Festival SXSW Interactive Auf der Suche nach dem nächsten Twitter

Hier ist einst Twitter durchgestartet: Auf der Technologie-Messe South by Southwest Interactive im texanischen Austin trifft sich die Branche und sucht nach dem nächsten großen Ding. Dieses Jahr stehen Hacker und Maker im Mittelpunkt.

Josh Anderson

Aus Austin berichtet


Donnerstagabend, nach 8 Uhr: Auf der Interstate 35, die sich durch die texanische Hauptstadt Austin zieht, stehen die Autos dicht an dicht. "South by Southwest", sagt die Taxifahrerin und zuckt mit den Schultern. Rund 60.000 Teilnehmer zählte das SXSW-Festival im vergangenen Jahr, mit den zahlreichen inoffiziellen Konzerten und Veranstaltungen drumherum soll die tatsächliche Zahl vier- bis fünfmal so hoch liegen. Zehn Tage lang, vom 8. bis 17. März, wird Austin von Musik-, Film- und Internetgeeks überrannt.

Der Multimedia-Teil, SXSW Interactive, hat sich seit seinem Start 1994 zum jährlichen Branchentreffen und Zukunftscamp entwickelt. Start-ups präsentieren sich, Vordenker erklären ihre Sicht auf die Welt. Twitter feierte hier 2007 seinen Aufstieg, zwei Jahre später startete Foursquare auf der Messe. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg trat hier auf, Spotify-Gründer Daniel Ek erzählte, wie er mit seinem Musik-Abodienst die Branche durcheinanderwirbeln würde.

Allein zur SXSW Interactive werden mehr als 27.000 Besucher erwartet, mehr als 40 Prozent davon übrigens weiblich. Zum Vergleich: Wenn sich in Deutschland die Internetvordenker treffen, dann kommen rund 2000 Teilnehmer zur Next, ungefähr doppelt so viele zur Re:publica.

In Austin suchen sie nach dem nächsten großen Trend, jedes Jahr wieder: Was kommt nach sozialen Netzwerken und Smartphones als Nächstes?

Private Raumfahrt und 3-D-Drucker

Dieses Jahr tritt unter anderem Elon Musk auf. Der Serien-Gründer, Investor (u.a. Tesla Motors) und Dotcom-Millionär schießt mittlerweile mit seiner Firma SpaceX Raketen in den Orbit, seine Raumschiffe versorgen außerdem die Internationale Raumstation ISS mit Nachschub.

Bei Hunderten Veranstaltungen geht es an den fünf Tagen der SXW Interactive unter anderem um Themen wie 3-D-Drucker und den Trend zum Selberbauen, um die Hacker und Maker.

Außerdem wird zum Beispiel das Messen und Protokollieren so ziemlich aller Körperaktivitäten diskutiert, Social Media in Nordkorea, Hypes und Meme im Web, Crowdfunding und die Zukunft der Medien. Gründer von Start-ups wollen Nachahmer inspirieren, Hunderte von ihnen stellen ihre Firmen im Start-up Village und auf der Trade Show vor. Firmengründer Kim Dotcom, in Deutschland wegen seiner unrühmlichen Vorgeschichte eher kritisch beäugt, soll für eine Veranstaltung per Skype zugeschaltet werden. Persönlich vorbeikommen kann er nicht, denn das FBI möchte ihn gern in Haft sehen.

Und dann sind da noch die Partys. Abends laden Unternehmen die Entwickler, Geeks und Manager zum Netzwerken und Feiern bei Bier und BBQ. Internetfirmen aus Berlin und Hamburg bitten dazu ins German House, in dem sich auch Bands, Musikfirmen und das Reeperbahn Festival präsentieren.

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