Netzwährung Bitcoin: Technischer Fehler auf Rekordhoch

Ausgerechnet als das Hackergeld so viel wert ist wie nie zuvor, tritt ein technischer Fehler auf: In der Nacht zum Dienstag bat der Bitcoin-Entwickler Händler deshalb, vorübergehend keine Transaktionen abzuwickeln.

Noch am Montag war eine einzelne Bitcoin mehr als 48 US-Dollar wert gewesen, so viel wie nie zuvor. Im Lauf des Jahres 2013 ist der Wechselkurs der Netzwährung rasant gestiegen, wie die "Bitcoin Charts" belegen. Doch in der Nacht zum Dienstag fiel der Bitcoin-Kurs zeitweise wieder um 23 Prozent, auf rund 37 Dollar. Was war passiert?

Laut des US-Fachdiensts "Ars Technica" steht der Kurssturz in Zusammenhang mit einem technischen Fehler, der am Montagabend im Bitcoin-System auftrat. Bei der Netzwährung gibt es ein Verzeichnis für alle Transaktionen: eine immer länger werdende Kette von Blöcken, die gemeinsam von allen Computern gewartet wird. Die am Netzwerk beteiligten "Miner" prüfen abgewickelte Transaktionen auf diese Weise auf Ungereimtheiten.

Am Montag funktionierte das Validieren aktueller Transaktionen jedoch nicht wie geplant. Die neueste Version der Bitcoin-Software, Version 0.8, hatte Transaktionsblöcke als valide eingestuft, die die Version 0.7 und frühere ablehnten. Möglicherweise könnte die Größe der Blöcke für den Fehler verantwortlich sein. Jedenfalls unterschieden sich fortan die Ketten, je nach Softwareversion, sie liefen gewissermaßen auseinander. Bei Bitcoin führen die Clients nur die jeweils längste Kette fort.

Per E-Mail bat der Bitcoin-Entwickler Pieter Wuille die "Miner" deshalb, ihre Software auf Version 0.7 zurückzustufen, weil die Kette dieser Version auch mit älteren Softwareversionen kompatibel sei. Händlern riet er, vorübergehend keine Transaktionen mehr abzuwickeln. MtGox, der größte Anbieter für den Kauf und Verkauf von Bitcoins, setzte seinen Service zeitweise aus. Wer kein Händler oder "Miner" sei, müsse sich keine Sorgen machen, schreibt Wuille. Man solle einfach einige Stunden warten. Auf Bitcoin.org ist ein kurzes FAQ zum Thema erschienen.

Am Dienstagmittag schien sich der Bitcoin-Kurs nach der Panne zu erholen. Er liegt aber nach wie vor unter dem Rekordwert von Montag.

