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Erpressungssoftware: Trojaner "Locky" hat eine neue Tarnung

Sipgate-Warnung: "Keine Zip-Files öffnen!" Zur Großansicht
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Sipgate-Warnung: "Keine Zip-Files öffnen!"

Seit Tagen plagt der Trojaner "Locky" Computernutzer. Jetzt haben Betrüger der Schadsoftware eine neue Tarnung gegeben: Sie wird in einer Phishing-E-Mail unter dem Namen eines Telefonieanbieters verschickt.

"Locky" geht den deutschen Internetnutzern weiter auf die Nerven. Der Verschlüsselungstrojaner ist seit einigen Tagen im Umlauf, jetzt hat er offenbar einen neuen Deckmantel. Sipgate, ein Düsseldorfer Anbieter für Internet-Telefonie, rät zur Vorsicht, wenn man eine E-Mail mit seinem Namen und Logo erhält. "Es werden täuschend echte E-Mails mit unserem Namen und Logo verschickt", steht derzeit prominent auf der Unternehmens-Website, auch über die Social-Media-Accounts wird gewarnt.

Im Sipgate-Blog heißt es, an die Betrüger-E-Mails sei eine Zip-Datei angehängt, in der sich eine Java-Script-Datei befindet, die einen noch unbekannten Trojaner nachlädt. Sipgate würde aber keine Zip-Dateien verschicken. Die Phishing-E-Mails gehen laut Sipgate sowohl an Kunden als auch Nichtkunden des Unternehmens.

Laut einem Bericht von "Heise Online" wird mit den vermeintlichen Sipgate-E-Mails der Kryptotrojaner "Locky" verbreitet, der seit einigen Tagen vor allem in Deutschland für Unmut sorgt. Ein "Heise"-Screenshot zeigt eine der vermeintlichen Sipgate-E-Mails mit dem Hinweis "Sie haben ein neues Fax in Ihrer Ereignisliste". Wer die E-Mail bei sich entdeckt, solle sie sofort löschen, rät das Tech-Magazin.

Locky ist bekannt - und gefährlich

Locky kann man sich als Erpressungssoftware vorstellen: Windows-Rechner werden mit einem Trojaner infiziert, der wichtige Dateien zunächst verschlüsselt und dann umbenennt. Die Dokumente haben nach dem Prozess die Endung .locky, daher hat der Trojaner seinen Namen. Die Verschlüsselung ist offenbar kaum zu knacken, nach Angaben der Erpesser werden die Dateien mit einem RSA-Kryptoschlüssel und einer AES-Verschlüsselung unbrauchbar gemacht.

Sobald die Dateien verschlüsselt sind, erscheint ein Erpresserbrief mit einer Lösegeldforderung. In dem Brief steht, dass die Dateien nur mit einer speziellen Software gerettet werden können. Und für diese Software verlangen die Erpresser einen Betrag von 0,5 Bitcoin, was laut dem aktuellen Kurs der Digitalwährung rund 200 Euro entspricht.

Grundsätzlich wird bei Erpressersoftware davon abgeraten, das Geld zu bezahlen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum Beispiel weist darauf hin, dass Kriminelle in vielen Fällen auch nach einer Zahlung einfach darauf verzichten, die Daten wirklich freizuschalten. Betroffene sollten lieber den Bildschirm samt der Erpressungsnachricht fotografieren und Anzeige erstatten.

In Deutschland sind Sicherheitsforschern zufolge schon mehrere Tausend Rechner mit Locky infiziert. Vergangenen Freitag schätzte der britische IT-Experte Kevin Beaumont auf SPIEGEL-ONLINE-Nachfrage, dass "Locky" allein in den vorherigen 24 Stunden etwa 17.000 Rechner in Deutschland infiziert habe. "Locky" kann man sich über Phishing-E-Mails, Berichten zufolge aber auch über bestimmte Websites einfangen.

Zunächst war ein Wurstwarenkonzern das Lockmittel

Sipgate ist nicht das erste Unternehmen, dessen Namen "Locky"-Betrüger als Deckmantel für Phishing-E-Mails verwenden. Bei einer vorherigen "Locky"-Welle, die ebenfalls speziell auf deutsche Nutzer zielte, wurden vermeintliche Rechnungen eines Wurstwarenkonzerns verschickt.

