Terror-Webseiten Europol sucht Terroristen im Netz

Über ein gemeinsames Internetportal wollen die EU-Staaten künftig die Online-Aktivitäten von Terroristen besser verfolgen können. Die Daten werden bei Europol zusammenlaufen. Die Plattform soll den Behörden vor allem beim Kampf gegen Kinderpornos und Hooligans helfen.


Hamburg - Bei der Überwachung von Webseiten islamistischer Terroristen wollen die EU-Staaten künftig verstärkt zusammenarbeiten. Die Polizeibehörde Europol startete am Dienstagabend dazu offiziell das Internetportal "check the web".

"Mit dieser Plattform kann schneller und besser gegen den Terrorismus vorgegangen werden", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Peter Altmaier. Kein Mitgliedstaat könne alle Webseiten allein überwachen. Die globale Verfügbarkeit des Internets stelle die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen.

Europol im Zentrum

Bei der Beobachtung und Analyse des islamistischen Terrorismus im Internet laufen die Informationen künftig bei Europol zusammen.

Dadurch werde die Arbeit bei der Überwachung der Datenautobahn erleichtert. "Schon seit einiger Zeit beobachten wir, dass Terroristen auch die vielfältigen Möglichkeiten des Internets für ihre Zwecke missbrauchen", sagte Altmaier. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nehme die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus sehr ernst. Das Portal sei eine Antwort darauf.

Zahlreiche Seiten in unterschiedlichen Sprachen müssten beobachtet und ausgewertet werden, sagte Europol-Direktor Max-Peter Ratzel.

Europäische Linkbörse

Dies erfordere hohen technischen und personellen Aufwand. Um die Überwachung aller terroristischen Aktivitäten im Netz leisten zu können, sei darum eine effiziente Zusammenarbeit der Experten aller Länder erforderlich. Unter anderem sollen Kontaktdaten und Links islamistischer Webseiten ausgetauscht werden.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft strebt nach Angaben des Innenministeriums zudem an, die Kompetenzen von Europol auf alle Formen der grenzüberschreitenden schweren Kriminalität auszudehnen.

Dadurch könnten Straftaten wie die Verbreitung von Kinderpornografie oder Aktivitäten von Hooligans noch effektiver verfolgt werden.

mak/AP



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