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Suchmaschinenmarkt Bing reibt sich am Felsen

Bing Maps Betaversion: Vom Weltraum bis auf die Straße
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2. Teil: Ist da noch was zu machen - oder ist das Rennen gelaufen?

Bing reibt sich also regelrecht an einem Felsen, der vor allem außerhalb der USA (Marktanteil Google in Europa: mehr als 90 Prozent) unverrückbar scheint, seine Erfolge schaden nicht dem eigentlichen Gegner. In den vergangenen Wochen aber mehren sich die Zeichen, dass die Sache für Microsoft trotzdem nicht verloren sein muss. Offensichtlich ist etwa, dass die Europäische Kommission Google immer stärker ins Visier nimmt. Dass die EU bei so erdrückender Markt-Übermacht bremsen kann, weiß Microsoft nicht erst, seit es etwa bei Browsern neben eigenen Produkten auch die der Konkurrenz anbieten muss.

Vor allem aber ist es das Umschlagen der öffentlichen Meinung, das Googles Standing gefährden könnte: Aus dem einst so sympathischen Start-up ist in den Augen vieler ein Daten-Kraken geworden, dessen Beliebtheit so rapide sinkt, dass sogar immer mehr Politiker glauben, mit teils populistischen Deckelungsforderungenen gegen Google beim Wähler punkten zu können. Mit so etwas kennt sich vor allem Microsoft bestens aus: Die Firma war lange Jahre Buhmann Nummer eins.

Gegen genau dieses Image stemmt sich Microsoft, jetzt, da ein neuer Buhmann in Sicht scheint, auch mit seinen Bing-Kampagnen, kommt hemdsärmelig und ironisch daher. In Großbritannien lautet der Werbe-Claim "Bing and decide" und verkauft sich als Initiative gegen die Informationsüberflutung durch andere Suchmaschinen.

Der Witz daran: In einigen Bereichen kann Bing in seinen englischsprachigen Versionen dieses Versprechen sogar halten. Bestens durchdacht ist etwa die Bildersuche, auch die Shoppingsuche, die die Aufarbeitung der Ergebnisse nach verschiedenen Ranking-Methoden von Kundenrezensionen bis zu Expertenurteilen, nach Preisen oder dem üblichen best match erlaubt. Wer sich für ein Einzelprodukt interessiert, bekommt den Preisvergleich gleich mitgeliefert.

Bei bestimmten Produktgruppen gibt es dazu kataloghafte Stöberfunktionen, bei denen die Produkte visualisiert werden. Man kann die Produkte dann gruppieren - nach Popularität, nach Preis, nach technischen Merkmalen, nach Marke, nach Qualitätsansprüchen. Wer das für eine unnütze Spielerei hält, probiere es einmal aus auf der Suche nach Damenhandtaschen. Egal, wie man zum einen oder anderen Unternehmen steht: So etwas hat Google einfach nicht zu bieten.

Und das gilt für viele Details und Schwerpunkte - von Reise-Suchen bis hin zu den teils erheblich besseren Visualisierungen im Maps-Teil, in denen Bing mitunter Luftaufnahmen von phantastischer Qualität bietet, wo Google nur verpixelte Uralt-Satellitenbilder hat (siehe Bildergalerie oben). Kein Zweifel: Dieses gezielte Investieren in Schwerpunkte zahlt sich aus - auch für den Nutzer.

Es geht nicht nur um Qualität

Es ist aber auch mit Problemen verbunden. Microsoft schafft das alles nur mit der Hilfe von Partnern, und was dabei herauskommt, ist nur so gut wie diese Partner. In Deutschland, gibt das Unternehmen unumwunden zu, ist Bing noch nicht so weit wie in in den USA oder jetzt in Großbritannien. Das ist auch der Grund, warum wir hier noch keine Werbekampagne von Microsoft zu Gesicht bekommen: In Großbritannien wurde in der vergangenen Woche die Betaphase beendet, und sofort begann Microsoft, für Bing zu trommeln. In Deutschland "steht uns dieser Schritt noch bevor", so ein Microsoft-Insider zu SPIEGEL ONLINE, "dann erst starten auch wir umfassende Marketingmaßnahmen" für Bing.

Mit Qualitäten kann man eben erst dann werben, wenn man genügend beisammen hat. Google nutzt die Zeit, fast im Tagestakt neue Features vorzustellen. Wirklich beeindruckende neue Leistungen kamen dabei zwar zuletzt selten heraus. Trotzdem dominiert Google auch die Berichterstattung über das Thema Suchmaschinen: Das größte Problem von Bing könnte am Ende sein, dass der Wettbewerb gar nicht mehr über Qualität entschieden wird.

