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Tor Books: Science-Fiction-Verlag verzichtet auf Kopierschutz

Leser und Autoren haben es sich gewünscht: Die E-Books des New Yorker Science-Fiction-Verlags Tor Books haben künftig keinen technischen Schutz gegen unerlaubtes Kopieren mehr - damit lassen sich die Dateien einfacher auf Geräte aufspielen oder an Freunde verteilen.

E-Books (Symbolbild): Science-Fiction-Verlag verzichtet auf Kundengängelung durch Kopierschutz Zur Großansicht
DPA

E-Books (Symbolbild): Science-Fiction-Verlag verzichtet auf Kundengängelung durch Kopierschutz

Isaac Asimov, Philip K. Dick und Larry Niven gehören dazu: Der New Yorker Verlag Tor Books hat einige der bedeutendsten Science-Fiction Autoren im Programm. Nun hat der wohl weltgrößte Verlag im Zukunftsgenre eine wichtige Entscheidung getroffen: Die Muttergesellschaft Tom Doherty Associates kündigte an, sämtliche E-Books ab Anfang Juli 2012 ohne Kopierschutz-Maßnahmen (DRM) anzubieten.

Verlagsboss Tom Doherty erklärte: "Unsere Autoren und Leser haben schon lange darum gebeten. Das sind technologisch ziemlich anspruchsvolle Leute und DRM ist für sie ein ständiges Ärgernis. Es hindert sie daran, rechtmäßig erworbene E-Books auf legale Weise zu nutzen, zum Beispiel sie von einem E-Book-Reader zum andern zu verschieben."

"Ars Technica" weist darauf hin, dass die Ankündigung nur sechs Wochen nach der Kartellklage des US-Justizministeriums gegen Apple und diverse Verlage kommt, darunter auch Macmillan, zu dem wiederum Tom Doherty Associates gehört. Der Vorwurf lautete damals auf ungesetzliche Preisabsprachen.

Der Verkauf der DRM-befreiten E-Books soll bei den bisherigen Händlern nahtlos weiterlaufen, zusätzlich aber auch von solchen Anbietern vertrieben werden, die nur Bücher ohne Kopierschutz im Programm haben. Cory Doctorow, der bei Tor Books veröffentlicht hat und ein erbitterter Gegner von DRM-Maßnahmen ist, hofft nun darauf, dass alle Verlage ihre Bücher ohne lästigen Kopierschutz anbieten. Die Bereitschaft dazu sei durchaus vorhanden, das wisse er aus Kontakten zu Verantwortlichen von zwei Großverlagen.

So könnte künftig ein Anbieter wie Barnes & Noble einen Kauf-Button bei Amazon platzieren und umgekehrt Amazon dasselbe beim Web-Auftritt des Verlags machen, inklusive einer kundenfreundlichen Möglichkeit, die jeweiligen E-Book-Formate zu konvertieren. Autor und Blogger Doctorow freut es: Auf jeden Fall bedeute die Entscheidung von Tor Books "eine Wasserscheide für den Kopierschutz bei E-Books, den Wendepunkt, der den Augenblick markiert, ab dem alle E-Books schließlich DRM-frei sein werden. Das ist ein guter Tag."

