Swype Populäre Tastatur-App wird nicht mehr weiterentwickelt

Swype zählt zu den bekanntesten alternativen Tastaturen für Android und iOS. Doch nun gibt es für Nutzer der App schlechte Nachrichten: Die Software wird in Zukunft wohl nicht mehr aktualisiert.

Swype-Erklärbildschirm
Markus Böhm

Swype-Erklärbildschirm


Wörter zusammenwischen statt einzelne Buchstaben antippen: Mit dieser Funktion namens "Swipen" schaffte es die Smartphone-App Swype von 2009 an zu einiger Beliebtheit. Auf Android-Geräten wurde die Touchscreen-Software viele Millionen Mal installiert, auch in Apples AppStore zählte sie kürzlich noch zu den populärsten Dienstprogrammen. In einem Werbetext des Herstellers ist gar von insgesamt 250 Millionen Anwendern weltweit die Rede. 2011 war die Firma hinter Swype für rund 100 Millionen Dollar vom Tech-Unternehmen Nuance gekauft worden.

Nun jedoch steht die Arbeit von Swype vor dem Aus, Updates der App sind nicht mehr zu erwarten. Die iOS-Version ist bereits aus dem AppStore verschwunden. Laut einer kurzen Erklärung des Swype-Produktteams will sich der Hersteller auf andere Geschäftsfelder konzentrieren.

Android-Nutzer können die App derzeit noch kaufen, in einer Version vom 18. Januar für 1,09 Euro. Der Website "xdadevelopers" bestätigte ein Nuance-Sprecher jedoch, dass auch die Swype-App für Android nicht mehr weiterentwickelt wird.

Fehlende Updates sind ein Sicherheitsrisiko

Wer die virtuelle Tastatur bereits heruntergeladen hat, kann sie immerhin weiter nutzen. Mit Blick auf in Zukunft möglicherweise auftauchende Sicherheitslücken stellt sich allerdings die Frage, ob dies empfehlenswert ist: Denn gerade eine Tastatur-App, der der Nutzer bei der Eingabe zum Beispiel auch Passwörter anvertraut, sollte vom Hersteller möglichst gut abgesichert werden - im Zweifel eben auch mit Sicherheitsupdates. Sonst können eventuell Kriminelle in Zukunft Eingaben mitschneiden und so an sensible Nutzerinformationen gelangen.

Alternativen zu Swype, die in absehbarer Zeit wohl weiter mit Aktualisierungen bedacht werden, gibt es genug. So können Android- und iOS-Nutzer mittlerweile zum Beispiel auch per Swiftkey und mit Googles Gboard Wörter zusammenwischen.

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insgesamt 10 Beiträge
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timo0105 20.02.2018
1. Landet das Coding im Safe?
Leider werden immer wieder Softwareprodukte einfach fallen gelassen. Die Weiterentwicklung könnte dadurch ermöglicht werden, dass der Quellcode unter GPL o.ä. veröffentlicht wird. Damit könnte das Produkt als Community Projekt weiterleben.
swnf 20.02.2018
2. Analog zu Smart-Lautsprecher-Kommentaren
Wer braucht denn sowas wie eine Wisch-Tastatur? Wer ist denn so blöd und installiert sich einen Keylogger auch noch freiwillig? Kennen Sie Edward Snowden? Warum nur holen sich alle feiwillig eine Wanze aufs Smartphone? Klaut Google nicht schon genug Daten? Braucht man da noch einen weiteren Datendieb von einem Drittanbieter? Ich werde es nie verstehen, wie man sich solche Datenspione ins Haus holen kann. Sind die Leute mittlerweile so einsam, dass sie sich freuen, wenn sich überhaupt jemand für sie interessiert? ... usw.
spon_2999637 20.02.2018
3.
Zitat von swnfWer braucht denn sowas wie eine Wisch-Tastatur? Wer ist denn so blöd und installiert sich einen Keylogger auch noch freiwillig? Kennen Sie Edward Snowden? Warum nur holen sich alle feiwillig eine Wanze aufs Smartphone? Klaut Google nicht schon genug Daten? Braucht man da noch einen weiteren Datendieb von einem Drittanbieter? Ich werde es nie verstehen, wie man sich solche Datenspione ins Haus holen kann. Sind die Leute mittlerweile so einsam, dass sie sich freuen, wenn sich überhaupt jemand für sie interessiert? ... usw.
Ach - und die Tastatur-App von Google oder Apple kennen Sie? Und wissen, dass da Google oder Apple nicht mitliest? Dann lieber ASK AnySoftKeyboard von F-Droid.org - ist Open Source und "jeder" kann schauen, was da nach extern übertragen wird....
dreamcatcher 20.02.2018
4. WRIO Keyboard ist eine gute Alternative
Braucht zwar etwas Eingewöhnung wegen des alternativen Designs, aber man kann dank der grösseren Tasten richtig schnell schreiben und macht vor allem weniger Tippfehler. Und da sie keine Berechtigungen braucht, landen auch keine Daten im Netz.
MartinHa 20.02.2018
5. War wirklich innovativ!
Im Vergleich zum normalen Tippen schreibt man mit Wischen deutlich schneller. Kann das jedem empfehlen. Ich habe Swype lange benutzt. Im letzten Jahr hat allerdings die Google-Tastatur, die seit einigen Jahren auch das Wischen anbietet, deutllich aufgeholt; insbesondere hat sie schneller als die Swype-Tastatur reagiert, und hat auch einen deutlich größeren Wortschatz. Beim Erkennen der Wischspur war Swype aber auch vor kurzem noch einen Tick besser (wenn das Wort im Wörterbuch war).
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