Nutzerdaten: Facebook beantwortet jede dritte Anfrage aus Deutschland

Facebook-Nutzer im Profil: Weltweit geht es um 38.000 Accounts Zur Großansicht
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Facebook-Nutzer im Profil: Weltweit geht es um 38.000 Accounts

Rund 26.000 Anfragen von Regierungen und Behörden hat Facebook im ersten Halbjahr 2013 gezählt. Nicht jede Anfrage beantwortet das Unternehmen.

Berlin/Menlo Park - Jeden Tag gehen bei Facebook rein rechnerisch Anfragen von Regierungen und Behörden zu mehr als 200 Nutzern ein. Das geht aus dem ersten Transparenzbericht des Unternehmens hervor. Was nicht aus dem Bericht hervorgeht: Was für Informationen abgefragt wurden, Profilinformationen, Freundeslisten, Inhalte oder IP-Adressen.

Demnach haben Behörden aus 74 Ländern im ersten Halbjahr 2013 bei Facebook Informationen zu bestimmten Nutzern angefragt. Insgesamt ging es um 38.000 Profile. Dabei wurde nur jede dritte Anfrage aus Deutschland beantwortet. Es habe 1886 solcher Anfragen zu 2068 Profilen gegeben, nur in 37 Prozent der Fälle seien tatsächlich Informationen ausgehändigt worden.

In den USA liegt der Anteil der beantworteten Anfragen mit 79 Prozent deutlich höher als in den meisten anderen Ländern. Dort forderten die Behörden auch so oft wie nirgendwo sonst Informationen zu Nutzern an. Fast die Hälfte aller Fälle betraf die USA, teilt Facebook mit. Es habe dort 11.000 bis 12.000 Anfragen gegeben, dabei sei es um 20.000 bis 21.000 Profile gegangen.

Die Internetunternehmen können in den USA keine genaueren Zahlen nennen, wenn sie auch bisher geheime Anfragen nach dem Auslandsspionagegesetz FISA in die Rechnung aufnehmen wollen.

Es geht um Anfragen von Polizei und Geheimdiensten

Der jetzt vorgestellte Transparenzreport zeigt, dass Facebook zumindest außerhalb der USA tatsächlich oft "nein" sagt. So wurde in Indien jede zweite der 3245 Anfragen abgewiesen. Ähnlich sah es auch in Griechenland, Italien oder Israel aus. In Polen wurden nur neun Prozent der 233 Anfragen erfüllt. In Russland wollten die Behörden dem Bericht zufolge nur einmal Nutzerinformationen haben - und gingen leer aus. Auch in Ägypten wurden alle acht Anfragen ausgeschlagen.

In Großbritannien war die Quote hingegen fast so hoch wie in den USA: Bei den 1975 Anfragen zu 2337 Nutzerprofilen wurden in 68 Prozent der Fälle Informationen übermittelt.

Bei den Protesten in der Türkei im Mai und Juni hatte Facebook abgestritten, Informationen über die Protestierenden und Demonstranten an die Regierung weiterzugeben. Die am Dienstag veröffentlichen Daten zeigen, dass die türkischen Behörden 96 Anfragen gestellt haben, 173 Nutzer betreffend. Facebook erklärte, man habe in etwa 45 der Fälle einige Informationen herausgegeben; um welche es sich handelt und warum sie ausgehändigt wurden, gab das Unternehmen nicht bekannt. Eine Sprecherin sagte aber, man stehe zu seiner Zusicherung: Im Zusammenhang mit den Aufständen habe man keine Informationen weitergegeben.

Es seien weltweit sowohl Polizei- als auch Geheimdienst-Anfragen gezählt worden, erklärte Facebook. Wie andere Internetfirmen ist auch Facebook in die Kritik geraten, weil die Firma der NSA bei der Datensammelei geholfen haben soll. Die Firma plane, diese Zahlen in Zukunft regelmäßig zu veröffentlichen.

juh/dpa/AP

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insgesamt 1 Beitrag
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1. optional
Freidenker10 28.08.2013
Dort wo der politische druck am grössten ist, sprich am mächtigsten, wird gebuckelt. Welches sind denn die kriterien nach denen kundendaten herausgegeben werden? Finger weg vor amerianischen netzwerken, e-mail accounts oder suchmaschinen!
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6. NTT Mobile 1998 18,05 Japan
7. Enel (Energie) 1999 16,59 Italien
8. Facebook 2012 16,01** USA
9. NTT (Telekom) 1986 13,75 Japan
10. Deutsche Telekom 1996 12,49 Deutschland
* Bei Addition der Stamm- und Vorzugsaktien; ** Bei Verkaufspreis am oberen Ende der Spanne; Quelle Reuters


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