meu

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1.
darksystem 25.04.2012
Zitat von sysopDPALeser und Autoren haben es sich gewünscht: Die E-Books des New Yorker Science-Fiction-Verlags Tor Books haben künftig keinen technischen Schutz gegen unerlaubtes Kopieren mehr - damit lassen sich die Dateien einfacher auf Geräte aufspielen oder an Freunde verteilen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,829622,00.html
Mhm... Ich dachte wenn jeder das Zeug frei kopieren kann verdienen Verleger und Autoren nix mehr (ohne Kopierschutz ist die private Verteilung in D ja wieder legal)? Seltsam dass die sich dann sogar dafür einsetzen...
2.
m.knappe 25.04.2012
Ich hoffe, dass diese Entscheidung Schule macht. Das Verlagswesen sollte durch die Erfahrungen der Musikindustrie gelernt haben. Wenn eine illegale Kopie benutzerfreundlicher ist als die legal erworbene, läuft etwas falsch. Ich halte es auch für die einzige Chance, sich gegen Amazon und ihr inkompatibles .mobi Format zu behaupten. Wer zur Zeit eBooks einfach und unkompliziert auf einem eInk-Reader haben möchte, dem bleibt nur Kindle und der Amazon Store. Alle anderen müssen sich mit Autorisierungen rumschlagen, extra Software auf dem Rechner installieren... Darüber hinaus ist das entfernen des DRM, mit frei verfügbarer Software, eine Sache von Sekunden. Hat man also die Autorisierung hinter sich gebracht, den Link zum eBook, die Datei über ADE oder Reader-Software heruntergeladen, entfernen die meisten Nutzer ohnehin den Kopierschutz. Schon alleine um die Bücher vernünftig archivieren zu können.
3.
wt@dd 25.04.2012
Leider scheitert es ja immer wieder an der Ehrlichkeit des Konsumenten. Es gibt ja kein DRM, weil man es liebt... Das ist der eigentliche Knackpunkt, der in der ganzen Diskussio nausgeblendet wird. Würden sich die Konsumenten korrekt verhalten, bräuchte es überhaupt keine Reglementierungen. Also lasst uns doch mal die ganze Sache jenseits dieser ganzen Papiertigerdiskussion um DRM Gängelung, angebliche Content Mafia etc. um den eigentlichen Kernpunkt führen: Respekt und Wertschätzung kreativer Arbeit, die sich u.a. darin ausdrückt, das man für die Nutzung solcher Angebote bezahlt. Also an die eigene Nasenspitze fassen, statt andere als Schuldige zu suchen. Ohne das Fehlverhalten des Konsumenten gäbe es weder eine Urhebrrechtsdiskussion noch eine Filesharing/P2P Problematik und DRM hätte es nie gegeben...
4. Da irren Sie aber mächtig...
sappelkopp 25.04.2012
Zitat von darksystemMhm... Ich dachte wenn jeder das Zeug frei kopieren kann verdienen Verleger und Autoren nix mehr (ohne Kopierschutz ist die private Verteilung in D ja wieder legal)? Seltsam dass die sich dann sogar dafür einsetzen...
...ohne Kopierschutz bedeutet, dass Sie legal erworbene Datei einfacher nutzen können; mehrer Geräte, Sicherheitskopie usw. Es bedeutet nicht, dass Sie die Datei lustig in der Gegend verteilen können. Der Verlag vertraut einfach seinen Kunden, mehr ist das nicht.
5. Das ist der Punkt...
sappelkopp 25.04.2012
Zitat von wt@ddLeider scheitert es ja immer wieder an der Ehrlichkeit des Konsumenten. Es gibt ja kein DRM, weil man es liebt... Das ist der eigentliche Knackpunkt, der in der ganzen Diskussio nausgeblendet wird. Würden sich die Konsumenten korrekt verhalten, bräuchte es überhaupt keine Reglementierungen. Also lasst uns doch mal die ganze Sache jenseits dieser ganzen Papiertigerdiskussion um DRM Gängelung, angebliche Content Mafia etc. um den eigentlichen Kernpunkt führen: Respekt und Wertschätzung kreativer Arbeit, die sich u.a. darin ausdrückt, das man für die Nutzung solcher Angebote bezahlt. Also an die eigene Nasenspitze fassen, statt andere als Schuldige zu suchen. Ohne das Fehlverhalten des Konsumenten gäbe es weder eine Urhebrrechtsdiskussion noch eine Filesharing/P2P Problematik und DRM hätte es nie gegeben...
und darksystem (Beitrag # 1) gibt dafür ein gutes Beispiel. Kein Kopierschutz, dann ist das Kopieren ja legal. Solange die Geiz-ist-geil-Mentalität anhält, man cool ist wenn man sich eine Leistung "erschleicht", solange wird es auf diesem Gebiet Probleme geben.
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