Neue Domain-Endungen: google.lol

Mehr als 50 neue Domain-Endungen will Google einführen, darunter .google, .youtube und .docs. Allein für die Bewerbung legt der Konzern bei der Adressverwaltung Icann mindestens zehn Millionen Dollar hin. Auch .lol steht auf der Wunschliste.

Google-Chef Larry Page (Archivbild): Sein Konzern will .lol übernehmen Zur Großansicht
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Google-Chef Larry Page (Archivbild): Sein Konzern will .lol übernehmen

Hamburg - Die Internet-Adressverwaltung Icann eröffnet die nächste Runde: Mitte Juni will die Organisation verkünden, welche Unternehmen welche neuen Domain-Endungen einführen wollen. Einer der Antragsteller: Google. Wie das Unternehmen mitteilte, habe man sich um Adressen wie .google, .youtube und .docs beworben.

Internetentwickler Vint Cerf, der für Google arbeitet und einmal Vorstandschef der Icann war, schreibt in dem Blog-Eintrag, dass man die Bewerbungen in vier Gruppen einteilen könne. Google will sich eigene Adressen für seine Markennamen und für das Kerngeschäft sichern. Adressen wie .youtube sollen dabei helfen, YouTube-Channels und Genres einfacher zu identifizieren. Schließlich bewerbe man sich auf Adressen, bei denen man ein kreatives Potential sehe - dazu gehört die Endung .lol für "laughing out loud".

Der Branchendienst "AdAge" berichtet, dass Google sich insgesamt auf mehr als 50 Top-Level-Domains beworben habe. Man werde sich um ein hohes Maß an Sicherheit kümmern und Missbrauch vorbeugen, kündigte Cerf an. Außerdem werde man mit allen Icann-Registraten zusammenarbeiten und mit Markeninhabern sinnvolle Mechanismen zum Rechtsschutz entwickeln.

Der Konzern hat Konkurrenz: Die Icann habe bereits 1900 Anträge für neue Top-Level-Domains erhalten. Zunächst sollen die ersten 500 Anträge bearbeitet werden. Bei einer Bewerbungsgebühr von 185.000 Dollar rechnet die Icann mit rund 350 Millionen Dollar Einnahmen.

Neben den Länderkennungen wie .de oder .gr und generischen Adressen wie .com, .net und .org hatte die Icann im Jahr 2001 begonnen, neue Top-Level-Domains zuzulassen. Dazu gehören etwa .aero, .travel und die Rotlicht-Domain .xxx.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, Vint-Cerf sei Icann-Vizepräsident. Tatsächlich war er nur bis 2007 Vorstand des Board of Directors der Icann. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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1. Gut für undemokratische Aktivitäten..
NETSUBJEKT 01.06.2012
Dann wird es leichter, unerwünschte Plattformen staatlicherseits auszuschliessen, oder Nutzer von Pornoseiten gleich gebündelt unter ".xxx" zusammen zu fassen und zu speichern, und noch vieles mehr. Ausserdem, wer will schon eine Domain mit mehr als drei Buchstaben. Diese Bandwümer sind nur hässlich und unbequem zu schreiben.
2. .
Layer_8 01.06.2012
Zitat von NETSUBJEKTDann wird es leichter, unerwünschte Plattformen staatlicherseits auszuschliessen, oder Nutzer von Pornoseiten gleich gebündelt unter ".xxx" zusammen zu fassen und zu speichern, und noch vieles mehr. Ausserdem, wer will schon eine Domain mit mehr als drei Buchstaben. Diese Bandwümer sind nur hässlich und unbequem zu schreiben.
"Ausserdem, wer will schon eine Domain mit mehr als drei Buchstaben" Sie werden sich wundern. In 10 Jahren haben wir Domains wie z.B. ".bullshit." o.Ä. Wenn wir schon über Domains reden, sollten wir die Root-Domain "." nicht vergessen zu erwähnen. Mich wundert sowieso wo diese "." Domain-Server überhaupt stehen?
3. Root-Server
studentin89 02.06.2012
Zitat von Layer_8"Ausserdem, wer will schon eine Domain mit mehr als drei Buchstaben" Sie werden sich wundern. In 10 Jahren haben wir Domains wie z.B. ".bullshit." o.Ä. Wenn wir schon über Domains reden, sollten wir die Root-Domain "." nicht vergessen zu erwähnen. Mich wundert sowieso wo diese "." Domain-Server überhaupt stehen?
Die Root-Server stehen über die ganze Welt verteilt. Und falls Sie sich fragen, wozu diese Server überhaupt gut sind: Das sogenannte Domain Name System (DNS) ist hierarchisch aufgebaut. Das bedeutet (kurz gesprochen), dass jede Domain auf der Welt unter einer hierarchischen Verwaltung liegt. So "kennen" die .de-Server all die Server, die eine xxx.de-Domain verwalten, z.B. den/die Server von google.de. Diese Server kennen dann wiederum die Server, auf denen z.B. docs.google.de oder maps.google.de liegen etc. Die Root-Server sind dazu da, um weltweit jede Domain finden zu können. Ihr Browser muss bei jeder URL, die Sie in den Browser eingeben, nämlich feststellen, auf welchem Server (welche IP), die angeforderte Seite liegt. Hierzu folgt das DNS der hierarchischen Struktur. Insbesondere bei einem Wechsel der "Haupt"-Domains (de, com, gov,...) kommen nun die Root-Server ins Spiel. Sie "wissen" nämlich wo diese Domains verwaltet werden.
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