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Suchergebnis-Spam: Welche Seiten Googles neuer Algorithmus straft

Breitseite gegen Billigheimer: Mehr nützliche Treffer in den Suchergebnissen hat Google versprochen und dazu seinen Algorithmus umgestellt. Eine Untersuchung von Trefferlisten vor und nach der Umstellung zeigt, welche Websites in Ungnade fallen.

Associated Contet: Billigheimer verlieren Google-Publikum Zur Großansicht

Associated Contet: Billigheimer verlieren Google-Publikum

Hamburg - Mehr Qualität hat Google seinen Nutzern versprochen, bessere Suchtreffer und weniger belanglose Websites in den Ergebnissen. Dazu wurde der Such-Algorithmus, zunächst nur in den USA, vor fünf Tagen umgestellt. Ziel der Maßnahme: Schlechtere Plätze für Billigheimer mit ihren nutzlosen, von Billigkräften auf Suchmaschinen-Anfragen hin zusammengeschusterten Webseiten. Insgesamt sollen 11,8 Prozent aller Suchanfragen von den Änderungen betroffen sein.

Was Google nicht öffentlich bekannt gab: Welche Websites das Unternehmen ins Visier nimmt. Eine erste Untersuchung dazu liegt nun vor. Die Firma Sistrix aus Bonn hat eine Million Keywords vor und nach der Umstellung untersucht - und so festgestellt, welche Seiten von der Umstellung am heftigsten Betroffen sind.

Tatsächlich handelt es sich um suchmaschinenoptimierte Inhalte (siehe Tabelle): Yahoos associatedcontent.com, suite101.com und ezinearticles.com büßen demnach am meisten Einträge ein und verlieren an Sichtbarkeit im Google-Index. Zuletzt hatte es Kritik gegeben, die Google-Suchtreffer seien zunehmend durchsetzt von billig produzierten Texten, die vorrangig nur einen Zweck erfüllen sollen: Eine gute Platzierung in den Trefferlisten der Suchmaschinen zu bestimmten Suchbegriffen. Das Interesse des menschlichen Lesers ist bei diesen Angeboten sogenannter Content Farmen weniger von Belang als das Interesse des Such-Algorithmus. Die Suchmaschine führt den Anbietern Leser zu, die kommen nicht von allein.

Content Farmen sind Anbieter, die zu Trendthemen oder zu populären Suchanfragen inhaltlich flache Artikelchen für wenig Geld in Auftrag geben und veröffentlichen.

Google-Update: Die größten Keyword-Verlierer
Domain Verlorene Einträge Veränderung
associatedcontent.com 162.917 75%
suite101.com 141.469 79%
ezinearticles.com 130.231 71%
hubpages.com 102.820 67%
buzzle.com 62.049 72%
merchantcircle.com 58.666 63%
wisegeek.com 52.084 70%
articlesbase.com 50.909 62%
findarticles.com 44.621 69%
answerbag.com 41.260 61%
Auf Basis von einer Million Keywords wurden für diese Seiten Keyword-Treffer vor und nach dem Google-Update gezählt. Quelle: Sistrix
Aufatmen dürften hingegen die Anleger von Demand Media. Das Unternehmen veröffentlicht Tag für Tag mehrere Tausend Ratgeber-Texte auf eHow.com und Plattformen für Mode, Sport und Outdoor. Das Unternehmen konnte dieses Jahr bei seinem Börsengang 1,9 Milliarden Dollar einlösen. Es war vermutet worden, dass Google die Trash-Inhalte von Demand Media abstrafen würde.

Laut Sistrix-Chef Johannes Beus gibt es dafür aber keine Anhaltspunkte - im Gegenteil: eHow.com werde nach der Umstellung von Google eher noch besser bewertet. Warum der Google-Algorithmus für die Angebote von Demand Media eine Ausnahme macht, ist unklar: Auf den von Sistrix herausgegebenen Listen finden sich Dutzende ähnliche Angebote.

Google-Update: Die zehn größten Verlierer
Platz Domain Veränderung Sistrix vorher Sistrix nachher
1. wisegeek.com -77% 121,58 28,22
2. ezinearticles.com -90% 65,08 6,65
3. suite101.com -94% 54,04 3,28
4. hubpages.com -87% 55,16 7,40
5. buzzle.com -85% 43,25 6,55
6. associatedcontent.com -93% 38,29 2,57
7. freedownloadscenter.com -90% 30,26 3,01
8. essortment.com -91% 25,73 2,32
9. fixya.com -80% 28,78 5,83
10. americantowns.com -91% 24,88 2,18
Der Sistrix-Sichtbarkeitsindex wird berechnet aus der Position in der Trefferliste und den erwarteten Klicks. Grundlage waren eine Million Keywords. Quelle: Sistrix

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Unbrauchbare Suchergebnisse...
systembolaget 28.02.2011
Zitat von sysopBreitseite gegen Billigheimer: Mehr nützliche Treffer in den Suchergebnissen hat Google versprochen und dazu seinen Algorithmus umgestellt. Eine Untersuchung von Trefferlisten vor und nach der Umstellung zeigt, welche Websites in Ungnade fallen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,748067,00.html
lassen sich durch geschickte Kombination der "" + - * site: OR Operatoren fast ganz ausfiltern; wenn man nur ein Wort oder zwei mit Leerzeichen in die Suchmaske eintippt, muß man sich nicht wundern, wenn seitenweise irrelevantes Zeug angezeigt wird.
2. alles wird besser...
saddamatus, 28.02.2011
Wenn es jetzt noch eine Möglichkeit gäbe, die ganzen unbrauchbaren Branchenverzeichnisse und Adressverzeichnisse zu übergehen, die einem im Wege stehen, wenn man ein bestimmtes kleineres Unternehmen sucht... Vielleicht kann mir der schlaue Systemhändler ein Keyword nennen das mir mittels - Option diesen Dienst leistet?
3. Wenn's das gäbe...
systembolaget 28.02.2011
Zitat von saddamatusWenn es jetzt noch eine Möglichkeit gäbe, die ganzen unbrauchbaren Branchenverzeichnisse und Adressverzeichnisse zu übergehen, die einem im Wege stehen, wenn man ein bestimmtes kleineres Unternehmen sucht... Vielleicht kann mir der schlaue Systemhändler ein Keyword nennen das mir mittels - Option diesen Dienst leistet?
...wär's schön. Man kann sich aber vom Schreibtisch oder Notepad oder sonstwo immer eine Liste mit den "üblichen Verdächtigen" zur Suche dazukopieren metallverarbeitung hamburg -3klicks -branchen* -cylex -dialo -goyellow -hotfrog -linx -pointoo -stadtbranchenbuch -webadress etc. pp. - dann kommt viel weniger Linksammlungsmüll in der Trefferliste an, und man muß die elend vielen Sinnlosverzeichnisse nicht jedes mal von neuem als Ausschlußkriterium eintippen.
4. Suchergebnisse blocken
tartex 28.02.2011
Mit dieser Chrome-Erweiterung lassen sich die Suchergebnisse anpassen und unerwünschte Seiten entfernen: http://googlewebmastercentral-de.blogspot.com/2011/02/suchergebnisse-mit-chrome-erweiterung.html
5. Suchergebnisse blocken 2
angst+money 01.03.2011
Firefox-Benutzer können hierzu greifen: http://www.optimizegoogle.com/
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Google
Der Konzern
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.


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