Testbetrieb: Google arbeitet an Pay-TV-Angebot

Zwei Städte in den USA sollen von Google schnelles Internet via Glasfaser bekommen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" könnte der Konzern die Inhalte gleich dazuliefern - Gespräche mit Unterhaltungsriesen für ein Pay-TV-Angebot sollen bereits laufen.

Google-Oberfläche für den Fernseher: Internet im Wohnzimmer Zur Großansicht
dpa

Google-Oberfläche für den Fernseher: Internet im Wohnzimmer

Google wagt sich einem Bericht zufolge weiter auf den Fernsehmarkt vor: Trotz Rückschlägen beim Vorstoß mit Google TV plant der Konzern laut dem "Wall Street Journal" ("WSJ") nun auch den Einstieg ins Pay-TV-Geschäft.

Das für gewöhnlich gut informierte "WSJ" beruft sich in seinem Bericht auf Leute, die mit diesen Plänen vertraut sind. Demnach fußen die Gedanken auf einem Breitband-Projekt, das Google in zwei US-Städten realisieren will. Google Fiber heißt dies und soll den Bürgern eine nach Firmenangaben hundertmal schnellere Internetverbindung als ein herkömmlicher DSL-Anschluss ermöglichen. Damit will das Unternehmen zeigen, dass schnelles Internet sich positiv auf eine Region auswirkt - und etwa Geschäfte ankurbelt. Laut "WSJ" soll das Glasfasernetz in den Projektstädten bereits Anfang 2012 an den Start gehen, und auch für Europa hat Google bereits Fiber-Pläne.

Ins Pay-TV- und Telefoniegeschäft zu expandieren, ist eine Möglichkeit für den Web-Riesen aus Kalifornien, mit dem Hochgeschwindigkeitsnetz zusätzliches Geld einzunehmen. Der Konzern habe bereits erste Gespräche mit Walt Disney, Time Warner und Discovery Communications geführt, so die Zeitung. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden, es sei darum gegangen, auszuloten, ob die Firmen überhaupt Interesse an einer Vermarktung ihrer Inhalte über das Google-Netzwerk hätten.

Weder Google selbst noch die Inhalteanbieter wollten sich gegenüber dem "WSJ" zu der Thematik äußern. CNet.com zitiert einen Google-Vertreter, der sagte, das Unternehmen sondiere noch, welche möglichen Produkte man zum Start von Google Fiber anbieten werde.

Auch wenn eine offizielle Bestätigung aussteht - die angeblichen Pay-TV-Bestrebungen passen zu Googles jüngsten Versuchen, das Fernsehgeschäft aufzumischen. Der Konzern betreibt mit YouTube bereits die weltgrößte Online-Videoplattform und setzt hier auf Expansion raus aus dem Internet: Erst vor wenigen Tagen hatte das Tochterunternehmen 100 neue Kanäle aus den Bereichen Musik, Lifestyle, Unterhaltung und Sport vorgestellt. Auch Google TV wurde auf den neuesten Stand gebracht, um dem neuen YouTube-Angebot gerecht zu werden. Die Software-Plattform hat sich trotz aller Marktmacht des Konzerns bislang nicht durchsetzen können.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Das passt,
herr_leser 04.11.2011
... denn Google wird mit der Übernahme von Motorola Mobility nicht nur deren Mobilfunksparte übernehmen, sondern auch das TV Set Top Boxen Geschäft. Kleiner Seitenhieb sei gestattet: Wäre zur Abwechslung mal schön, im Spiegel und den anderen - ähnlich gut recherchierten journalistischen Angeboten - solche Informationen zu lesen. Das ist in der ganzen Diskussion um die Motorola Patente und den Mobiltelefonbereich (die natürlich wichtig sind) untergegangen … Gerne übrigens auch bezahlt, wenn das die Qualität der Artikel steigert.
2. Google TV
Zyklotron 04.11.2011
Pay-TV. Braucht kein Mensch. Kann Google behalten. Leute, kauft DVDs & Co. Mit den digitalen Angeboten mit virtuellen Rechten, sollen wir alle nur mehrfach für das gleiche Produkt, z.B. einen Film, abgezockt werden.
3. ...
Crom 05.11.2011
Ich hoffe, dass man in Zukunft mit IPTV nicht mehr abhängig vom Kabelnetzbetreiber ist, was das Angebot von PayTV betrifft. Zudem könnte man dann auch unterwegs, z.B. in Hotels, auf sein gewohntes Programm zurückgreifen.
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Zur Autorin
  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix

Google
Der Konzern
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.
Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

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