mbö

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Hmmm
quark@mailinator.com 12.03.2013
Geld sollte eigentlich perfekt annonym sein. Sonst kann ich auch gleich mit Kreditkarte bezahlen und mich von Google und Co. durchanalysieren lassen. Aber der faule Bürger ist ja eh auf dem Trip, Bargeld eher abzuschaffen und noch Kundenkarten zu verwenden ...
2. Eigentliche Nachricht
dingodog 12.03.2013
Zitat von sysopAusgerechnet, als das Hackergeld so viel wert ist wie nie zuvor, tritt ein technischer Fehler auf: In der Nacht zum Dienstag bat der Bitcoin-Entwickler Händler deshalb, vorübergehend keine Transaktionen abzuwickeln. Technischer Fehler bei Bitcoin? - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/technischer-fehler-bei-bitcoin-a-888390.html)
Die kurzfristigen Preisschwankungen zum Zeitpunkt des Fehlers sind im Vergleich mit der Gesamtentwicklung nicht wirklich beeindruckend - einige Tage vorher gab es einen vergleichbaren Ausschlag nach unten. Das eigentlich verrückte ist die gesamte Kursentwicklung, die mir so auch nicht bewusst war. 2010 noch deutlich unter 10 Cent pro Bitcoin, heute bei nahezu 40 Euro oder 50 Dollar. Man hätte sich schon damals damit beschäftigen müssen, dann wäre die Villa an der Adria jetzt finanziert. Das Prinzip einer digitalen Währung scheint Fuß zu fassen. Der Wert aller knapp 11 Mio. Bitcoins liegt jetzt bei knapp einer halben Milliarde Dollar. Sehr viel, wenn es um ein technisches Spielzeug geht, wenig, wenn es sich hin zu einer echten Währung entwickelt. Aber zumindest schwer einholbar von anderen rein digitalen Währungen.
3. Klarstellung
fornit 12.03.2013
die Blöcke SIND gültig, konnten aber von früheren Versionen aufgrund eines Datenbankfehlers nicht verarbeitet werden. D.h. es gibt keine Clientversion, die diese Blöcke mit voller Absicht nicht akzeptiert hätte. siehe auch mein Blogeintrag zu der gestrigen Situation : http://coinblog.de/archive/115 Bargeld ist btw auch nicht anonym, es sei denn man traut sich nur mit Burka vor die Tür. Perfekte Anonymität ist (bisher?) unmöglich, sehr gute Anonymität ist bei Bitcoin mit etwas Fachwissen durchaus zu erreichen.
4.
silverhair 12.03.2013
Zitat von quark@mailinator.comGeld sollte eigentlich perfekt annonym sein. Sonst kann ich auch gleich mit Kreditkarte bezahlen und mich von Google und Co. durchanalysieren lassen. Aber der faule Bürger ist ja eh auf dem Trip, Bargeld eher abzuschaffen und noch Kundenkarten zu verwenden ...
Sie haben ein "Konto" bei einer Bank? Dann haben sie kein "Geld" mehr! Das jetzige Wirtschaftsystem hat kein "Geld" mehr als basis. Die "Banken haben das "Geld" eingesammelt und bei der Notenbank als "Eigenkapital hinterlegt" Und das Giralgeld was sie haben wird eben auch nur per Buchung von Computer zu Computer vermittelt - unter "einbeziehung" des Notenbankgeldes auf den Notenbank-Computern für ein paar sec! Sie haben auf dem Konto einen "Einkaufsgutschein" - wo die Bank ihnen gesagt hat - Wir bezahlen "FÜR Sie" eine Rechnung wenn sie was kaufen , ansonsten haben diese Ziffern keinen Wert! Sie haben also ihr "Geld" über die Banken an die Notenbank deligiert - und dieses "Deligieren" hat sie vom "Geld" selber entmündigt - aber da sind die Kreditkarten letztlich nur eine Variation von! Man sollte sich nicht wundern wenn man sich selber "entmündigt" indem man seinem "Buchhalter" eben Geld, Auto , Frau UND Die Buchhaltung überläßt - der kann einem jederzeit alles erzählen - auch den größten Unsinn eben! Ob das Bitcoin viel besser macht ist fraglich , aber es ist zumindest schon mal der Ansatz ein Kauf/Verkaufs-Handelssystem aufzubauen ohne das man dahinter "Banken/Notenbanken/Politiker" als Abzocker zu haben die einem "Haus , Frau , Auto " abnehmen!
5. faul
Käferfahrerin 12.03.2013
Zitat von quark@mailinator.comGeld sollte eigentlich perfekt annonym sein. Sonst kann ich auch gleich mit Kreditkarte bezahlen und mich von Google und Co. durchanalysieren lassen. Aber der faule Bürger ist ja eh auf dem Trip, Bargeld eher abzuschaffen und noch Kundenkarten zu verwenden ...
Und der nichtfaule Bürger kauft ausschliesslich über wechselnde Mittelsmänner mit unregistrierten Goldbarren ein. Pro Transaktion immer nur ein Produkt. faul = nicht paraniod
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    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.


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