Technikärgernis Tabellenkalkulation So falsch rechnet Excel

16-stellige Zahlen überfordern Excel. Ab der 15. Ziffer setzt das Programm Nullen ein - da arbeiten sogar Gratisrechner von Google und aus dem Windows-Zubehör exakter. SPIEGEL ONLINE zeigt die Macken von Microsofts Rechensoftware: vom Phantomschaltjahr bis zum Wochentagschaos.

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Millionen Unternehmen, Behörden und Freiberufler auf der Welt kalkulieren ihre Rechnungen, Stundenzettel und Budgetpläne mit Microsofts Tabellenkalkulation Excel. Warum sollten SPIEGEL-ONLINE-Redakteure dann nicht die Lösungen der Kopfrechenmeisterschaft in Leipzig mit Excel ausrechnen?

Ganz einfach: weil Excel achtstellige Zahlen nicht fehlerfrei multiplizieren kann. Das haben einige Leser des Rechenwettbewerbs auf SPIEGEL ONLINE bemerkt.

Jene wenigen Leser, die im Kopf oder per Elektro-Addierer nachgerechnet haben, fanden den Fehler. Bei der Aufgabe, 29513736 mit 92842033 zu multiplizieren, gab Excel als Ergebnis 2740115251665290 aus. So stand es auch zuerst in der Auflösung auf SPIEGEL ONLINE.

Nur: Microsofts Vorzeigeprogramm (Teil des Office-Pakets, Kostenpunkt je nach Lizenz: 100 bis 800 Euro) lag knapp daneben. Excel hat sich verrechnet - das korrekte Ergebnis ist etwas kleiner, nämlich 2740115251665288, also zwei weniger.

Der Grund: Die Lösung hat 16 Ziffern - eine zu viel für Microsofts Rechensoftware. Denn Excel kann in diesem Fall nur 15 Ziffern darstellen, setzt ab der 16. Ziffer Nullen ein und rundet.

Kurioserweise macht Microsofts Gratistaschenrechner aus dem Windows-Zubehör diesen Fehler nicht. Er liefert das korrekte, 16-stellige Ergebnis. Genauso exakt arbeitet Googles kostenlose Online-Tabellenkalkulation namens Google Spreadsheets.

Microsoft-Zeitrechnung, Geisterschaltjahre und Rundungsfehler - SPIEGEL ONLINE dokumentiert die kuriosesten Excel-Eigenarten:

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