Tesla Liebe Leserin, lieber Leser,

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der Gründer und Chef von Tesla und SpaceX ist vieles: Milliardär, Visionär, Kotzbrocken - und Urheberrechtsignorant. Als Musk Anfang 2017 das Foto einer bemalten Tasse des Töpfers Tom Edwards aus Colorado twitterte, war der Künstler zunächst begeistert. Auf der Tasse ist ein Einhorn zu sehen, das Elektrizität in ein Auto pupst, daneben steht: "Elektroautos sind gut für die Umwelt, denn Elektrizität wird aus Magie gemacht". Musk schrieb damals, dies sei "vermutlich meine absolute Lieblingstasse", und die unbezahlte Werbung sorgte dafür, dass Edwards in kurzer Zeit 100 Exemplare zu je 28 Dollar verkaufte.

Weniger erfreut war Edwards, als er feststellte, dass Musk das Motiv auch nutzte, um eine neue Softwarefunktion seiner Autos zu bewerben, und es sogar als Icon in Teslas Betriebssystem eingeführt hatte - ungefragt und ohne Hinweis auf den Urheber. Ein Brief von Edwards Anwalt an Tesla blieb unbeantwortet. Musk selbst schrieb auf Twitter, Edwards solle froh sein über die Aufmerksamkeit. Er könne ja klagen, aber das wäre "irgendwie lahm".

Elon Musk
REUTERS

Elon Musk

Nun aber haben sich Tesla und der Künstler doch noch geeinigt, wie Edwards in seinem Blog bekannt gibt - ohne Details zu nennen. Man erfährt nur so viel: Beide Seiten "fühlen sich gut damit".

Wie viel der Milliardär Musk für das flatulierende Fabelwesen bezahlt hat, bleibt das Geheimnis der Beteiligten. Dass der Posten in den Quartalszahlen auftaucht, die Tesla in wenigen Tagen veröffentlichen wird, ist jedenfalls unwahrscheinlich.

Musk hat seine Tweets zum Thema übrigens allesamt gelöscht. Aber: Ein Furz mag verfliegen, doch das Internet vergisst nicht.

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Seltsame Digitalwelt: Der seltsame Fall des physischen Buttons

Wofür braucht man noch gleich diese Tasten am Rand?
AP

Wofür braucht man noch gleich diese Tasten am Rand?

Welcher Klingelton bei welchem Anrufer? Wie laut? Wie stark soll das Smartphone vibrieren? - Eigentlich bin ich ein großer Freund solch granularer Einstellungsmöglichkeiten im Betriebssystem. Aber manchmal verwirren sie mich.

Zuletzt etwa habe ich mich gewundert, warum ich reihenweise Anrufe verpasst habe, obwohl mein Klingelton unverwechselbar und laut genug sein sollte. Also habe ich ihn noch lauter eingestellt - ohne Erfolg. Es hat mehrere Tage gedauert, bis ich auf den Trichter kam, die Lautlostaste am Gehäuserand zu überprüfen. Denn an dem Smartphone lässt sich praktisch alles auf dem Touchscreen einstellen, sodass ich mir physische Buttons sozusagen abgewöhnt habe. Gut, der Einschaltknopf ist eine Ausnahme, aber dafür muss ich das Gerät ja erst mal ausgeschaltet haben.

Bevor Sie mich jetzt auslachen: Ich habe wenigstens nur vergessen, was Tasten sind. Andere wollen für IT-Firmen arbeiten und haben nie gelernt, was ein Doppelklick ist.


App der Woche: "Tinsel"
getestet von Tobias Kirchner

NUR ALS ZITAT Screenshot App der Woche KW30 2018/ Tinsel
Just Watch

NUR ALS ZITAT Screenshot App der Woche KW30 2018/ Tinsel

Die App "Tinsel" vom YouTube-Kanal "Tinseltown" hat sich die Dating-App Tinder zum Vorbild genommen und das Prinzip für Filmempfehlungen übernommen.

Dafür will die App zuerst herausfinden, welchen Geschmack man hat. Filme, die gut gefallen, bekommen eine Wischbewegung nach rechts, die schlechten nach links - ähnlich wie in der bekannten Vorlage. Wenn genügend Filme bewertet wurden, erstellt Tinsel daraus die Empfehlungen.

Dabei ist die App, die ohne Werbung auskommt, übersichtlich gestaltet und beschränkt sich auf das Nötigste. Die vorgeschlagenen Filme wecken ebenfalls Interesse. Außerdem wird direkt angezeigt, auf welchen Streaming-Plattformen sie erhältlich sind.

Gratis von Just Watch GmbH, ohne In-App-Käufe: iOS, Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "A Global Inventory of Organized Social Media Manipulation" (Englisch, 15 Leseminuten)
    In 48 Ländern hat es im vergangenen Jahr Versuche gegeben, die öffentliche Meinung insbesondere vor Wahlen mit gezielten Desinformations- und Trollkampagnen zu manipulieren. So steht es in einem Paper des Oxford Internet Institute. Eine hilfreiche Lektüre, wenn man verstehen möchte, wie normal solche Kampagnen in sozialen Netzwerken mittlerweile sind und wie sie durchgeführt werden, Stichwort Medienkompetenz.

  • "The Twitch Streamers Who Spend Years Broadcasting to No One" (Englisch, acht Leseminuten)
    Stell dir vor, es ist Livestreaming und niemand schaut zu: "The Verge" lässt Computerspieler zu Wort kommen, die zum Teil jahrelang keinerlei Publikum auf Twitch fanden. Sie erzählen, warum sie trotzdem weitermachten - und was passierte, als der Zuschauerzähler eines Tages doch von null auf eins sprang.

  • "Die Kaffeeautomatisierung des Lebens" (Deutsch, zehn Leseminuten)
    Bei "Golem" beschreibt Michael Seemann, was von der ursprünglichen Idee des Coworkings übrig geblieben ist. Im Zentrum steht dabei das Unternehmen Wework, das aus dem Modell der Coworking-Spaces eine milliardenschwere Plattform gemacht hat.

Ich wünsche Ihnen eine hochsommerliche Woche, Ihr

Patrick Beuth

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
From7000islands 23.07.2018
1. braucht hauptsächlich Zeit
Der Herr Musk scheint noch pubertär zu sein mit seinen vielen Grimassen. Zumindest Aufmerksamkeit heischend. Dass der Mann irgendwie reich geworden ist, ist sein Pech.
Fait Accompli 24.07.2018
2.
Zitat von From7000islandsDer Herr Musk scheint noch pubertär zu sein mit seinen vielen Grimassen. Zumindest Aufmerksamkeit heischend. Dass der Mann irgendwie reich geworden ist, ist sein Pech.
Diese Fotos werden absichtlich herausgesucht. Das hier z.B. ist aus einem Mitschnitt einer Pressekonferenz, mitten in der Bewegung eingefangen. Sowas gibt der Kerl nicht freiwillig an die Medien.
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