Online-Ausstellung "The Wrong" Klick für Klick zum nächsten Kunstwerk

Kunst sollte frei zugänglich sei - für jeden. Das ist die Idee hinter der Netz-Biennale "The Wrong". Die virtuelle Ausstellung zeigt die schier unendlichen Möglichkeiten digitaler Kunst. Da macht dann schon mal Miley Cyrus Pizzawerbung.

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Mehr als tausend Künstler, 51 Online-Pavillons und über 90 Kuratoren: Die Online-Biennale "The Wrong" ist zurück und findet gerade zum zweiten Mal statt. Unter dem Titel "The Wrong (again)" werden noch bis zum 31. Januar die digitalen Werke internationaler Künstler ausgestellt - online, aber auch offline. In gleich 40 Städten öffnen sogenannte Embassys, also Botschaften der Biennale, eine davon ist in der Galerie "Digital3mpire" in Düsseldorf.

Online ist die Ausstellung, wie es zu einer Biennale passt, in Pavillons unterteilt. 50 Pavillons sind kuratiert, einer ist öffentlich und damit von jedem Künstler nutzbar - da fällt es schwer, die Orientierung zu behalten. Die Hauptseite der Biennale hilft auch nur bedingt weiter: Gezielt nach bestimmten Kunstformen zu suchen ist schon wegen der Menge an Kunstwerken kaum möglich.

Klassische Malerei kombiniert mit dem Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung. Das Werk des Münchner Künstlers Stefan Saalfeld steht exemplarisch für den Ansatz der Netz-Biennale
Stefan Saalfeld

Klassische Malerei kombiniert mit dem Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung. Das Werk des Münchner Künstlers Stefan Saalfeld steht exemplarisch für den Ansatz der Netz-Biennale

Dafür kann man, wie in Offline-Ausstellungen auch, an einer geführten Tour teilnehmen. Einmal pro Woche, immer montags, wird eine neue virtuelle Tour angeboten, die dann eine Woche lang abgerufen werden kann. So bekommt man einen knappen Überblick über die wichtigsten Künstler und die spannendsten Werke.

Doch auch zielloses Umherklicken wird belohnt, falls man offen für Neues ist: Klick für Klick dringt man tiefer in die digitalen Ausstellungsräume vor und entdeckt so eindrucksvolle Werke, wie "inverto.me" von der australischen Digital-Media-Künstlerin Alison Bennett.

Fotoserie "Innverto.me": In zwei Jahren von einer schwangeren Frau zum Mann
INVERTO by Alison Bennett/ inverto.me

Fotoserie "Innverto.me": In zwei Jahren von einer schwangeren Frau zum Mann

Es ist eine Bilderserie eines Transmannes, der vor seiner Geschlechtsumwandlung ein Baby bekommen wollte. Die Bilder wurden zwei Jahre lang im Abstand von je einem Monat gemacht und dokumentieren sowohl die Schwangerschaft, als auch die dann folgende Hormontherapie.

Oft sind auch die Hauptseiten der Pavillons einen Besuch wert. "The Others" heißt ein Pavillon, der sich mit der Frage beschäftigt, was im Internet Aufmerksamkeit erregt, und worauf geklickt wird. Die Seite ist voller animierter GIFs und Videos. Auf der Hauptseite wirbt ein animiertes Miley-Cyrus-GIF für Pizza. Wer der Aufforderung nachkommt und auf den rot blinkenden Button "click here" drückt, wird auf die Bestellseite einer amerikanischen Pizzakette weitergeleitet.

Pizzawerbung als Kunst: Miley Cyrus und ein Pokémon sollen zum Klicken animieren

Pizzawerbung als Kunst: Miley Cyrus und ein Pokémon sollen zum Klicken animieren

Wer der Versuchung widersteht und auf der Seite des Pavillons bleibt, kann dort zum Beispiel noch die Arbeit von LaTurbo Avedon finden. Sie ist ein sogenannter Artist-Avatar, der ausschließlich in der virtuellen Welt existiert und arbeitet. Avedon produziert online unter anderem Videos und digitale Skulpturen.

Der Avatar hat angeblich kein real existierendes Vorbild - dafür aber einen Instagram-Account, den die virtuelle Künstlerin mit Bilden und Werken aus ihrem nicht realen Leben bestückt.


Die Netz-Biennale findet noch bis zum 31. Januar 2016 statt unter "The Wrong (again)"

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