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Transmediale Berlin: "Go public!"

Von Inga Wellmann

Die Transmediale, "international media art festival" in Berlin, ist eröffnet. Die Veranstalter demonstrieren Selbstbewusstsein: Längst sei das Festival für elektronische Kunst erwachsen geworden.

"Shot" von Tatiana Doroshenko

"Shot" von Tatiana Doroshenko

"Go public!" - Dies ist das Motto der diesjährigen transmediale.02 in Berlin. Für die Veranstalter beschreibt "Going public" mehr als nur den Börsengang eines Unternehmens in der New Economy. Sie verstehen das Motto als Aufforderung an das Publikum, sich aktiv mit einer "neuen Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter" auseinander zu setzen.

Zum 15. Mal präsentiert die Transmediale aktuelle Positionen zur Medienkunst, dieses Jahr im Haus der Kulturen der Welt (HKW). Neben Konferenzen und Panels, Videokunst-Screenings, Workshops, einer Medialounge und einem allabendlichen Club_transmediale realisiert die Transmediale in diesem Jahr erstmals auch eine umfangreiche Ausstellung interaktiver Video- und Klanginstallationen. Alle Arbeiten, die innerhalb dieses Festivals gezeigt werden, wurden von drei international besetzten Jurys nominiert. Die Preisverleihung des

"vectorama.org" von Jürg Lehni, Urs Lehni, und Rafael Koch

"vectorama.org" von Jürg Lehni, Urs Lehni, und Rafael Koch

Wettbewerbs, der vorab in den drei Kategorien Image, Interaction und Software ausgeschrieben wurde, findet am Samstag, den 9. Februar, statt. "In no Time has there been a more important Festival!" Große Worte bei der Eröffnung der transmediale.02 am Dienstag im vollbesetzten Auditorium des HKW. Randall M. Packer, "US-Minister für Kunst und Technologie", hielt seine erste Rede in Europa und stellte die Berliner Charta zur Virtualisierung vor - mit ausreichend Pathos: "Virtualisation remains the greatest Power on Earth". Ein Satz, der kollektives Schmunzeln hervorrief - und einige Anwesende zu Jubelrufen und lautem Beifall hinriss - oder zu trockenen Kommentaren.

Im Mittelpunkt des Eröffnungsabends standen neben derlei flotten Worten jedoch vor allem die künstlerischen Exponate. In der gestalterisch wohldurchdachten Medialounge lümmelten sich etliche Besucher neugierig vor Computer- und Fernsehbildschirmen, umgeben von großflächigen Videoprojektionen und Ambientmusik.

"autopoiesis" von Kenneth Rinaldo

"autopoiesis" von Kenneth Rinaldo

Nicht weit davon traten andere Besucher in Interaktion mit musikalischen Roboter-Skulpturen (Kenneth Rinaldo, USA): "Autopoeisis") oder navigierten durch einen virtuellen, dreidimensionalen Raum voller Videobilder (Masaki Fujihata, Japan): "Field-Work"). Viele der präsentierten Arbeiten überzeugten und faszinierten durch grenzüberschreitende Perspektiven auf die digitalen Medien. So auch Seiko Mikamis (Japan) Installation "Molecular Informatics", in der das eigene Auge zum Interface wird und zwei sich gegenüber sitzende Besucher ihren grafisch animierten Blickspuren folgen können.

Die Transmediale in Berlin findet bis zum 10. Februar 2002 im Haus der Kulturen der Welt statt. Die begleitende Ausstellung ist noch bis zum 24. Februar zu sehen. Die Eintrittspreise sind gestaffelt:

  • Ausstellung: 5 Euro, reduziert 3 Euro
  • Festival-Ticket: 100 Euro, reduziert 75 Euro
  • Tickets für Einzelveranstaltungen, Workshops und Panels sind für Preise zwischen 6 und 10 Euro erhältlich
  • Die Clubveranstaltungen schlagen mit 6 bis 10 Euro zu Buche (Abendkasse)

Die Öffnungszeiten des Festivals: 10 bis 24 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 10. Februar täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, danach täglich bis zum 24. Februar von 11 bis 18 Uhr.

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