Suchmaschine Wolfram Alpha: Was der Google-Gegner weiß - und was nicht

Von und

7. Teil: Wissenschaft - Alles über Aspirin

Wissenschaftliche Anfragen beantwortet Wolfram Alpha mit Bravour, aber ohne sich lange mit Erklärungen aufzuhalten. Auf die Frage nach dem Refraktionsindex, einer optischen Eigenschaft von Wasser, zupft Wolfram ohne Zögern den korrekten Zahlenwert hervor: 1,333. Google hingegen bietet nicht weniger als 781.000 Seiten zum selben Thema an. Ganz oben wieder die Wikipedia mit einer Liste von Refraktionsindizes, aus dem an sich den Wert für Wasser erst heraussuchen muss.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Suche nach der Dichte von Wasser. Wolfram liefert hier allerdings nicht nur den reinen Zahlenwert, sondern auch gleich ein Liste mit Umrechnungen in anderen Maßeinheiten und ein paar Vergleiche mit der Dichte des menschlichen Körpers und sogar ein Phasendiagramm. Google stellt einmal nicht die Wikipedia, sondern eine britische Seite mit Umrechnungstabellen an die erste Stelle. Die allerdings präsentiert nicht nur die Dichte, sondern auch noch etliche andere Informationen rund ums Wasser.

Einsteins berühmte Formel: Gibt man Wolfram Alpha mathematische Ausdrücke vor, läuft es zu Hochform auf, glänzt mit grafisch wunderbar aufbereiteten Formeln. Der Mathematica-Unterbau macht sich bezahlt

Einsteins berühmte Formel: Gibt man Wolfram Alpha mathematische Ausdrücke vor, läuft es zu Hochform auf, glänzt mit grafisch wunderbar aufbereiteten Formeln. Der Mathematica-Unterbau macht sich bezahlt

Bei der Suche nach dem Medikament Aspirin spielt Wolfram Alpha seine volle Stärke aus. Neben chemischen und Strukturformeln des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure werden räumliche Modelle der Molekülstruktur und etliche chemische Kennzahlen übersichtlich und sauber geordnet angezeigt. Was fehlt, ist eine Erklärung, wozu das Zeug eigentlich gut sein soll. Die liefert Google. Nicht nur mit einem Wikipedia-Eintrag, sondern auch mit einem direkten Link zu einer Produktseite des Herstellers.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. .
Poisen82, 06.05.2009
Tja, wenn google das aufkaufen würde und in seine Suchmaschine integriert... WolframALPHA kann man als sehr gute Idee bezeichnen, alleine es Fehlt an den Recourcen eines große Konzerns
2. Hat Potential
rohfleischesser 06.05.2009
Expertensysteme wie Wolfram haben Potential. Ich bin sehr gespannt, mit was für Fragen das Programm klarkommt und wie weit sich die Wissensbasis überhaupt ausdehnen lässt. Auch die Unterstützung für andere Sprachen als Englisch ist langfristig unverzichtbar. Wolfram Alpha wird allerdings vorerst weniger mit Google konkurrieren als mit Wikipedia.
3. ...
Newspeak, 06.05.2009
Zitat SPON: "Man hat das Gefühl, dass dieses Werkzeug von Naturwissenschaftlern für Naturwissenschaftler erstellt wurde." Was, wenn genau das beabsichtigt ist? Vielleicht wäre es in einer hochtechnisierten Welt einfach mal für die Masse (auch der Journalisten) angebracht, sich ein solides naturwissenschaftliches Grundwissen zu verschaffen, als stattdessen Wolfram Alpha auf das Niveau des allerdümmsten Mitglieds der Gesellschaft herunterzubrechen?
4. ...
Newspeak, 06.05.2009
Zitat von rohfleischesserExpertensysteme wie Wolfram haben Potential. Ich bin sehr gespannt, mit was für Fragen das Programm klarkommt und wie weit sich die Wissensbasis überhaupt ausdehnen lässt. Auch die Unterstützung für andere Sprachen als Englisch ist langfristig unverzichtbar. Wolfram Alpha wird allerdings vorerst weniger mit Google konkurrieren als mit Wikipedia.
Konkurrenz hin oder her. Wolfram Alpha, Google und Wikipedia haben unterschiedliche Intentionen und sind, jeder für sich, genial. Intelligente Zeitgenossen werden immer alle Möglichkeiten zugleich nutzen und kombinieren, um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Interessant dürfte allerdings sein, wie man in Zukunft die Ergebnisse von Wolfram Alpha in seinen eigenen Arbeiten zitiert und ob sich Lehrer und Professoren dann genauso lange zieren werden, und stattdessen diesen Weg des Wissenserwerbs als minderwertig abstempeln (weil nicht zitierfähig, nicht Peer-review geprüft, zeitlich variabel usw.).
5. Arg einseitig der Artikel
osiris1987 06.05.2009
Meiner Meinung nach wird im Artikel WolframAlpha viel zu sehr als Suchmaschine gesehen, tatsächlich hat es aber seine stärken ganz woanders, nämlich im Daten zueinander in Bezug setzen. Statt einfach nur 10 Begriffe einzuhacken hätte man ja auch mal Dinge wie "GDP France/GDP Germany" o.ä. eintippen können. Bei google besteht sogut wie keine Chance bei sowas ein vernüftiges Resultat zu bekommen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Suchmaschinen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 14 Kommentare

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.