Dieser hatte wie Sipgate nichts mit dem Trojaner zu tun, sah sich in Folge der E-Mails aber mit einer großen Zahl von Nutzeranfragen konfrontiert. "Heise Online" berichtete Montag, durch die "Mailflut" sei die digitale Infrastruktur des Unternehmens am Freitag für sechs bis sieben Stunden lahmgelegt worden.


Drei Tipps zum Schutz vor Schadsoftware

  • Seien Sie vorsichtig mit E-Mail-Anhängen

Deaktivieren Sie die Makro-Funktion in Dokumenten, die Sie per E-Mail erhalten. Vor allem bei Nachrichten von fremden Personen sollten Sie vorsichtig sein. "Locky" wird nach Angaben von Sicherheitsexperten in aller Regel über E-Mail-Anhänge eingeschleust, die sich etwa als harmloses Word-Dokument tarnen, aber im Hintergrund die gefährliche Software ausführen. Sie sollten allgemein keinen E-Mail-Anhang öffnen, von dem Sie nicht genau wissen, von wem er kommt.

  • Daten per Back-up sichern

"Locky" verschlüsselt die Dateien nach Angaben der Erpresser so gut, dass sie unbrauchbar werden. Sichern Sie Ihre Daten also möglichst per Back-up, damit sie Ihre Dokumente im Notfall wiederherstellen können. Am besten eignet sich eine dafür eine Festplatte, die nicht ständig mit dem PC verbunden ist, beispielsweise eine externe USB-Platte.

  • Verwenden Sie aktuelle Software

Um Sicherheitslücken zu schließen, sollten Sie möglichst alle Programme auf Ihrem Rechner auf den neuesten Stand bringen. Installieren Sie aktuelle Patches für den Browser, für Office-Anwendungen und den Flash-Player. Schadsoftware nutzt oft Sicherheitslücken in solcher Software aus. Mit Updates sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass bekannte Lücken ausgenutzt werden.

mbö/jbr

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Guter Rat vom BSI, und gar nicht teuer!
jj2005 25.02.2016
"Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ... Betroffene sollten lieber den Bildschirm samt der Erpressungsnachricht fotografieren und Anzeige erstatten." Noch so 'ne Neuland-Behörde ;-)
2. Immer wieder
onewayjan-004 25.02.2016
werden Anhaenge geoeffnet. Es scheint mir die Verbloedung der PC user ist perfekt! Aber auch die professionelle IT Entwickler haben "Dreck am Steck"! Es werden Systeme entworfen wobei "intern" met "extern" verknuepft ist. Eine wirkliche Trennung wird viel Probleme vorbeugen.
3. Den Finger zeigen und Backups machen
saiber 25.02.2016
Heutzutagen werden Back-ups gemacht. Mein Rechner wird regelmaessig gesichert und Daten archiviert. Sollte wirklich so eine Email kommen, ich dann so dumm bin, diese zu oeffnen und eine Schadsoftware den Rechner unbrauchbar macht, einfach den Mittelfinger zeigen und das OS neu installieren mittels Backup. Das geht mittlereweile sehr schnell. Also, Backups machen Leute.
4. naaaja
Zeitwesen 25.02.2016
Wenn man von einer Firma angeschrieben wird (Telekom, Paypal, Amazon) bei der man angemeldet ist, schreiben diese einen auch mit Vor- und Zunamen an. Bei Betrugsmails fehlen die Vor- und Zunamen, die Firmenbezeichnung hat dann auch meist nichts mit der eigentlichen Mailadresse zu tun und irgendwelche Mailanhänge würde ich gar nicht erst öffnen. Ebenso würde ich keine Direktlinks verwenden, man weiß ja schließlich selber wie man auf die entsprechende Seite des Anbieters kommt und kann hier selbst prüfen ob es irgendwelche Neuigkeiten oder Probleme gibt. Mahnungen bzw. Inkassoaufforderungen werden mit der Post und nicht als Mail verschickt.
5. 2016
MultilinearMap 25.02.2016
und Trojaner lassen sich immer noch per Email Anhang verbreiten. Traurig.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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