Entdecken und Löschen: So entfernen Sie Flame von Ihrem Computer

Von

Flame gilt als größte Spionage-Bedrohung seit Stuxnet - aber sind auch Privatpersonen von dem Supertrojaner betroffen? Die Antivirus-Firma Bitdefender hat ein Gratis-Programm zum Aufspüren und Entfernen der Flame-Malware veröffentlicht.

Computervirus Flame: Bedrohung für den Privatanwender? Zur Großansicht
dapd

Computervirus Flame: Bedrohung für den Privatanwender?

Dass der Spionage-Virus Flame auch auf Rechnern in Deutschland schnüffelt, ist unwahrscheinlich. Aber Kontrolle ist besser: Das Antivirus-Unternehmen Bitdefender hat ein Gratis-Programm zum Aufspüren und Entfernen von Flame veröffentlicht.

Flame kann Daten stehlen, Passwörter kopieren, über das Computer-Mikrofon Unterhaltungen aufzeichnen, Windows-Fehlermeldungen erkennen und sogar auf Jagd nach Bluetooth-Geräten in der Umgebung des infizierten Computers gehen. Angeblich ist der Trojaner eine staatliche Entwicklung und wird zur Spionage verwendet. Flame ist zur zielgenauen Infektion interessanter Einrichtungen gemacht. Laut Graham Cluley von der Sicherheitsfirma Sophos sind derzeit weltweit nur wenige hundert Infektionen bekannt geworden.

Welche Bedrohung für den Privatanwender von Flame ausgeht, ist unklar. In den vergangenen Tagen warnte bereits die Uno ihre Mitgliedsstaaten vor der Malware, im Iran war die Schadsoftware auf Rechnern der staatlichen Ölindustrie aktiv. Zahlreiche Sicherheitsforscher arbeiten derzeit an der Entschlüsselung der Flame-Komponenten - und stoßen dabei immer wieder auf Parallelen zur Stuxnet- und Duqu-Malware. Vermutlich arbeiteten ähnliche Teams an den beiden Schadprogrammen. Eine Vermutung, die auch eine Zeitleiste der Stuxnet- und Flame-Entwicklung nahelegt.

Hinweis: Die Scan-Software muss passend zur Windows-Variante heruntergeladen werden - als 32-Bit- oder 64-Bit-Version. Wenn Sie nicht wissen, welche Version Sie brauchen, folgen Sie dieser Anleitung von Microsoft .

fko

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. *gnarf*
blacky 31.05.2012
mal wieder window$ pc betroffen. aber eine aussage ob der auch auf unixoide übergreifen kann gibts bisher nicht, afaik....
2. Übertrieben!
koflor 31.05.2012
Ist das ganze nicht etwas übertrieben? Als Ziel gelten Betriebe im Iran und Umgebung und es soll gerade mal ein paar 100 Infektionen geben. Flame wird sehr gezielt eingesetzt. Ich denke kaum, dass auch nur irgendein Rechner in Deutschland davon betroffen sein sollte.
3. Weiß wohl noch niemand...
hauptsache_dagegen 31.05.2012
Zitat von blackymal wieder window$ pc betroffen. aber eine aussage ob der auch auf unixoide übergreifen kann gibts bisher nicht, afaik....
...halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Wenn wirklich gezielt der nahe Osten (Iran) angegriffen wurde - insbesondere die Überwachung der Kernkraftanlagen -, dann wäre ein Mod nur unnötige Arbeit.
4.
Reiner_Habitus 31.05.2012
Zitat von blackymal wieder window$ pc betroffen. aber eine aussage ob der auch auf unixoide übergreifen kann gibts bisher nicht, afaik....
Das Ding kommt aus einer Geheimdienstschmiede. Ist für Bürocomputer gedacht. Würde mich nicht wundern wenn es für die UNIX/LINUX basierende Netzinfrastuktur in den Zielländern eigene Programme gibt. P.S. Bei Angriffen auf die Netzinfrastruktur sind zu 90% UNIX/LINUX Kisten betroffen. Was daran liegt, das ab dem Router praktisch kein WIN zum Einsatz kommt.
5. ..die Innenparanoiker der BRD
Aözer 31.05.2012
salivieren wohl schon wie der Niagarafall, denn immerhin kann Flame all das, was der Bundestrojaner können sollte. Die Beschaffung dürfte auch kein großes Problem darstellen - wer U-Boote quasi geschenkt bekommt, liefert doch gerne ein paar Flame-Exemplare...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Computersicherheit
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 9 Kommentare
Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

Flame-Verbreitungsgebiet (basierend auf Zahlen von Kaspersky Lab): Naher Osten im Fokus Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Flame-Verbreitungsgebiet (basierend auf Zahlen von Kaspersky Lab): Naher Osten im Fokus


Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.