Studie Internet ist nicht gesund

Wer täglich in buckliger Haltung vor dem Monitor ausharrt, mit tränenden Augen und schmerzendem Kreuz, der weiß es längst: Das Internet ist nicht gesund. Eine Studie zeigt jetzt die Folgeschäden längeren Surfens.


"Während die meisten die positiven Effekte des Netzes auf ihr intellektuelles, soziales und psychologisches Wohlbefinden anerkennen, weisen viele der Teilnehmer auch darauf hin, dass sie negative Auswirkungen auf ihre physische Gesundheit erleben", so der Forschungsbericht von Forrester Research. Besonders Haltung, Schlaf und Augen leiden der Erhebung zufolge an langen Stunden vor dem vernetzten Bildschirm, wie der "Sydney Morning Herald" berichtet.

Zwischen 17 und 30 Prozent der Befragten erlebten nachteilige Auswirkungen auf ihre Hände, ihre Sehschärfe oder ihre Haltung. Viele hatten auch Angst vor Sehnenscheidenentzündungen und Skoliose. Ganze 22 Prozent finden den eigenen Angaben zufolge sogar, das Internet habe in ihrem Leben überwiegend negative Auswirkungen. Besonders Frauen erlebten das Netz oft eher als Belastung denn als Bereicherung. Die größte Skepsis gegenüber dem Surfen legten mit Blick auf ihre Gesundheit über 55-Jährige an den Tag, während jüngere dem neuen Medium generell optimistischer gegenüberstanden.

54 Prozent aller Befragten gaben allerdings an, sie erlebten einen positiven Gesamteinfluss des Netzes auf ihr Leben. Zu den Pluspunkten gehörte die Überzeugung, durch die Internetverbindung besser sozial vernetzt, glücklicher und wohlhabender zu sein. Über 10.000 US-Haushalte hatten sich an der Studie beteiligt.

Bei Forrester Research leitet man aus der Studie auch Ratschläge für Hersteller von Hardware und Büromobiliar ab: "Da Online-Konsumenten mehr negative Effekte auf Sehschärfe, Haltung und Hände erleben, werden ergonomische Schreibtischstühle und Keyboards sowie augenfreundliche Monitore erstrebenswerter", schreiben die Forscher. Wer hätte das gedacht?

cis



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