VR-Brille von Tchibo Jede Woche eine neue Wirklichkeit

Bekannt ist Tchibo für Produkte wie Kaffee und die Helene-Fischer-Modekollektion. Doch nun verkauft das Unternehmen eine "VR-Smartphone-Brille" für 13 Euro. Ist das ein Schnäppchen oder Quatsch?

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Haie kommen bedrohlich nahe, riesige Planeten wirken nur eine Armlänge entfernt - und im freien Fall geht es kopfüber vom Hochhaus hinunter. All diese Erlebnisse sind mit einem neuen Produkt von Tchibo möglich. Aber der Schaumstoff an der Nase fühlt sich komisch an. Und so langsam werden die Arme schwer.

Für unseren Test steckt ein Smartphone in der Virtual-Reality-Brille (VR-Brille), die Tchibo neu im Sortiment hat und die im Online-Shop rund 13 Euro kostet. "Willkommen im Mainstream, Virtual Reality", titelte dazu das Blog "MobileGeeks". Das kam gut an, denn gerade erst machte McDonald's Schweden mit Happy-Meal-Boxen Schlagzeilen, die sich in Papp-VR-Brillen verwandeln lassen.

Happy-Meal-Verpackung aus Schweden
Mc Donalds Sverige

Happy-Meal-Verpackung aus Schweden

Viel mehr als Pappe mit Linsen und Schaumstoff bekommt man auch bei Tchibo nicht, wie unsere Bildstrecke zeigt. Das 13-Euro-Gadget ist eine Variante von Cardboard, einem von Google entwickelten Pappgestell, in das ein Smartphone als Bildschirm eingesetzt wird.

Mit teuren VR-Headsets wie der Oculus Rift und der HTC Vive, die beide in den nächsten Wochen auf den Markt kommen, hat die Brille außer der Grundidee nicht viel gemein.

Cardboard-Brillen für Smartphones sind VR-Einstiegsprodukte, Rift und Vive High-End-Geräte. Die teuren Produkte bieten eine nicht perfekte, aber beeindruckende Illusion von Realität, die Papp-Brillen vermitteln eher einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten, die VR bietet.

Die Grenzen der Tchibo-Brille

Damit keine falschen Erwartungen aufkommen, hier die wichtigsten Unterschiede zu teureren Brillen:

  • Die Tchibo-Brille wird anders als Oculus Rift und Co. nicht wie ein Headset getragen und hat kein Kopfband. Man muss sie mit den Händen vors Gesicht halten - oder ein Gummiband daran befestigen.
  • Das Gadget hat kein eigenes Display. Es nutzt das Display von eingelegten iPhones oder Android-Smartphones.
  • Zusätzliche Technik wie die teurere Smartphone-Brille Gear VR bietet die Tchibo-Brille nicht, Kopfbewegungen werden ausschließlich von den Sensoren des Smartphones erkannt. Ob man im Raum herumläuft oder seine Position verändert, erkennt die Brille nicht.
  • Einen eigenen VR-App-Store gibt es nicht, man muss sich die Apps selbst zusammensuchen. Nutzen lassen sich prinzipiell alle für Cardboard optimierten Apps.
  • Anders als andere Cardboard-Modelle hat die Brille keinen magnetischen Schalter. Es gibt aber einen Schlitz unten, durch den man mit dem Finger das Display berühren kann.

Hauptzweck 360-Grad-Videos

Aufgrund dieser Einschränkungen eignet sich die Brille eher für simple Spiele und 360-Grad-Videos als für aufwendigere Apps. Gut bedienen lassen sich eigentlich nur Apps, die mit Kopfbewegungen gesteuert werden. Auch für YouTube-Videos, die einen Cardboard-Modus mit 360-Grad-Rundumsicht bieten, taugt das Gadget.

Tauchen mit Haien im 360-Grad-YouTube-Video "MythBusters: Shark Shipwreck"
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Tauchen mit Haien im 360-Grad-YouTube-Video "MythBusters: Shark Shipwreck"

Hier sind noch vier Tipps für Cardboard-Besitzer:

Verglichen mit anderen Cardboards macht die Tchibo-Brille eine passable Figur. Positiv fällt auf, dass sich die Brille auch für größere Smartphones wie das Samsung Galaxy Note 4 und das iPhone 6 Plus eignet.

