Angebot für bedürftige Kinder Der Weihnachtsmann kommt per Webcam

Kamin war gestern - heute kommt der Weihnachtsmann per Webcam. Das ist viel billiger. Zwei Niedersachsen bieten einen kostenlosen Online-Weihnachtsdienst für bedürftige Kinder an, wollen den Weihnachtsmann wenigstens virtuell in jedes Haus bringen.

dapd

Nienhagen - Das Kaminfeuer lodert, der Weihnachtsbaum ist geschmückt und die Kamera läuft. Vor der Webcam sitzt Santa Rodolfo, der für Heiligabend übt. Der verkleidete Weihnachtsmann kommt am 24. Dezember für bedürftige Kinder allein oder in Begleitung seines Engels via Internet-Telefonie auf den heimischen Bildschirm. "Wo es nicht möglich ist, dass ein Weihnachtsmann persönlich vorbeikommt, da wollen wir ran und helfen", sagt Rodolfo durch seinen dicken weißen Bart. Er trägt eine kleine goldene Brille, die manchmal leicht beschlägt, wenn er spricht.

Rodolfo ist einer von fünf Weihnachtsmännern von suche-santa.de, drei davon stammen aus dem niedersächsischen Nienhagen. Er hat früher schon privat den Weihnachtsmann gegeben. Dadurch sei auch zusammen mit seinem Kollegen Albert die Idee für den Internet-Weihnachtsdienst entstanden.

"Ich wurde oft angesprochen, ob ich jemanden kenne, der das kostenlos macht", weil das Geld für einen gemieteten Weihnachtsmann fehlt. Albert und Rodolfo stellen deswegen ihre Dienste vor der Kamera kostenlos zur Verfügung. Wer ein Kind anmeldet, gibt den Grund der Bedürftigkeit an, den Namen und ob der oder die Kleine artig war. "Wir werden dann nach dem Wunsch fragen und die Eltern können anschließend die Geschenke übergeben."

"Ich kann nicht jedes Kind auf der Welt persönlich besuchen"

Früher sei der Nachbar als Weihnachtsmann verkleidet zur Bescherung ins Wohnzimmer gekommen, heute erscheine er eben auf dem Computer, erklären die beiden. "Wenn sich die Zeiten ändern, muss der Weihnachtsmann auch mitgehen." Für die Kinder von heute sei das auch kein Problem. Viele Kinder telefonierten zum Beispiel mit Elternteilen oder Großeltern, die in anderen Städten wohnen, über das Internet.

Dass der Weihnachtsmann nicht persönlich auftritt, habe bisher auch kein Kind enttäuscht. Die beiden Santas erklären gleich zu Beginn des Videotelefonats: "Ich habe heute viel zu tun und kann leider nicht jedes Kind auf der Welt persönlich besuchen."

Um besonders authentisch zu sein, gibt es für alle Weihnachtsmänner einen Ehrenkodex. Dazu gehört ein gutes Kostüm mit Bart und Perücke sowie volle Konzentration. Essen und Trinken oder gar Rauchen ist während des Gesprächs natürlich nicht erlaubt. "Das würde der Weihnachtsmann schließlich nicht machen", betonen die beiden.

In den letzten Adventstagen feilen die Weihnachtsmänner noch an der Technik. "Wir machen das ja zum ersten Mal", sagt Albert. In den USA sei das Prinzip schon weit verbreitet: "Da kann man sogar mit Kreditkarte zahlen." Das sei aber nicht das Ziel von suche-santa.de. Ihr Angebot solle eine Wohltätigkeitsaktion sein und auch bleiben.

von Vivian Sapper, dapd

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
henson999 18.12.2012
1. iPad
Ich frage mich, wie gross die Schnittmenge von bedüftigen Kindern und Eltern, die ein iPad besitzen, ist. Das wäre ja ganz interessant um die Zielgruppe zu definieren.
webman 18.12.2012
2. Je größer die Not ...
...desto größer der flatscreen ;);)
zwäähn 18.12.2012
3. Natürlich viiiiel billiger...
@henson999 Sie sagen es :D Es wär ja viel zu teuer sich ein eigenes Kostüm zu kaufen und sich selbst zu verkleiden um was mit seiner Familie zu unternehmen. Ich frage mich was man unter 'bedürftig' versteht wenn man sich kein billiges Kostüm aber ein Computer leisten kann? PS: wieso wird eigentlich immer ein sch**ß iPad in den Artikeln verwendet?...
jd_berlin 18.12.2012
4. Etwas ähnliches...
...gibt es auch auf www.weihnachtsmann.de, da kann man dem Weihnachtsmann seine Wünsche hinterlassen.
donatellab 18.12.2012
5. Unser Riesenkonsumfest namens Weihnachten
Zitat von sysopdapdKamin war gestern - heute kommt der Weihnachtsmann per Webcam. Das ist viel billiger. Zwei Niedersachsen bieten einen kostenlosen Online-Weihnachtsdienst für bedürftige Kinder an, wollen den Weihnachtsmann wenigstens virtuell in jedes Haus bringen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/suche-santa-der-weihnachtsmann-kommt-der-webcam-a-873523.html
Das ist wirklich billig. Statt am Lebkuchen können die Kinder ja an den Fingernägeln knabbern.
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