Hashtag #systemkrank Wenn Elternprotest zum Trend wird

Gestartet war der Hashtag #systemkrank bei Twitter als Protest gegen die Situation von Eltern und Alleinerziehenden. Schnell wurde er zum Erfolg. Das zog auch Rechte und Bots an.

Twitterlogo
REUTERS

Twitterlogo


Am Zustand unserer Gesellschaft gibt es viele Ansatzpunkte für Kritik. Oft wird berechtigte Klage in den sozialen Medien aber konterkariert und ein populäres Hashtag gekapert.

Der Hashtag #systemkrank auf Twitter ist so ein Beispiel. Seit Montag schiebt sich die Diskussion in den Trending Topics nach vorne und hat am Dienstag auch #steinmeier, #supermond und #trump hinter sich gelassen. In dieser Rubrik zeigt Twitter besonders stark diskutierte Themen.

Laut Trendsmap wurde der Hashtag bis zum Mittag rund 6500 mal verwendet. Gestartet ist das Ganze offenbar, um auf die Verhältnisse von Eltern hinzuweisen:

Und damit auch die Aufmerksamkeit der Politik erregen wollen:

Schnell sind die Nutzer aber zu allgemeiner Kritik an den Lebensbedingungen und Zuständen in Deutschland gekommen.

Und schließlich versuchen rechte Gruppierungen mit ihren Bots auf den Trending-Zug aufzuspringen.

Davon will sich die Initiatorin aber nicht abschrecken lassen:

Bis zum Dienstagmittag drehte sich die Diskussion tatsächlich noch zum größten Teil um die Situation von Eltern. Unklar ist, ob der Appell ausreicht, um eine sinnvolle Kritiksammlung vor dem Zugriff von Bots und Rechtsradikalen zu schützen.

brt

Mehr zum Thema


insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Leser161 15.11.2016
1. Ach die Bots wieder
Ach jetzt sind wieder Bots dran schuld. Von der AfD gekaufte auch noch. Wenn einer Quatsch erzählt, dann erzählt er Quatsch, egal ob er ein Bot ist oder nicht. Gilt genauso andersrum. Aber einfach zu sagen: Du bist ein Nazi/Putin-Troll/Bot: Ende der Diskussion ist ja viel einfacher. Wnn einer seine Position für überlegen hält muss er das argumentativ beweisen. Punkt Aus Ende.
abc. 15.11.2016
2. Getroffene Hunde bellen
Zitat von Leser161Ach jetzt sind wieder Bots dran schuld. Von der AfD gekaufte auch noch. Wenn einer Quatsch erzählt, dann erzählt er Quatsch, egal ob er ein Bot ist oder nicht. Gilt genauso andersrum. Aber einfach zu sagen: Du bist ein Nazi/Putin-Troll/Bot: Ende der Diskussion ist ja viel einfacher. Wnn einer seine Position für überlegen hält muss er das argumentativ beweisen. Punkt Aus Ende.
Prima Tipp. Dann suchen Sie sich doch mal ein Thema Ihrer Wahl und beweisen Ihren Standpunkt argumentativ gegenüber sagen wir 99 Bots und Trollen, denen es weder um sachliche Argumentation noch um Meinungsaustausch geht, sondern lediglich darum, ihre Propagandafloskeln zu verbreiten und dabei noch ein wenig zu hetzen. Wenn Ihnen das dann nicht gelingt, ist es alleine Ihre Schuld. Punkt Aus Ende. BTW: Die gute AFD prahlt seit geraumer Zeit damit Bots für sich laufen zu lassen, daher ist dieser Zusammenhang halt nicht von der Hand zu weisen.
al3x4nd3r 15.11.2016
3. @1
Argumente auf Twitter müssen ziemlich komprimiert sein. Es ist eher ein Schlagabtausch als ein Streitgespräch. Persönlich habe ich keine Bots gesehen; wenn man zu viel Zeit hat, findet man sicherlich etwas, aber die ersten paar Dutzend Tweets sind nicht rechts und/oder von Bots. Aber warum berichtet man darüber, wie andere darüber schreiben? Es wird leider meistens nur über kurzlebige Ereignisse berichtet, aber selten selbst etwas geschaffen.
Rubyconacer heute, 15:51 Uhr
4. Kindergartenzeiten
Bis auf die unpassend kurzen Kindergarten- und dortigen Schließzeiten, geht es unseren Eltern sehr gut. Kindergeld, Steuerersparnisse, weniger Beitrag zur Pflegeversicherung. Leben in sozialem Umfeld. Bevorzugung bei Urlaubsplanungen im Unternehmen und Sozialplänen mit Kündigungsschutz. Zum Jammern gibt es immer etwas.
Newspeak 15.11.2016
5. ...
Zitat von RubyconacerBis auf die unpassend kurzen Kindergarten- und dortigen Schließzeiten, geht es unseren Eltern sehr gut. Kindergeld, Steuerersparnisse, weniger Beitrag zur Pflegeversicherung. Leben in sozialem Umfeld. Bevorzugung bei Urlaubsplanungen im Unternehmen und Sozialplänen mit Kündigungsschutz. Zum Jammern gibt es immer etwas.
Ich denke, es gibt solche und solche. Viele Eltern gerade aus der Mittelschicht genießen tatsächlich unzählige Privilegien und kennen die auch alle und nutzen die auch alle. In der Unterschicht weiß man weder, was einem zusteht, noch wie man es bekommt. Faktisch kommt das Geld gerade bei denen nicht an, die es am nötigsten bräuchten, während es die, die eh schon gut auskommen, noch obendrauf haben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.