Google steht für viele Nutzer so synonym für Suchmaschine, dass sie kaum noch zu bewegen sind, auch nur eine andere auszuprobieren: Die Nutzung von Google ist habituell, eine Gewohnheit. Wer etwas zu suchen hat, sucht dort.

Das weiß übrigens auch Microsoft: Wer die aktuellen Bing-Videos in gesammelter Form sucht, findet sie natürlich bei Google, im Bing-Themenkanal bei der Videotochter YouTube. Man kann das subversiv finden - oder sehr pragmatisch.

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insgesamt 15 Beiträge
Ich würde Bing ja ausprobieren, die haben so nette National-Geographic-Bildchen. Aber mein System hat einen sehr fleissigen Anti-Microsoft-Filter, keine Chance also für drittklassige Suchmaschinanalgorhytmen ;))
Ich würde Bing ja ausprobieren, die haben so nette National-Geographic-Bildchen. Aber mein System hat einen sehr fleissigen Anti-Microsoft-Filter, keine Chance also für drittklassige Suchmaschinanalgorhytmen ;))
elperiquito 11.03.2010
Wieso sollte ich von Google weg, um ein Produkt zu nutzen, das in keinster Weise technisch überlegen ist? Während Microsoft versucht mir einzureden, ich würde durch das Chaos von Ergebnissen in Google nicht durchsteigen und mir [...]
Wieso sollte ich von Google weg, um ein Produkt zu nutzen, das in keinster Weise technisch überlegen ist? Während Microsoft versucht mir einzureden, ich würde durch das Chaos von Ergebnissen in Google nicht durchsteigen und mir der gezeigte Werbespot vermitteln möchte, dass ich vermutlich bald durchdrehe, wenn ich mich weiter mit Google quäle, finde ich in Google immer genau das, wonach ich gesucht habe - und zwar blitzschnell. Bing ist ein weiterer Versuch, ein Produkt anzubieten, nur um einem Konkurrenzunternehmen Marktanteile abzugraben. Wirklich gebraucht wird Bing aber nicht, und das schlägt sich deutlich darin nieder, dass es kaum benutzt wird. Der Markt hat entschieden.
www.PlusPedia.de 11.03.2010
Google hat Stark angefangen - Zielsicher fand man das was man suchte. Mittlerweile sind bei Google zwei Probleme aufgetreten, derer man sich häufig nicht bewusst ist. 1) Google hat eine quasi Monopolartige Struktur. 2) [...]
Google hat Stark angefangen - Zielsicher fand man das was man suchte. Mittlerweile sind bei Google zwei Probleme aufgetreten, derer man sich häufig nicht bewusst ist. 1) Google hat eine quasi Monopolartige Struktur. 2) Google weiss alles beser. Das erste Problem beinhaltet die Gefahr einer Gemütlichkeit und Zufriedenheit mit dem Status Quo. Das Problem zwei ist aktuell gravierender. Google interpoliert die Suche, ohne aber dem Benutzer mitzuteilen, dass sie manipuliert wird und ohne, dass der Benutzer das abschalten kann. So passiert es wenn man einen exakten Begriff sucht, das Gesuchte überhaupt nicht findet, sondern mit Alternativvorschlägen überhäuft wird. Hierzu gibt es einen interessanten Artikel mit entsprechenden Fallbeispielen: http://www.pluspedia.de/index.php/Google_Schw%C3%A4chen
inbay 11.03.2010
Den Fehler machte Microsoft beim Suchmaschinen Marketing. Um gut gelistet zu werden sollte ich kostenpflichtige Platzierungen Buchen noch bevor Bing auch nur 3% Marktanteil hatte. Seitdem ist der Bot von denen ausgesperrt und [...]
Den Fehler machte Microsoft beim Suchmaschinen Marketing. Um gut gelistet zu werden sollte ich kostenpflichtige Platzierungen Buchen noch bevor Bing auch nur 3% Marktanteil hatte. Seitdem ist der Bot von denen ausgesperrt und gesucht wird bei Google.
vibackup 11.03.2010
Scheinbar. Und mit zwei Artikeln so dicht hintereinander scheint der Spiegel ja auch fest entschlossen zu sein, dem Gedanken Taten folgen zu lassen. //M
Zitat von sysopAnders als bei früheren Suchmaschinen-Versuchen hat Microsoft mit Bing eigentlich alles richtig gemacht: Der Dienst ist schnell, qualitativ gut, hat sich ein positives Image erarbeitet. Marktanteile aber nimmt er eher dem Partner Yahoo ab als dem Gegner Google. Hilft da nur noch Werbung?
Scheinbar. Und mit zwei Artikeln so dicht hintereinander scheint der Spiegel ja auch fest entschlossen zu sein, dem Gedanken Taten folgen zu lassen. //M
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