Fernseher vom Thron: Laut einer Studie verzichten die Deutschen lieber ein paar Tage lang auf das TV-Gerät als auf ihr Smartphone. Die Verbraucher in den USA würden fürs Mobiltelefon sogar auf ihren besten Freund verzichten.

Ausgemusterte Fernseher: Keine Chance gegen das Mobiltelefon
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Ausgemusterte Fernseher: Keine Chance gegen das Mobiltelefon


Mal schnell am Bahnhof die E-Mails checken, ein Foto vom Kantinenessen bei Instagram hochladen und im Biergarten die Nachrichten verfolgen: das Smartphone hat einen festen Platz im Alltag vieler Menschen. Ihre Mobiltelefone sind den Deutschen mittlerweile sogar so wichtig, dass sie lieber ihren Fernseher abgeben würden, als auf das Smartphone zu verzichten. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Im Auftrag des Smartphone-Herstellers Motorola Mobility und des Kundenservice-Konzerns B2X wurden jeweils 500 Smartphone- und Tablet-Besitzer in Deutschland und den USA gefragt, auf welche drei Dinge sie eine Woche lang am ehesten verzichten könnten. Das Ergebnis: In Deutschland würden zwar 26 Prozent der Menschen ihren Fernseher weggeben, aber nur 14 Prozent ihr Smartphone. Damit erreicht das Mobilgerät hierzulande mittlerweile einen ähnlichen Stellenwert wie das Auto, das zwölfProzent der Befragten für sieben Tage aufgeben würden.

Übertroffen werden die Deutschen allerdings von den Verbrauchern in den USA. Laut der Studie führen die Befragten dort eine noch innigere Beziehung mit ihren Smartphones. Nur elf Prozent würden ihr Gerät eine Woche lang abgeben. Auf den besten Freund oder die beste Freundin hingegen würden in dieser Zeit immerhin 14 Prozent verzichten.

Eine Woche ohne Smartphone? Nicht für 500 Euro!

Viele deutsche Nutzer lassen sich nicht einmal mit finanziellen Anreizen dazu bewegen, sich für ein paar Tage von ihrem Smartphone zu trennen. Ein Drittel der Deutschen würde auch für 500 Euro nicht sieben Tage lang auf das Mobiltelefon verzichten. Das gilt bei vielen nicht nur tagsüber, sondern auch bei Nacht: Ein Drittel der Befragten trennt sich selbst im Schlaf nur ungern vom Handy und hat das Gerät am liebsten auf dem Nachttisch neben sich liegen.

Doch welche Funktionen sind es, die den tragbaren Computer so unentbehrlich machen? Laut der Studie schalten die Deutschen ihr Smartphone am häufigsten ein, um Textnachrichten zu verschicken (81 Prozent), sich Fotos und Videos anzuschauen (72 Prozent) und um E-Mails abzurufen und zu schreiben (68 Prozent). Erstaunlich ist, dass sich nur etwa die Hälfte der Befragten regelmäßig bei sozialen Netzwerken wie Facebook einwählt (51 Prozent). Sie schauen lieber nach, wie das Wetter wird (61 Prozent).

jbr



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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
blabla1234456 04.07.2014
1. Scherzfrage
Was hat man denn bei so einer Studie erwartet?
motus1 04.07.2014
2. Nach ca. zwei Jahren mit einem Smartphone...
...habe ich das Ding in die Schublade gelegt, mein gutes altes Handy wieder herausgenommen und benutze es seitdem (mit neuem Akku...) wieder. So ungefähr müssen sich die Sklaven in den USA nach dem von den Nordstaaten gewonnenen Sezessionskrieg gefühlt haben.
Mannheimer011 04.07.2014
3. Super Studie
mehr davon.
dx456 04.07.2014
4. Deshalb ...
wurde der Rundfunkbeitrag "erfunden". Da muss man auch bezahlen, wenn man auf das Fernsehen ganz verzichtet. Das verstößt zwar gegen die Verfassung (positive Informationsfreiheit: die Freiheit, ohne Rundfunkbeitrag ins Netz zu gehen und negative Informationsfreiheit: die Freiheit, auf Rundfunk völlig zu verzichten und auch nicht zu bezahlen), aber die Gerichte als "Brüder" des staatlichen Rundfunks biegen das "Recht" schon hin. Zugunsten des Rundfunks und gegen die Verfassung. Selten so einen groben Unfug gelesen, wie die Rundfunkurteile der oberen Gericht in den letzten 2 Jahren.
hajophuket 04.07.2014
5. Ist doch logisch
Mit einem Smartphone kann man 10.000 mal mehr anfangen, als mit einem Fernseher. Kommunikation auf allen Ebenen. Natürlich ist das wichtig und natürlich gibt man das nicht her. Es gibt auch noch Leute die das nicht verstehen, aber die sterben aus.
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