Tausende Verdächtige Zwölf Million Klicks auf Kinderpornos

Ist Pädophilie ein Massenphänomen? Meldungen aus Australien stützen diese These. In einem einzigen Fall wird gegen weltweit 2800 Verdächtige ermittelt. Jetzt werden die ersten Festnahmen gemeldet.


Lehrer, Polizisten und sogar ein prominenter Sporttrainer: Die Liste der in Australien wegen Verbreitung von Kinderpornografie im Internet Verhafteten hält einige Überraschungen bereit. Insgesamt 70 Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen, berichtet die Polizei in Sydney. Der jüngste Festgenommene sei 19, der älteste 81 Jahre alt. Insgesamt soll die Polizei 2500 bis 2800 Verdächtige ermittelt haben - die Angaben hierzu sind noch inkonsistent. Doch weltweit sollen es viel mehr sein.

Interpol hatte eine globale Fahndung ausgelöst, nachdem ein Hacker vor etwa sechs Monaten 99 kinderpornografische Bilder auf eine europäische Website hochgeladen hatte. Einem Bericht der Zeitung "Sydney Morning Herald" zufolge wurden die Bilder binnen 76 Stunden zwölf Millionen Mal angeklickt. 150.000 Internet-Nutzer aus 170 Ländern hätten auf die Fotos zugegriffen.

Nach Angaben von Sydneys Polizeichef Mick Keelty konnten anhand der verwendeten IP-Adressen alle Australier ermittelt werden, die sich die Bilder angesehen haben. Die weltweiten Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, weitere Festnahmen könnten folgen.

Offenbar konnten auch einige der Kinder ermittelt werden, deren Missbrauch auf den Fotos zu sehen war. Der australischen Polizei zufolge stammten die Opfer aus Osteuropa, den USA und Paraguay. Vier Kinder sollen im Zusammenhang mit den Festnahmen in staatliche Obhut genommen worden sein.

mak/afp/dpa/reuters



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