Malware aus Nordkorea Südkorea warnt Spieler vor verseuchter Online-Software

Die Polizei in Südkorea warnt vor infizierter Online-Spielesoftware aus Nordkorea. Verseuchte Computer werden offenbar als Zombie-Rechner für den Cyberwar eingesetzt.

Südkoreanische Soldaten spielen Koreakrieg nach (Symbolbild): Warnung vor Angriffen unter falscher Flagge
AP/dpa

Südkoreanische Soldaten spielen Koreakrieg nach (Symbolbild): Warnung vor Angriffen unter falscher Flagge


Nordkorea kapert offenbar gezielt die Rechner von Online-Gamern in Südkorea, um die Geräte für Cyber-Angriffe zu missbrauchen. Die National Police Agency (NPA) in Südkorea hat die Bürger nun davor gewarnt, nicht verifizierte Programme für Online-Games herunterzuladen. Das berichtet der südkoreanische Fernsehsender "Arirang" auf seiner Website. Die NPA geht davon aus, dass Behörden in Nordkorea die Online-Spielesoftware bewusst mit Malware verseuchen und ins Netz stellen.

Die südkoreanische Polizei rät den Nutzern, die Finger von nicht zertifizierten Programmen zu lassen. Ansonsten könne sich Malware auf dem Rechner einnisten, die IP-Adressen und Ortsdaten auslesen und an den politischen Feind im Norden senden. Außerdem sei es möglich, dass Nordkorea die Rechner für Distributed Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) missbrauche. Wer den Verdacht habe, sich Malware eingefangen zu haben, soll als Gegenmaßnahme persönliche Daten auf dem Rechner sichern und die Festplatte formatieren.

DDoS-Attacken sind ein beliebtes Mittel im Cyberwar, um die Online-Infrastruktur politischer Gegner außer Gefecht zu setzen. Bei DDoS-Attacken wird ein sogenanntes Botnet eingesetzt, also ein ferngesteuertes Netzwerk aus infizierten Computern. Auf Befehl stellen diese Zombie-Rechner gleichzeitig massenhaft Anfragen an bestimmte Internet-Adressen. Unter dem Ansturm brechen die Server des Opfers in der Regel zusammen.

Angriff unter falscher Flagge

Immer wieder gerät Nordkorea unter Verdacht, gezielte DDoS-Angriffe auf die USA und die Nachbarn in Südkorea zu starten. Doch nicht immer steckt auch wirklich Nordkorea dahinter, die Urheber solcher Angriffe sind nur schwer zu ermitteln. Im Jahr 2009 rollte eine massive Cyber-Attacke gegen die Websites von Regierungsbehörden, Banken und Börsen in den USA und Südkorea. Die Opfer der DDoS-Angriffe machten zunächst Nordkorea für die Attacken verantwortlich.

Doch einige Monate später zogen die USA ihre Anschuldigungen zurück. Da Zehntausende Rechner für die DDoS-Attacken gekapert worden waren, ließ sich die Spur zu den Urhebern nicht zurückverfolgen: Kann nicht identifiziert werden, woher die ursprünglichen Befehle stammen und wer dafür tatsächlich verantwortlich zeichnet, kann so ein Angriff unter falscher Flagge stattfinden.

Im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea spielt der Cyberwar eine große Rolle. Südkoreanische Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa 3000 Cyberwar-Experten für den nordkoreanischen Geheimdienst arbeiten. Darunter auch etwa 200 Foren-Trolle, die für schlechte Stimmung auf den Websites der politischen Gegner sorgen.

jbr



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Abbuzze 25.10.2013
1.
---Zitat--- Südkoreanische Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa 3000 Cyberwar-Experten für den nordkoreanischen Geheimdienst arbeiten. Darunter auch etwa 200 Foren-Trolle, die für schlechte Stimmung auf den Websites der politischen Gegner sorgen.l[/url] ---Zitatende--- In Nordkorea kann man hauptberuflich als Foren-Troll arbeiten? Manch einer wird bei dem Gedanken eine Träne wegdrücken müssen. In der restlichen Welt ist das kaum möglich... andererseits sollten die Trolle hier im SPON Forum mal bei Google und Apple anfragen, ob man nicht zumindest eine 400€ Anstellung bekommen könnte ;)
mgolen 25.10.2013
2.
Zitat von AbbuzzeIn Nordkorea kann man hauptberuflich als Foren-Troll arbeiten? Manch einer wird bei dem Gedanken eine Träne wegdrücken müssen. In der restlichen Welt ist das kaum möglich... andererseits sollten die Trolle hier im SPON Forum mal bei Google und Apple anfragen, ob man nicht zumindest eine 400€ Anstellung bekommen könnte ;)
Kaum zu glauben, dass Nordkorea das nötig hat, oder? Hier machen das die Leute gratis!
bloub 26.10.2013
3.
und am ende steckt die usa dahinter. verwundert sollte man darüber aber nicht sein, wäre nicht das erste mal ;).
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.