Ein wenig Klebestreifen gebraucht

Die Linsen der Brille haben eine akzeptable Größe und Qualität. Googles Cardboard-App erkannte das Gestell mit Tchibo-Logo als "Pop! Cardboard 2.0", das auch einzeln verkauft wird. Das Gestell bietet bikonvexe Linsen mit 25 Millimetern Durchmesser und 45 Millimetern Brennweite, Brillenträger können das Pappgestell wohl nur mit Kontaktlinsen oder ohne Brille benutzen. Die Brille selbst wiegt etwa 60 Gramm.

Die Schaumstoffpolsterung ist nett gemeint, aber recht dünn. Zusammenklappen lässt sich die Brille anfangs einfach, nur der Kleber des Bildtrenners hatte sich bei unserem Testexemplar abgelöst. An dieser Stelle mussten wir mit Klebestreifen nachhelfen.

Polsterung in Tchibo-Brille
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Polsterung in Tchibo-Brille

Bestellern der Brille liefert Tchibo einige Tipps für mögliche erste Apps, viel mehr aber nicht. Ein Gadget für völlige Smartphone-Neueinsteiger ist die Pappbrille daher nicht. Bei seinen ersten VR-Erfahrungen sollte man auf jeden Fall Kopfhörer verwenden, der Sound hat oft großen Einfluss auf das Präsenzgefühl.

Fazit zur Tchibo-Brille

Wie überzeugend man das Tchibo-Angebot findet, ist eine Frage der Erwartungen: Wer glaubt, ein 13-Euro-Pappgestell könne einem die selben Erfahrungen ermöglichen wie eine Gear VR oder eine Oculus Rift, den wird die Brille enttäuschen. Wer dagegen nur einen Handy-Aufsatz sucht, um etwa kurze 360-Grad-Videos zu schauen, für den reicht die Brille.

Ihr Preis ist akzeptabel: In der selben Preisklasse gibt es - etwa bei Online-Versandhändlern - aber auch viele weitere Cardboard-Varianten, die weniger wie ein Tchibo-Werbegeschenk aussehen. Tchibo-VR-Inhalte wie einen begehbaren Katalog gibt es bislang übrigens keine: Wirklich Mainstream ist VR dann eben doch noch nicht.



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
fred2013 08.03.2016
1. Früher nannte man
da ViewMaster :-) War halt mit Bild und nicht mit Film
alex_d 08.03.2016
2. zweckentfremdet.
mal angenommen ich möchte im zug lediglich einen film schauen, ginge das damit, bzw. wie gut?
xcountzerox 08.03.2016
3. Abzocke von Tchibo
Mein Cardboard habe ich bereits seit über einem Jahr, incl. vernünftiger Haltebänder und Magnetschalter von Amazon für 3 Euro gekauft. Dass Tschibo 13 Euro für ein deutlich schlechteres Modell 13 Euro verlangt ist reine Abzocke. Ansonsten eignet sich das Cardboard tatsächlich als eine Art Einstieg in die VR und bietet einen guten Vorgeschmack auf die dieses Jahr kommenden echten VR-Systeme. Ähnlich der entstehung der Onlinepiele, wird diese Technik eine neue Revolution auslösen.
Phallus_Dei 08.03.2016
4.
Zitat von alex_dmal angenommen ich möchte im zug lediglich einen film schauen, ginge das damit, bzw. wie gut?
Das geht, vorausgesetzt Sie finden 3D-Filme, bei denen die Bilder stereoskopisch, also für das linke und rechte Auge nebeneinander auf dem Display dargestellt werden. Mir sind da nur (eher langweilige) kommerzielle "Erwachsenenfilme" bekannt. Das Display des Smartphones sollte außerdem mindestens 1920x1280 auflösen. 1280x720 ist bereits VIEL zu pixelig!
smartphone 08.03.2016
5. Ganz andere Baustellen
Nehmen wir mal die 250g Filterkaffee -päckchen. Wir müssen uns ernsthaft mal fragen , ob die das Zeug überhaupt selber trinken...Die Qualität hat in den letzten 1,5 Jahren dermassen abgenommen , daß man kaum von Kaffee sprechen kann. Früher füllte alleine das Öffnen von so ner Vakkumpackung die ganz Wohung mit Duft - heute schmeckt nicht mal die erste Tasse...... Wissens Holzschredder mit olefiertem Rindengeschmack kann ich aus Gartenabfällen selbst herstellen. Wenn sie jetzt meinen mit 500g Päckchenwirds besser - ne , noch ranziger etc. Tschibo - setzen Sechs---- QM austauschen, Management und Controller feuern
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